Überblick Gepäcklösungen für Adventure Bikes: Alu-Koffer, Soft-Panniers und Satteltaschen

Alu-Koffer, Soft-Gepäck, Satteltaschen Co.
Überblick Gepäcklösungen für Adventure Bikes

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.05.2026
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Ob Alu-Koffer, Soft-Panniers oder Satteltaschen: Wer on- und offroad reist, braucht Gepäck, das zum Motorrad, zur Route und zum eigenen Reisestil passt. Dieser Überblick zeigt die Stärken und Schwächen der drei Systeme, aktuelle Produkte und hilft bei der schnellen Orientierung – von maximalem Komfort bis zur besten Geländetauglichkeit.

Alu-Koffer

Pro und Kontra:

 viel Stauraum
 guter Diebstahlschutz
 robust
 vielseitig einsetzbar
 Passform und Sitz ideal
 teuer
 hohes Eigengewicht
 Verletzungsgefahr im Gelände

Michael Schröder, Ex-MOTORRAD-Redakteur und Fernreise-Fan:"Nach Zigtausend Pistenkilometern und einigen teils monatelangen Fernreisen werde ich auch in Zukunft auf Alu-Koffer setzen. Weil diese, so meine persönliche Erfahrung, sich wesentlich systematischer beladen lassen und ich Teile meiner Fotoausrüstung, beispielsweise eine Drohne, ein Teleobjektiv oder auch ein Laptop, in festen Koffern für besser geschützt halte. Punkt zwei: Ich habe keine Lust, mit verstaubten oder nassen Seiten- oder Satteltaschen ein Hotelzimmer zu beziehen, da sind mir die sauberen Innentaschen der Alu-Boxen wesentlich sympathischer. Mit Punkt drei kommen wir jetzt zum möglicherweise wichtigsten Argument für Alu-Koffer, wenn man auf der Panamericana oder der Seidenstraße unterwegs ist: Wohin sonst mit den Klebe-Flaggen der bereisten Länder?"

Hepco & Becker Xplorer

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Hepco & Becker war in den 90er-Jahren einer der ersten Anbieter industriell hergestellter Alu-Motorradkoffer. Neben den modernen Xplorer-Koffern (30 oder 40 Liter, ab 407 Euro) ist nach wie vor der klassische "Alu Standard"-Koffer mit 35 Litern im Programm(479 Euro). Nicht aus Alu, aber trotzdem erwähnenswert sind die robusten Gobi-Kunstoff-Koffer mit integriertem 3,5-Liter-Wassertank.

SW-Motech TRAX ADV

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Der Sieger des letzten MOTORRAD-Koffersystem-Vergleichstests ist wahlweise mit 37 oder 45 Liter für 400 Euro pro Koffer erhältlich. Das Modell bietet praktische Tragegriffe, Verzurrösen und viel Zubehör. Eine Membran soll das Öffnen auch bei starken Temperaturschwankungen leicht machen. Neben den hauseigenen Trägern gibt es auch Adapterkits.

Touratech Zega Evo

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Der 1993 entwickelte Zega-Koffer wird mittlerweile in der dritten Generation angeboten. Ein Highlight des Zega Evo ist der neue Befestigungsmechanismus. Wie zuvor gibt’s viel Zubehör, Zurrösen und Kunststoffecken als Kantenschutz. Einzelkoffer kosten in jeder Größe (31, 38 oder 45 Liter) 499,90 Euro. Freunde der alten Zegas sollten sich das puristische Modell Mundo (309,90 Euro) anschauen. Auch als Set erhältlich.

Wunderlich Extreme

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Die Leichtmetall-Koffer vom BMW-Zubehörspezialisten lehnen sich ans Design der früheren BMW-Alu-Koffer an, sind aber auch für andere Hersteller erhältlich, inklusive "Cut-out"-Variante. Wie üblich gibt es am Deckel praktische Ösen, staubgeschützte Schließzylinder und Kunststoffecken. Als 33- und 38-Liter-Set oder als 40- und 45-Liter-Kombi erhältlich, als Paar ab 1.099 Euro.

Soft-Panniers – "Weich-Satteltaschen"

Pro und Kontra:

 viel Stauraum
 schonend im Sturzfall
 schnell abnehmbar
 vielseitig einsetzbar
 sitzt wackelfrei
 in Summe teils teuer
 kaum Diebstahlschutz

Ferdinand Heinrich-Steige, Reise-Redakteur und Endurowanderer:"Unser Reise-Kollege Dirk Schäfer sagte über das Adventure-Riding mal: "Wir fahren auf Ankommen." So sehe ich das auch. Möglichst schnell und steil durchs Gelände? Ist nix für mich, auch deshalb halte ich Seitentaschen bei Motorradreisen mit Offroad-Etappen für den besten Kompromiss. Statt auf jedes Kilo zu schauen, freue ich mich über angemessenen Stauraum, nachgebendes und trotzdem gut sitzendes Gepäck, das mit zwei Handgriffen abgenommen ist. Der dafür nötige Kofferträger hat für mich nur Vorteile: Er ist Sturzbügel, Verzurrmöglichkeit, Haltegriff und Abstandshalter zu Endtopf und Hinterrad in einem. Und selbst wenn ich neben schmutziger Wäsche auch Werkzeug und Zeltausrüstung unbeaufsichtigt an Bord lasse, sehe ich das leidige Thema "Diebstahlschutz" mittlerweile recht entspannt."

