Mehr Leistung, mehr Punch: Lambretta J125 mit neuem Motor

Neue Lambretta J125 für 2027
Die Einstiegs-Lambretta 2.0

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.10.2026
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Die neue Lambretta J125 kommt zur rechten Zeit. Ihre Vorgängerin V-Special 125 ist mit ihrer technischen Ausstattung ohne jeglichen Elektronik-Schnickschnack, dem einfachen Fahrwerk ohne ABS und Traktionskontrolle einfach nicht mehr up to date. Kräftig im Preis reduziert versuchte sie bis zuletzt, Retroroller-Fans zum Wechsel von Vespa zu Lambretta zu überzeugen. Die Markenschwester X125 hingegen ist schick und modern, aber mit aktuell 4.799 Euro inkl. Nebenkosten auch deutlich teurer. Mit 174 Kilogramm wiegt sie zudem rekordverdächtig schwer für eine 125er, weil es die identische Karosserie auch mit einem 300er-Motor gibt.

Die Wachablösung für die V-Special 125 steht an

Nun wird die erste echte Lambretta der Neuzeit – die V-Special 125 – voraussichtlich von der deutlich moderneren Lambretta J125 abgelöst. Der deutsche Importeur – die MOTEO Deutschland GmbH – wollte sich dazu zwar noch nicht äußern und solange die V-Special die Abgasnorm Euro 5+ erfüllt, ist ihr Verbleib im Modellprogramm auch kein Problem. Trotzdem hat die luftgekühlte Leichtkraft-Lambretta wohl das Ende ihres Lebenszyklus vor Augen.

In allen Bereichen veredelt und verbessert

Bei der neuen Lambretta J125 blieb im Vergleich mit der Vorgängerin kaum ein Stein auf dem anderen. Zwar greift der Hersteller beim Rahmen auf die markentypische Monocoque-Struktur bestehend aus einem Stahlrohrrahmen mit angeschweißten Blechen zurück, ansonsten wurde fahrwerkstechnisch aber sehr viel verändert. Federte die V-Special vorn mit einer preisgünstigen konventionellen Telegabel, kommt bei der J125 die gezogene Zweiarm-Kurzschwinge zum Einsatz, die von den großen Modellen der G-Special- und X-Modellreihen bereits bekannt ist.

Lambretta V-Special 125 Flex

Fahrwerk komplett verändert

Im Heck verbaut Lambretta statt nur einem Stoßdämpfer jetzt zwei Federbeine zur Abstützung der Triebsatzschwinge, bei denen die Federvorspannung einstellbar ist. Vorn wie hinten sind die 12-Zoll-Räder mit ihren vielspeichigen Alu-Gussfelgen mit einem Zweikanal-ABS ausgestattet, die Bereifung blieb mit 110/70-12 vorn und 120/70-12 hinten unverändert.

Höhere Leistung dank Wasserkühlung

Gravierend ändert Lambretta den Motor: Neu ist der moderne flüssigkeitsgekühlte Vierventil-Einzylindermotor, der mit seinem direkt an der Automatik-Triebsatzschwinge integrierten Wasserkühler kompakt baut, was momentan State of the Art ist. Er stellt eine maximale Leistung von 9,6 kW (13,1 PS) bei 9.000/min und ein maximales Drehmoment von 11,8 Nm bei 7.000/min zur Verfügung. Mit diesen Werten stellt die Lambretta J125 sowohl ihre Vorgängerin (11,4 PS, 9,2 Nm) als auch die luftgekühlten Vespas Primavera und Sprint 125 (11,0 PS, 10,7 Nm) in den Schatten. Trotzdem bleibt noch Luft nach oben, denn die Führerscheinklasse A1 erlaubt maximal 11 kW/15 PS.

Die Höchstgeschwindigkeit wird vom Importeur mit ordentlichen 99 km/h angegeben. Mit einem angegebenen Verbrauch von günstigen 2,5 Liter/100 km sind in Verbindung mit dem 9-Liter-Tank enorme 360 Kilometer theoretische Reichweite möglich.

Ausstattung auf Augenhöhe mit der Premium-Konkurrenz

Ausstattungsseitig ist die Lambretta definitiv in der Gegenwart angekommen. Mit einem ansehnlichen Multifunktions-TFT-Display, das neben einer ganzen Menge an Infos auch mit dem Smartphone gekoppelt werden kann, darf der Connectivity-Spieltrieb befriedigt werden.

Einfaches Entriegeln, Starten, Öffnen des Sitzes oder Auffinden des Fahrzeugs sind die komfortablen Funktionen des Smart-Key-Systems. Im kleinen, aber feinen Handschuhfach wohnen zwei USB-Buchsen zum Laden des Smartphones. Typ A und C stehen zur Verfügung und warten auf leere Handy-Akkus.

Sieben Premium-Retroroller mit 125 Kubik

Kantige Strenge: das Lambretta-Design

Ins Helmfach unter der langen und wenig gestuften Sitzbank soll ein Jethelm passen. Platz dafür schafft der unter dem Trittbrett liegende Tank, den Schwerpunkt senkt er zusätzlich. Die Lambretta J125 gönnt sich Voll-LED-Beleuchtung und deutet an der Vorderseite ihres Beinschild bereits an, dass sie sich keinesfalls ihres Namens schämt: Lambretta-Logos, wohin das Auge blickt.

Das Retro-Design greift ein optisches Merkmal aller Lambretta gekonnt auf: mehr strenge Kantigkeit als bei den Konkurrentinnen von Vespa mit ihren eher lieblichen Rundungen. Das fahrfertige Leergewicht von 139 Kilogramm zeugt von solider Bauweise und hält sich im üblichen Rahmen für kompakte Roller mit Stahlblech-Karosserie. Leider bewegt sich die Zuladung ebenfalls im üblichen Rahmen: 150 Kilogramm sind nicht besonders viel und schränken den Soziusbetrieb etwas ein.

Entspannte Sitzposition, auch für Große

Das Design der Lambretta J125 ist von vorn bis hinten stimmig und liebevoll umgesetzt. Einzig die recht klobigen Schaltereinheiten am Lenker fallen etwas aus dem ästhetischen Rahmen. Mit einer Sitzhöhe von 790 mm und ordentlich Platz im Fußraum sollte sie ergonomisch auch größeren Fahrern eine variable Sitzposition anbieten können. Ein gänzlich flaches Trittbrett hat sie nicht, der Mitteltunnel stabilisiert die Grundstruktur des Rollers. Das ist bei Retro-Rollern, die auf Stahlblech-Konstruktionen setzen, technische Notwendigkeit.

4.199 Euro inkl. Nebenkosten

Bei all den Ausstattungsfeatures, der individuell-authentischen Retro-Optik und der ansehnlichen Verarbeitung mit Premium-Anspruch erscheint der Preis von 4.199 Euro inklusive Nebenkosten gerechtfertigt. Dass mit Schwarz, Silber, Rot, Weiß und Gelb fünf verschiedene Farbvarianten zur Wahl stehen, macht einfach nur Spaß. Stilsicher und passend sind sie alle, den größten Chromanteil hat die gelbe Farbkombination.

Fazit