Sitzposition und Hebeleien

Richtig Sitzen, locker fahren

Foto: Yvonne Hertler 26 Bilder
Motorrad fahren gut und sicher

Lässig lümmelnd wie auf einem Cruiser, locker aufrecht wie auf dem Naked Bike oben im Bild oder sportlich geduckt mit Stummellenker und hoch angebrachten Fußrasten – wie wir auf einem Motorrad sitzen, hängt ganz wesentlich davon ab, wie Sitzbank, Fußrasten und Lenker zueinander angeordnet sind.

Wichtig in allen Fällen: Die Ergonomie zu unseren Körpermaßen passen und die Sitzposition ein gutes Gefühl von Sicherheit, Überblick und Fahrzeugbeherrschung vermitteln. Den Rücken gerade wie oben im Bild, aber nicht ins Hohlkreuz durchgestreckt, die Arme leicht angewinkelt, den Blick weit voraus, das darf so ruhig als Grundposition angesehen werden. Wenn wir die Arme strecken müssen, ist der Lenker zu weit weg und wir müssen die Entscheidung fällen, ob wir ihn näher heranholen oder uns nach vorne beugen. Bis auf die Hebeleien, die Lenkerposition in den Halterungen und bei manchen Maschinen die Sitzhöhe lässt sich meist nichts einstellen, Anpassungen an die persönliche Ergonomie erfordern daher oft auch einen Umbau.

Motorrad fahren gut und sicher - Sitzhöhe reduzieren

Der kann sich lohnen, denn wir wollen ja nicht verkrampft auf dem Bike thronen, sondern idealerweise mit leicht nach vorne gekipptem Becken sowie leichter Körperspannung in Beinen und Oberkörper eine aktive Sitzposition einnehmen. Nur dann können wir das Körpergewicht reaktionsschnell so verlagern, wie es die Situation erfordert: Beim Beschleunigen stützen wir uns über die Beine nach hinten ab, beim Bremsen mit Knieschluss am Tank nach vorn. In Kurven rutschen wir leicht nach innen oder folgen mit einem Hüftknick dem Schräglagenwechsel des Motorrads. Auf diese Weise wird der Lenker auch nicht als Haltestange missbraucht, sodass wir keine Störeinflüsse in das Fahrwerk einleiten.

Hebel und Pedale einstellen

Foto: mps-Studio
Bei ausgestreckter Hand zu Brems- und Kupplungshebel sollten Unterarm, Handfläche und Finger des Fahrers eine gerade Linie bilden.

Die Sitzhaltung beeinflusst maßgeblich die Beweglichkeit von Schultern, Nacken und Kopf und damit die immens wichtige Blickführung. Wer mal ein Sportmotorrad mit tief montierten Lenkerstummeln bewegt, merkt das schnell – spätestens, wenn er in die erste Bergauf-Serpentine einbiegt. Oder wer versucht, auf einem langen Cruiser mit vorverlegten Fußrasten den Rücken halbwegs gerade zu halten.

Die Hände schließlich sollten die Griffe immer locker umfassen, denn wer sich mit gestreckten Armen am Lenker festklammert, verkrampft unweigerlich und kann keinen flüssigen Fahrstil entwickeln. Was für Fahrer von Sportmotorrädern bedeutet, dass sie ihren Oberkörper mit der Rückenmuskulatur halten müssen, damit nicht das ganze Gewicht auf den Händen lastet.

Foto: Hertler
Fußbremshebel auf die eigenen Bedürfnisse einstellen.

Zum Schluss noch zwei Tipps: Was an Hebeln und Pedalen einstellbar ist, sollte der aktiven Sitzposition angepasst werden. Und falls auf längeren Touren die Körperspannung doch mal nachlässt und man merkt, wie man im Sattel zusammensackt, vielleicht die Schultern sich sogar verkrampfen, der Nacken steif wird und der Fahrspaß schwindet: aufrecht hinsetzen, Schultern und Arme locker, Blick voraus, die Hände abwechselnd fest und locker um die Griffe, Füße mit den Ballen auf die Rasten. Und bei nächster Gelegenheit eine Pause machen.

Abpolstern

Foto: Koch
Je dünner das Polster, das nach einer Abpolsterung übrig bleibt, umso besser muss seine Qualität sein.

Will man beim Abpolstern einer Motorradsitzbank nicht allen Sitzkomfort opfern, sollte man es besser einem Fachbetrieb überlassen. Mit dem einfachen Herausschneiden von Material aus dem originalen Sitzpolster ist es nicht getan. Meist wird nämlich nicht nur ein neuer, maßgeschnei­derter Bezug nötig. Spezielle Verbundschaumstoffe mit ihrer höheren Dichte verbessern die Chance, dass trotz Materialverlust die Sitz- nicht zur Folterbank wird.

Eine dem individuellen Gewicht angepasste Sitzbank gewährleistet trotz reduzierter Auflage einen guten Sitzkomfort. Das gilt besonders dann, wenn die Sitzbank nicht nur abgepolstert, sondern zugleich auch schmaler gemacht wird. Je nach Form gewinnt man dadurch die entscheidenden Zentimeter bis zum Bodenkontakt, muss aber darauf achten, nicht mit den Rahmenrohren in Konflikt zu geraten.

Tiefe Sitzbank + Fahrwerksumbau

Foto: Hersteller
BMW F 800 GS ohne und mit Tieferlegungskit

Wenn wie hier nur die Zehen­spitzen den Boden erreichen, genügt es nicht, die Federbasis an Gabel und Federbein zu reduzieren. Einerseits ist der Effekt zu gering, andererseits führt solch eine Fahrwerks(fehl)einstellung auch zu unbefriedigenden Fahreigenschaften.

Echten Fortschritt bringen ein Tieferlegungs-Kit und eine extra tiefe Sitzbank. Im Falle der BMW F 800 GS wird das Federbein gekürzt; vorne kommen passende Gabelfedern zum Einsatz. Alles zusammen verringert die Sitzhöhe um rund 70 Millimeter

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