Neuer Motor von Harley-Davidson überrascht: variable Ventilsteuerung bei den Basis-Modellen

Harley-Davidson Street Glide Limited & Road Glide Limited 2026
Neuer Schlaukopf bei Harley-Davidson am Werk

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.01.2026
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Da haut Harley-Davidson für 2026 einen raus – und merkt es wohl selbst kaum. Insgesamt 13 neue Modelle für 2026 stehen noch an. Darunter die beiden neuen Street Glide Limited und Road Glide Limited. Also die Super-Tourer mit Kleiderschrank im Heck. Und selbst das ist nicht die große Neuigkeit, sondern ein fast belanglos dargestelltes Detail am V2 mit 1.923 Kubik.

Harley-Davidson Street Glide Limited und Road Glide Limited 2026

Neu für 2026 bringt Harley-Davidson die länger erwarteten Limited-Modelle der Street Glide und Road Glide. Also die Bagger-Modelle mit dem riesigen Topcase auf dem Heck und der Kuschel-Couch für (fast) die ganze Familie. Technisch und optisch bleiben beide dem aktuellen Glide-Stil treu, wie gehabt die Street mit einer lenkerfesten Bat-Wing und die Road mit der rahmenfesten Sharknose.

Überraschung: variable Ventilsteuerung VVT beim "kleinen" V2-Motor

Die große News – hier sei die Meinung des Autors erlaubt – steht allerdings auf der Motorabdeckung der Kurbelwelle. Neben dem bekannten 117 steht ein neues VVT. Die 117 ist die Zahl des zölligen Maßes cubic inch für den Hubraum, was metrischen 1.923 Kubikzentimetern entspricht.

Das VVT kennzeichnet die neue variable Ventilsteuerung im V2. Im CVO-Motor mit 121 ci oder 1.977 Kubik ist das System seit 3 Jahren im Einsatz. Bei den "Basis"-Modellen feiert es nun in den beiden "Limited" Premiere.

Per Öldruck und überraschend schnell dreht der Motor die relative Stellung der Nockenwelle zur Kurbelwelle und kann so die Steuerzeiten ändern. Und da die Harley-Davidson nur eine Nockenwelle hat, ist das schnelle Drehen nötig. Innerhalb von nur 40 Grad Kurbelwelle oder 20 Grad Nockenwelle stellt das System die Relation um und kann so zudem die Überschneidungszeiten steuern.

ÜbrigensAls Ventilüberschneidung fasst man in Winkelgrad die Zeit zusammen, in der die Einlass- und Auslassventile gleichzeitig geöffnet sind. Das ist beim Ladungswechsel nach dem Ausstoßtakt hin zum Einlasstakt der Fall. Je länger die Überschneidung dauert, desto mehr Unterdruck erzeugt das Abgas im Brennraum, was der Füllung mit Frischgas zugutekommt. Allerdings auf Kosten des Drehmoments bei niedrigeren Drehzahlen – was eine variable Ventilsteuerung umso sinnvoller macht.

Überraschend wenig Effekt zu erkennen

Doch beim 117er-VVT-Motor ist der Effekt in den technischen Daten nicht zu erkennen. Brachte die VVT den 121er-Motor noch in damals völlig unbekannte Leistungssphären, entsprechen die Daten der beiden neuen Limited-Modelle exakt denen ohne VVT.

In Zahlen leisten die neuen Harley-Davidson Street Glide und Road Glide Limited wie gehabt 109 PS bei 5.020/min und drücken 175 Nm bei 3.500/min. Sollte das VVT die erwarteten positiven Effekte haben, dann wohl beim Fahren mit einer erhofften noch fülligeren Drehmomentkurve. MOTORRAD wird es herausfahren.

Mehr Gewicht, weniger Verbrauch

Womöglich nutzt Harley-Davidson in den beiden neuen Street Glide und Road Glide Limited die VVT zum Steigern der Effizienz, denn die 5,9 Liter je 100 Kilometer Normverbrauch liegen auf dem Niveau der beiden Glide-Modelle ohne VVT und Topcase.

Allerdings nicht die Gewichte, denn die Limited-Modelle wiegen mit 405 und 417 Kilogramm fahrfertig satte 37 Kilo mehr. Sprich: kein Mehrverbrauch bei knapp 10 Prozent mehr Gewicht und nachvollziehbar höherem Luftwiderstand.

Farben, Chrom und Preise der neuen Limited-Harleys

Harley-Davidson bietet die neue Street Glide und Road Glide Limited in jeweils 7 Farben an, wobei nur die Varianten in "Dark Billiard Gray" im Grundpreis enthalten sind. Die Preise der weiteren Lacke beginnen bei 780 Euro für weitere Unifarben, über 840 zu 1.430 Euro hin zu den 2-Farb-Lackierungen.

Außerdem stellt Harley-Davidson zur Wahl, in welcher Farbe der Antrieb und der Auspuff glänzen sollen – oder eben nicht. Basis ist Chrom, wer das matte Schwarz will, muss weitere 1.500 Euro ausgeben. Wobei das "Peanuts" sein dürften, denn die Grundpreise der beiden Modelle liegen bei jeweils 35.600 Euro.

Fazit