Der Retro-Roller RT3E der chinesischen Marke Cyclone, einer höher positionierten Zweiradmarke innerhalb der chinesischen Zongshen Industrial Group, wurde bereits im Juni 2024 offiziell vorgestellt und bereichert seitdem den chinesischen Fahrzeugmarkt. Als Hersteller des preisgünstigen 250er-Retro-Rollers firmiert die Chongqing Zongshen Motorcycle Industry Manufacturing Company.
Cyclone-Importeur in Deutschland ist die Karcher AG
Die Marke Cyclone ist auf dem deutschen Markt noch neu, die Fahrzeuge werden vom süddeutschen Multimarken-Importeur Karcher in Birkenfeld bei Pforzheim importiert. Allerdings gibt es bisher ausschließlich drei verschiedene Leichtkrafträder im deutschen Modellprogramm. Andere Fahrzeuge aus dem umfangreichen Fahrzeug-Portfolio der breit aufgestellten chinesischen Marke wie verschiedene Roller und Touren-Motorräder wollte der Importeur für den deutschen Markt bisher nicht bestätigen.
Konventionelle Fahrwerks- und Antriebstechnik
Der Cyclone RT3E ist ein technisch einfach aufgebauter Mittelklasse-Retro-Scooter mit Stahlrohr-Rahmenkonstruktion und konventioneller Fahrwerks- und Antriebstechnik. Die lieblich gezeichnete Karosserie besteht vollständig aus Kunststoff und erinnert an den Peugeot Django Classic. Vor allem hinsichtlich der nach hinten abfallenden Heckpartie drängt sich der Vergleich mit dem hübschen Franzosen auf. Die Cyclone RT3E-Variante mit der schönen Zweifarblackierung verstärkt diesen Eindruck.
Retro-Roller: Vespa, Lambretta und Royal Alloy
Das 12-Zoll-Fahrwerk verspricht Handlichkeit
Der Cyclone RT3E ist fahrwerksseitig mit einer konventionellen Telegabel an der Front ausgestattet. Sie führt eine 12-Zoll-Felge, auf der ein Radialreifen im Format 120/70-12 montiert ist. Am Heck übernehmen zwei Stoßdämpfer die Federungsarbeit am ebenfalls 12 Zoll messenden Hinterrad, an dem die Reifendimension 130/70-12 zum Einsatz kommt. Beide Räder werden von Einzel-Scheibenbremsen verzögert, ein Zweikanal-ABS gehört standesgemäß zur Serienausstattung. Ein Setup, das in Tateinheit mit dem kompakten Radstand von 1.410 mm für lebendige Handlichkeit bürgt, die gut in den trubeligen Stadtverkehr passt.
Die Variomatik sorgt für sorgenfreien Antriebskomfort
Den Antrieb des Cyclone RT3E besorgt eine typische Automatik-Triebsatzschwinge mit stufenloser Variomatik, die in Verbindung mit einer Fliehkraftkupplung für unkomplizierten Vortrieb sorgt. Der flüssigkeitsgekühlte Vierventil-Einzylindermotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen gibt sich modern, das kurzhubige Bohrung-Hub-Verhältnis von 73 x 59 mm lässt adäquate Spritzigkeit vermuten.
ARIIC 318GT-S (2026)
Moderner Motor mit unbekannten Trinksitten
Der Hubraum ist mit 250 cm3 angegeben, die maximale Leistung steht mit 24,5 PS (18 kW) bei 7.500/min im Datenblatt, und das maximale Drehmoment schlägt mit 24,5 Nm bei 6.500/min zu Buche. Solide Werte eines modernen dohc-Antriebs. Leider schweigt sich der Hersteller zum Benzinverbrauch aus, sodass wir nur spekulieren können: In Verbindung mit dem üppigen 13-Liter-Tank sollten 350 Kilometer problemlos möglich sein.
Alltagstaugliche Ausstattung
Die Serienausstattung umfasst moderne LED-Lichttechnik rundum, ein Keyless-System für schlüsselloses Starten, ein großzügiges LC-Display im Cockpit ohne Connectivity-Funktionen, "stylish" hinterleuchtete Schaltereinheiten am Lenker und ein langes Helmfach, in das wegen der fehlenden Tiefe aber allenfalls kleine Jethelme passen.
Der Cyclone RT3E gibt sich zugänglich
Damit summiert sich das fahrbereite Gewicht des Cyclone RT3E auf moderate 162 Kilogramm. Die geringe Sitzhöhe von 750 mm sorgt für stressfreie Zugänglichkeit und einfaches Aufsitzen, auch kleine Fahrer sollten sich auf der großzügig geschnittenen Sitzbank wohlfühlen. Der unter dem geräumigen Trittbrett liegende Tank sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und erleichtert damit den Umgang mit dem Retro-Roller zusätzlich.
Cyclone RT5 (2026)
Keine Elektronik-Gimmicks, dafür ein Hammer-Preis
Alles in allem kann man die Ausstattung des Cyclone RT3E als durchschnittlich bezeichnen, denn heutzutage buhlen chinesische Hersteller gerne mit serienmäßigen Elektronik-Gimmicks wie Connectivity-fähigen TFT-Displays und Traktionskontrolle um die Käufergunst. Der Touren-Roller Cyclone RT5 zum Beispiel, der mit der baugleichen Motorisierung angeboten wird, hat deutlich mehr zu bieten.
Umgerechnet circa 2.200 Euro kostet der Cyclone RT3E in China
Doch jetzt kommt’s: Der Mittelklasse-250er kostet auf dem Heimatmarkt nur 16.988 Yuan, was circa 2.200 Euro entspricht. Für diesen Dumping-Preis könnte er mit Frachtkosten und sonstigen Nebenaufwendungen in Europa niemals angeboten werden, doch der Preisabstand zur Konkurrentin Vespa GTS 310 wäre wohl trotzdem sehr groß.












