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Benelli Supersport 550: Neuer Twin für neuen Sportler

Benelli Supersport 550 Neuer Twin für die sportliche Mittelklasse

Benelli-Mutter QJ-Motor hat eine neuen Supersport-Maschine in der Mache. Technische Basis könnte die Benelli Leoncino sein und so ist eine Sport-Benelli nicht fern.

Immer wenn es in der Morgenkonferenz in Richtung Slapstick ausartet, haut der Chef leicht schwäbelnd die Bremse rein: "Jetzt ist aber auch mal gut." Was das mit Benelli oder Konzernmutter QJ Motors und möglichen neuen Motoren zu tun hat? Unterstellt der Chronist gar Slapstick? Mitnichten. Trotzdem, jetzt ist aber auch mal gut: Immer wenn in China bei QJ ein Sack Reis umfällt oder irgendein neues Modell aus den Hallen rollt, hisst die westliche Motorradwelt die Löwenflagge von Benelli und beschwört das ultimative Comeback in allen Klassen und Hubraumgrößen aus den Untiefen des Verstandes hervor. Hier fünf Gründe warum das gezeigte Motorrad keinenfalls eine neue Sportlerin von Benelli wird.

1. 550 Kubik braucht kein Mensch

Basis des Gerüchts ist eine neu homologiertes Modell von QJ Motor, das der Benelli Leoncino 500 in weiten Teilen sehr ähnelt. Und in der Homologation werden 550 Kubik aus zwei Zylindern, knapp 52 PS und 197 Kilogramm Gewicht angegeben. Die aktuelle Leoncino liegt mit ihre 47,6 PS genau in der A2-Klasse, der 550er Motor müsste entweder in Serie schon 48 PS haben oder zusätzlich gedrosselt werden, um in die europäische A2-Klasse zu passen. Sollte so eine Sportlerin kommen, träte die gegen eine KTM RC 390 oder eine Yamaha R3 an. Beide zwar einige PS schwächer, dafür aber auch gut 30 Kilo leichter. Zudem bieten beide ein dichtes Händlernetz und eine Motorsport-Geschichte, die nicht über 30 Jahre zurück liegt. Und die Yamaha ist sogar noch Teil einer großen Sportler-Familie.

2. Benelli braucht keinen Sportler

Hätte QJ Motor als Mutter von Benelli das Interesse einen Supersportler mit dem Löwenkopf nach Europa zu bringen, hätten sie es längst getan. In China gibt es die QJ600GS-3B seit Jahren. 600er-Vierling, 81PS, drehzahllastig, bekannt aus der inzwischen nicht mehr erhältlichen Benelli BN600i. Achtung Spoiler: Und mit Blick auf die Schwinge mit exzentrischem Federbein sind die Ähnlichkeiten frappierend. Also ist das gezeigte Krad eher ein Nachfolgerin für ein bestehendes QJ-Modell, als eine nagelneue Benelli für Europa.

3. Großer Twin passt besser

Will man es genau wissen, dann offenbart die Benelli-Seite einen Motor, der für ein sportliches Mittelklasse-Modell à la RS 660 oder Yamaha R7 deutlich besser passt: Der Twin mit 752 Kubik und gut 76 PS aus der 752 S wäre geeignet. Zwar wiegt das Nakedbike stramme 226 Kilogramm, würde in Sachen Hubraum und Druck mit den Wettbewerbern aber gleichziehen und könnte leicht verkleinert auch noch Gewicht sparen.

4. 350er Sportler kam auch nie

Vor kurzem war auf MOTORRAD Online auch etwas von einem 350er-Sportler aus dem Hause QJ Motor zu lesen und die Idee einer kleinen Benelli brandte lichterloh im Kopf. Weitere Indizien gab es nicht, siehe Grund 1: Platzhirsche mit enormen Vorteilen.

5. Benelli hat schon einen neuen Supersportler

Der wohl trefflichste Grund, warum das gezeigte Krad keine neue, kleine Supersportlerin wird, ist: Benelli hat gerade erst einen neuen Supersportler in China vorgestellt und dem den historischen Namen Tornado gegeben.

Fazit

Plumps. Und schon wieder ist ein Sack Reis bei QJ Motor umgefallen und natürlich muss dann jedes neue Modell eine Benelli für Europas sein. Nein, muss es nicht. Die genannten fünf Gründe sind zwar spekulativ, werden aber zumindest vom aktuellen Portfolio von QJ und Benelli untermauert.

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