Armeen greifen zunehmend auf Elektro-Motorräder zurück – vor allem wegen ihres lautlosen Antriebs und geringen Gewichts. Eine Sur-Ron Firefly Light Bee wiegt beispielsweise nur 47 Kilogramm ohne Akku.
Vorteile im Einsatz
Elektro-Motorräder sind vielseitig einsetzbar: Ohne Benzin und Öl gibt es keine Gefahr von Lecks. Sie lassen sich einfacher transportieren und sind sofort startklar. Die australische Armee testete die Sur-Ron sogar erfolgreich im Wasser, indem sie auf Luftkissen-Rucksäcken transportiert wurde.
Auch die geringe Wärmeentwicklung ist ein Vorteil. Zwar erzeugen Elektromotor und Akku Wärme, doch deutlich weniger als Motor, Antrieb und Auspuff eines Verbrenners.
Sur-Ron Firefly Light Bee
Die Sur-Ron Firefly Light Bee zählt zu den leichtesten Elektromotorrädern für militärische Zwecke. Ohne Akku wiegt das kompakte E-Dirtbike nur 47 Kilogramm. Es lässt sich mühelos transportieren, über Hindernisse heben oder aus unwegsamem Gelände bergen.
Australische Armee testet Sur-Ron Light Bee
Die Light Bee eignet sich besonders für Aufklärung, Patrouillen und kurze Verbindungsfahrten. Sie fährt nahezu lautlos, kommt ohne Kupplung und Schaltgetriebe aus und besitzt einen herausnehmbaren Akku. Die australische Armee testete das Modell sogar auf Schwimmfähigkeit (siehe Video).
Zero FX Military / Zero MMX

Zero Motorcycles bietet eine spezielle Military-Version an. Basis ist die FX. Neu sind der herausnehmbare Akku und die entfernte Heckbeleuchtung.
Die Zero MMX basiert auf der Zero FX und wurde speziell für militärische Einsätze entwickelt. Ihr lautloser Elektroantrieb, die sofortige Kraftentfaltung und der geringe Wartungsaufwand machen sie besonders praktisch. Ohne Kupplung, Getriebe, Kraftstofftank und Antriebsflüssigkeiten ist sie leicht zu transportieren und einfach zu warten.
Die Akkus lassen sich schnell wechseln, was die Zero MMX ideal für lautlose Patrouillen, Aufklärung und kurze Verbindungsfahrten macht. Je nach Bedarf kann sie mit speziellem Fahrwerk, Gepäckträgern oder anderer Missionsausrüstung ausgestattet werden.
Strix Electric Hard Enduro
Die Strix Electric Hard Enduro ist für maximale Leistung und schwieriges Gelände konzipiert. Ihr Elektromotor liefert bis zu 70 kW und ein Drehmoment von 1.050 Nm am Hinterrad. Mit 138 Kilogramm Gewicht erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 130 km/h. Die Akkukapazität beträgt 6,3 kWh.
Die Strix eignet sich für Aufklärung, schnelle Verlegungen und Einsätze in anspruchsvollem Gelände. Ihr Fokus liegt auf Geländegängigkeit und Performance, nicht auf minimalem Gewicht oder maximaler Reichweite.
USC Wolfstorm
Die USC Wolfstorm wurde in der Ukraine für militärische Anforderungen entwickelt. Sie dient unter anderem der Aufklärung, Patrouillen, Logistik, dem Transport von Drohnenteams und Kampfmittelräumern sowie Evakuierungen.
USC Wolfstorm Militär-Elektro-Enduro Ukraine
Auffällig ist ihr Kettenantrieb. Er ist zwar lauter und wartungsintensiver als ein Riemenantrieb, lässt sich jedoch mit einfachen Werkzeugen reparieren. Die Wolfstorm setzt auf Robustheit, Geländetauglichkeit und einfache Wartung im Einsatz.
GR1T Motorcycles
GR1T Motorcycles aus Berlin und Mailand entwickelt elektrische Motorräder für Stadt, Gelände und militärische Anwendungen. Die Plattform kombiniert geringes Gewicht mit leisem Antrieb und der Möglichkeit, zusätzliche Ausrüstung zu montieren.
GR1T Motorcycles G1S Street, G1X Scrambler und Raider
Die leistungsstärkere GR1T-Plattform bietet bis zu 27,8 kW, eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und eine Reichweite von 150 Kilometern. Zwei herausnehmbare Akkus erleichtern das Laden und den schnellen Wechsel.
MUL.E
Das MUL.E verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Es verfügt über Allradantrieb. Mehrere Elektromotoren verbessern die Traktion auf losem Untergrund, im Schlamm und an steilen Anstiegen.

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat das MUL.E codifiziert und für den Einsatz freigegeben.
Der Antrieb ermöglicht eine präzise Kraftverteilung und kommt ohne Kupplung und klassisches Getriebe aus. Damit eignet sich das MUL.E besonders für langsame Geländefahrten, Aufklärung und Patrouillen. Der Allradantrieb erhöht jedoch Gewicht, technische Komplexität und Energieverbrauch.
NorthForge Dispatch
Die NorthForge Dispatch aus Kanada ist eine 140-Kilo-Elektro-Enduro mit hoher Zuladung. Sie kann bis zu 200 Kilogramm transportieren und lässt sich mit einem Anhänger ausrüsten. Damit eignet sie sich nicht nur für Patrouillen, sondern auch für kleinere Logistikaufgaben.
Militär-Enduro mit Anhänger und 200 kg Zuladung
Transportiert werden können etwa Werkzeug, Wasser, medizinische Ausrüstung, Akkus oder Sensoren. Der leise Elektroantrieb ist besonders für kurze Versorgungs- und Transportwege geeignet. Mit steigender Zuladung sinken jedoch Reichweite und Geländetauglichkeit – mobile Lade- oder Wechselakkusysteme bleiben daher essenziell. Sie rollt mit 3 Akkus an, die extrem schnell auswechselbar sein sollen.
Nachteile von Elektro-Motorrädern im Militär
Trotz herausnehmbarer Akkus bleibt die Ladeinfrastruktur im Feld eine Herausforderung. Oft müssen Generatoren den Strom liefern. Faltbare Solarpaneele könnten eine Lösung sein, doch diese Technik ist noch Zukunftsmusik.