Hepco & Becker Ceros

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Für 2026 neu und gezielt für den Offroad-Einsatz entwickelt. Die je 20 Liter fassenden Ceros-Taschen setzen auf einen bewährten Rollverschluss. Dazu gibt’s ein praktisches Kompressionsventil, eine verstärkte Rückwand und das bewährte"MOLLE"-Schlaufensystem, um weiteres Zubehör anbringen zu können. Passend für Hepcos besonders leichten C-Bow-Träger, 395 Euro (Set).

Mosko Moto Backcountry

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Mittlerweile als Version 2.5 auf dem Markt gehören die Backcountry-Panniers zu den teuersten und schwersten, aber auch vielseitigsten Taschen, die zudem für viele Kofferträger passen. Zur Wahl stehen 30 und 21 Liter fassende Haupttaschen, die vorn und hinten mit kleineren Zusatztaschen ergänzt werden. Mit nur einem Handgriff kann die Tasche vom Träger entnommen werden. Ab ca. 860 Euro pro Taschenpaar.

SW-Motech SysBag WP L

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Wird noch in zwei kleineren Varianten angeboten, die größte Version schluckt bis zu 40 Liter, lässt sich aber auch kompakter verzurren. Befestigt werden die leichten Taschen durch Verschlaufen an Kofferträgern, für den hauseigenen Träger gibt’s eine praktische Adapterplatte. Weitere Features sind kleine Zusatzfächer, eine Innentasche und frei positionierbare Trenner, ab 220 Euro (pro Tasche).

Touratech Seitentasche Extreme Edition

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Touratech hat noch andere Seitentaschen im Angebot. Die mit 30 oder 40 Litern lieferbare "Extreme"-Variante ist die teuerste und soll aufgrund des verschweißten und abriebfesten Materials unverwüstlich sein. Dank robuster (und am Träger abschließbarer, siehe auch Bild oben links) Halteplatte sind sie schnell abgenommen. Passend für Touratechs (und andere) 18-Millimeter-Rundrohrträger. Einzeln ab 399,90 oder 799,80 Euro (Set).

Satteltaschen

Pro und Kontra:

 größte Bewegungsfreiheit
 schonend im Sturzfall
 sehr geringes Eigengewicht
 oft vergleichsweise günstig
 meist wenig Stauraum
 nicht immer ideale Passform
 umständliches Packen
 kaum Diebstahlschutz

Thorsten Dentges, Ressortleiter Reise und Adventure-Rider:"Guter Minimalismus fängt mit wohldurchdachtem Packen an. Ich nehme nur das Allernötigste mit, achte auf jedes Gramm und jeden Kubikzentimeter. Am Ende ist der Ballast, der die Offroad-Freuden beeinträchtigen könnte, erfreulich gering. Die wenigen Kilos, die dann bombenfest verzurrt und schwerpunktgünstig an der Maschine hängen, stören mich beim fetzigen Ritt über Stock und Stein überhaupt nicht. Selbst bei kleineren Sprüngen und in sehr technischen Passagen im Gelände verringert das Gepäck kaum die Fahrdynamik. Das finde ich speziell bei anspruchsvollen Etappentouren, etwa über den Trans Euro Trail oder andere längere Offroad-Routen, enorm wichtig. Schon klar, als Reisender möchte ich in freier Wildbahn keine Wildsau sein, die Skills eines Rallye-Rasers fehlen mir sowieso. Dennoch: Ich will maximalen Fahrspaß auf Tour – und das funktioniert für mich nur mit minimalem Gepäck."

Enduristan Blizzard 2

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Nach rund zehn Jahren gibt es die charakteristisch geformten (und dadurch viel Bewegungsfreiheit spendenden) Blizzards in einer Neuauflage. Mit Gesamtvolumina von 15, 25 und 35 Litern deckt Enduristan kleine und große Motorräder ab. Unter den neuen Features sticht das patentierte CRR-System hervor, das die Gurte bei Stürzen löst und damit Schäden an den Taschen minimieren soll. Preise von 340 bis 420 Euro (Set).

Kriega Overlander-System

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Mit Taschengrößen von 6 bis 38 Liter Volumen, viel Zubehör, drei Befestigungsoptionen (per Riemen, einer am Motorrad verzurrten "OS-Base" oder mithilfe einer Halteplatte an Kofferträgern) ist Kriegas Overlander-System das wohl universellste Gepäcksystem. Eine noch größere Tasche soll bald erhältlich sein. Preise von 115 bis 349 Euro je Tasche.

Mosko Moto Alpine 60

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Das neue Alpine-System mit 60 Liter Gesamtvolumen ist eine günstigere, deutlich schlankere und leichtere Alternative zum bisherigen Reckless-System, das es mit 10, 40 oder 80 Litern gibt. Damit soll es ideal für sportlichere und eher minimalistisch packende Geländefahrer sein. Auch beim Alpine-System kombiniert Mosko Moto zwei 22,5-Liter-Packsäcke und eine kleine Tasche mit einer Kunststoff-Basisplatte. Trotzdem soll alles zusammen nur 3,7 Kilo wiegen. Preis: 654,50 Euro.

Touratech Discovery2

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Auch Touratechs Holster-System ist mittlerweile in der zweiten Generation verfügbar. Nach wie vor kommen zwei schnell entnehmbare Packsäcke (je 25 Liter) zum Einsatz. Oben und am Trägersystem bietet das 3,2 Kilo leichte Discovery2 noch Platz für weiteres Gepäck, und mit 429,90 Euro kostet das universell passende Set nur einen Bruchteil der hauseigenen Alu-Koffersets.

Fazit