Mitte August 2026, lediglich circa 3 Wochen vor der geplanten "Verkehrsbeschränkung" am Grödner Joch in Südtirol, kommt plötzlich wieder Bewegung in dieses viel diskutierte Thema. Dem Vernehmen nach haben Proteste aus der Tourismusbranche, konkret auch von betroffenen Hoteliers dazu geführt, dass es nun wohl doch nicht zur weitgehenden Sperrung auf der beliebten Sella-Runde kommt.
Keine Sperrung für Grödner Joch und Sella-Runde
Nach aktuellen Informationen aus Südtirol erfolgt die "Verkehrsbeschränkung" am Grödner Joch nicht im bisher geplanten Zeitrahmen, jedenfalls nicht ab September 2026. Und wohl auch nicht in der bisher geplanten radikalen Form, mit nur wenigen Ausnahmegenehmigungen für Anwohner oder vorab reservierten, streng limitierten Kontingenten. Vor allem: auf absehbare Zeit nicht mit Schranken, Polizeikontrollen und Geldbußen.
"Verkehrsbeschränkung" wird vorerst nicht umgesetzt
Diesbezügliche Anfragen beantwortet das Tourismus-Portal für das Grödnertal mit den betroffenen Gemeinden St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein (www.val-gardena.net) aktuell so:
"Die ursprünglich für den 1. September 2026 geplante probeweise Verkehrsbeschränkung am Grödner Joch wird vorerst nicht in der ursprünglich vorgesehenen Form umgesetzt. Statt einer tatsächlichen Sperre ist lediglich ein virtueller beziehungsweise digitaler Testlauf vorgesehen.
Es wird daher weder physische Straßensperren noch Strafen für Fahrzeuge geben, die sich nicht an die geplante Beschränkung halten. Während dieser Testphase werden die Verkehrsströme genau erfasst und ausgewertet. Die gewonnenen Daten sollen als Grundlage für zukünftige Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf den Dolomitenpässen dienen.
Noch offen ist, wie der Verkehr ab September im Detail geregelt wird und welche Maßnahmen für den Sommer 2027 vorgesehen sind. Ursprünglich war geplant, neben dem Grödner Joch auch das Sellajoch, das Pordoijoch und den Campolongopass über mehrere Monate als verkehrsberuhigte Zonen auszuweisen. Derzeit sind diese Pläne jedoch noch nicht endgültig festgelegt."
Autonome Provinz Bozen/Südtirol – amtliche Stellungnahme
Eine entsprechende, formale Anfrage von motorradonline.de bei der zuständigen Behörde vor Ort, der "Umweltagentur" der autonomen Provinz Bozen/Südtirol, blieb tagelang unbeantwortet. Dafür erschien am Abend des 12. August 2026 eine amtliche Stellungnahme auf der Homepage der Autonomen Provinz Bozen/Südtirol. Sie enthält sehr viel "Behörden-Blabla", aber auch diese bemerkenswerten Kernaussagen:
"Keine Einschränkungen 2026" ... "die Maßnahmen sind sorgfältig zu planen, um Staus oder ein Verkehrschaos in den Dörfern und Tälern zu verhindern. Andernfalls wäre das Vorhaben kontraproduktiv." ... "Alle Beteiligten wissen, dass es ein schwieriges Projekt ist" ... "...mit erheblichen technischen, organisatorischen und rechtlichen Herausforderungen verbunden sei und das Projekt einfach, praktisch und juridisch einwandfrei sein müsse. Diese Anforderungen seien allen Beteiligten klar und es gebe noch viel zu tun..." .... "...um mit den Einheimischen sowie den verschiedenen Nutzern und Stakeholdern das geeignete Maß der Verkehrseinschränkung zu definieren."





