44.000 Euro, um die 220 PS und Zweiarmschwinge: Ducati testet die neuen Panigale V4 R

Neue Ducati Panigale V4 R für 2026
Endlich mit Zweiarmschwinge auf die Rennstrecke

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.08.2025
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Ducati schmiedet das heißeste Eisen für kommendes Jahr immer noch aus. Die neue Panigale V4 R kommt erst 2026. Der Grund: Ducati bringt ihr Superbike für die WSBK mit dem Zusatz "R" immer erst ein Jahr nach Einführung einer überarbeiteten Panigale. In diesem Fall die Panigale V4 mit dem epochalen Upgrade auf die Zweiarmschwinge. Ein lange laut ausgesprochener Wunsch der Rennsport-Abteilung im Hause, der sich aktuell auf Testfahrten erfüllt.

Ducati V4 R kommt immer als Letztes

Nur warum so spät: Ducati will in den nationalen wie internationalen Top-Rennserien erst mit einem ausgereiften Konzept antreten, ohne viel Entwicklungsarbeit im reinen Racing-Einsatz zu betreiben: Die Ergebnisse sollen ab Rennen eins stimmen. Bisher ging diese Taktik bestens auf: Während andere Hersteller erst im Laufe der Saison ihr Renngerät in die Perfektion abstimmen und entwickeln konnten, fuhr Ducati direkt um den Sieg.

Ducati V4 R wie Racing

Zur Erinnerung: Die Panigale V4 R ist Ducatis absolute Speerspitze im Serienmotorradbau und dient nur dem Zweck, in der Superbike-WM sowie in höchsten nationalen Rennklassen wie der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) oder Britischen Superbike-Meisterschaft (BSB) Pokale einzuheimsen.

Mit einem markanten Unterschied zur Panigale V4 S. In der R geht nur ein 998 Kubik großer V4-Motor an den Start. Während die Standard-Panigale aus ein 1.103 Kubik Kraft schöpfen. Warum? In den Regularien der WSBK sind nur Motoren mit einer Hubraumgrenze von 1.000 Kubik zugelassen.

Doch keine Sorge am Stammtisch und in der Boxengasse: Der V4 R-Motor ist ein reiner Racing-Motor, der auf einen deftigen Punch im mittleren Drehzahlbereich verzichten kann. Doch durch weniger rotierende Massen zieht der Rennmotor wesentlich geschmeidiger sowie schneller durchs Drehzahlband, entfesselt abartige Kraft in höchsten Drehzahlregionen und dreht – Achtung – über 16.000 Touren. Mit dem berühmten Renn-Öl, Mapping und Auspuff waren zuletzt 240 PS im Rennen für jedermann möglich. Im Serientrimm leistete die V4 R 218 PS.

Die 2026er-V4 R auf Testfahrt

Ende August 2025 zeigte Ducati die frische 2026er-Version der Panigale V4 R zum ersten Mal in den Reigen des offiziellen WSBK-Tests in Aragon. Die beiden Werkspiloten Alvaro Bautista und Nicolo Bulega preschten einerseits mit ihren momentanen Werksmaschinen beim zweitägigen Test in Aragon Rundenzeiten in Asphalt, andererseits drehten die beiden ihre ersten Runden mit dem kommenden Werksgerät für das Jahr 2026.

Zwar sind noch keine technischen Daten über das Modell bekannt, doch einiges lässt aufhorchen. Offensichtlichste Neuerung neben der an die 2025er-Panigale angepassten Optik: Die Abkehr von Einarmschwinge zu konventioneller Zweiarmschwinge wie beim momentanen Serienmodell. Fans der Marke dürfen da etwas erzürnt sein, doch die konventionelle Schwinge ist schon seit sehr langer Zeit im Rennsport einfach die bessere Wahl.

Selbst wenn die Ducati Panigale V4 R in den vergangenen Jahren das wohl performanteste Paket in der Superbike-WM war, klagten die Piloten über zu viel Bewegung am Hinterrad sowie nervöses Wackeln aufgrund zu wenig Stabilität am Heck. Die konventionelle Zweiarmschwinge soll diese Probleme beseitigen, was schon bei den ersten Tests deutlich wurde.

Ach: Und mehr Leistung dürfte der überarbeitete V4 ebenfalls haben.

Ducati V4 R 2026 Aragon Test
WSBK

Arg schnell – schon ab Runde eins

Schon in den ersten Sessions mit der neuen Panigale V4 R konnten Nicolo Bulega und Alvaro Bautista top Rundenzeiten in den spanischen Asphalt von Aragon brennen. Bulega schaffte an Tag 1 eine Zeit von 1:49,945 und konnte sich an Tag zwei auf eine 1:49,753 steigern. Teamkollege Alvaro Bautista war noch ein wenig schneller unterwegs und fuhr zunächst eine 1:49,661. Am Folgetag umrundete er Aragon mit einer 1:49,549.

Zum Vergleich: Beim WSBK-Lauf in Aragon 2024 setzte Bulega in der Superpole die schnellste Zeit des Tages mit einer 1:47:840. Zwar trennen die neue Panigale V4 R im Superbike-Spec und Vorgänger also aktuell noch gut 1,8 Sekunden. Im Rennsport natürlich Welten, doch zeigen die Rundenzeiten deutlich das grundsätzliche Potenzial von Ducatis Wunderwaffe. Mit mehr Runden auf dem Buckel, einer piekfeinen Abstimmung auf eine schnelle Runde sowie wenig Sprit im Tank sieht die Welt anders aus.

Ducati V4 R 2026 Aragon Test
WSBK

Neue Ducati V4 R auf der EICMA

Offiziell möchte Ducati die 2026er-Panigale V4 R auf der diesjährigen EICMA der Welt vorstellen. Ab dann wird es auch technische Daten geben. Ob Ducati jedoch vorher schon einen Wildcard-Einsatz mit dem neuen Modell in einer der noch folgenden drei Superbike-WM-Termine (Magny Cours, Aragon, Estoril) durchführt, ist dabei nicht klar. Klar ist hingegen: Der Preis wird sich für die 2026er Panigale V4 R im Vergleich zum Vorgängermodell um keinen Cent ändern und bei 44.000 Euro liegen. Das erlaubte Maximum für die Homologation in der WSBK.