Reportage Elektromobilität Energica Esse-Esse Ribelle
Fahrbericht Energica Ribelle RS EMCE 2021
Fahrbericht Energica Ribelle RS EMCE 2021
Cockpit Energica Ego 12 Bilder

Vergleich der Energica Eva Ribelle, Zero SR/F und Livewire One

Energica Eva Ribelle, Zero SR/F und Livewire One Vergleich der E-xtraklasse auf zwei Rädern

Energica, Zero und LiveWire. Mehr kann ein Elektromotorrad derzeit nicht werden. MOTORRAD vergleicht die drei Konzepte.

Freunde des Ungewöhnlichen und Einzigartigen auf zwei Rädern sollten genau lesen, denn bei diesen drei Naked Bikes wird E-xklusivität großgeschrieben. MOTORRAD vergleicht die nackten Zahlen der drei Elektroboliden Energica Eva Ribelle, Zero SR/F und LiveWire One. Spoiler: Unter 23.000 Euro geht offiziell nichts und über 40.000 Euro sind mit ein paar Klicks kein Problem.

Die Motoren

Die Motorräder werden von Elektromotoren angetrieben, die als Mittelmotor im Rahmen sitzen. Alle drei setzen auf permanent erregte, bürstenlose Motoren. Die größten Unterschiede liegen in der Einbaulage. Hier sticht die LiveWire heraus: Ihr Motor ist längs eingebaut und überträgt per Winkelgetriebe mit einer Untersetzung seine Kraft auf den Zahnriemen. Die Motoren der Energica und Zero sind quer eingebaut und nahe am Schwingenlager platziert. Sie geben ihre Kraft jeweils per Kette und Zahnriemen an das Hinterrad. Allen gemein sind absurd wirkenden Drehmomentwerte: 215 Nm bei der Energica, 190 Nm bei der Zero und 115 Nm bei der LiveWire. Zum Vergleich: Für die Kraft der LiveWire braucht es schon einen Verbrenner mit knapp über einem Liter Hubraum. Ähnlich heftig sind die Werte in Sachen Spitzenleistungen. Wieder führt die Energica das Feld an: 171 PS Spitzenleistung und 149 PS Dauerleistung bietet die Eva Ribelle. Mit 110 PS in der Spitzen- und 54 PS Dauerleistung hält die Zero sich etwas zurück. Die LiveWire One ist mit 100 PS auf dem Papier die Schwächste. Um die Leistung der Eva und SR/F in Relation zu konventionellen Motorrädern zu setzen: Derartig kräftige Verbrenner-Motoren gibt es legal nicht.

Interessante Auslegung der Antriebe

Interessantes offenbart der Blick auf die maximalen Drehzahlen der Motoren von Energica und Zero. Der aktuelle EMCE-Motor der Eva Ribelle dreht bis zu 12.000 Touren, der ZF 75-10 Motor der SR/F hat eine Höchstdrehzahl von 7.500 /min. Livewire gibt leider keine Drehzahlen an. Jedoch wie das komplette System gekühlt ist. Wie der Motor der Eva hat die One eine Flüssigkeitskühlung. Die Zero verlässt sich auf eine Kühlung per Luft.

Akku-Philosophie

Schon die Motoren der drei Premium-Stromer zeigen große Unterschiede in der Philosophie hinter den Motorrädern. Unterstrichen wird das von vom Aufbau der wichtigen Energiespeicher. Von Energica und LiveWire liegen einige Daten vor, Zero macht keine direkten Angaben über den Aufbau der Akkus. Interessant: LiveWire, und wohl auch Zero setzen, auf prismatische Zellen, also quaderförmige Module, die zusammen die Batterie ergeben. Energica geht hier einen eigenen Weg und baut die Akkus selbst aus einzelnen Pouchzellen zusammen. Also aus dünnen, tütenartigen Zellen, die in ähnlicher Bauart in modernen Smartphones oder Laptops zum Einsatz kommen.

Das Ding mit der Reichweite

Direkt die Reichweite der drei E-Boliden zu vergleichen wäre unfair, die teils großen Unterschiede der Motorleistungen verzerren das Bild enorm. Jedoch sind die Brutto-Kapazitäten der Batterien einfach nebeneinander zu stellen. Erneut protzt die Eva Ribelle mit den größten Zahlen: 21,5 kWh kann ihre Batterie maximal speichern. Die Zero kommt ab Werk mit 15,6 kWh und kann optional per Hardware und Software auf bis zu 21 kWh erweitert werden. Die Livewire bietet einen 15,4 kWh-Speicher. Wichtig in Sachen Batterie: Wie schnell kann geladen werden? Hier trumpfen sowohl Energica als auch LiveWire auf, die ab Werk schon per Gleichstrom und sogar an Teslas Superchargern geladen werden können. Eva Ribelle und die LiveWire können per Schnellladen in gut einer Stunde vollgeladen werden. Am Wechselstrom variieren die Ladenzeiten zwischen drei (Eva) und elf Stunden (Livewire). Die Zero SR/F braucht mit dem Standard-Ladegerät knapp über 2,7 Stunden am Netz und maximal aufgerüstet knapp 1,5 Stunden für eine volle Ladung.

Was verbrauchen E-Motorräder?

Den Verbrauch von E-Motorrädern in Liter/100 Kilometer darzustellen, ist nicht möglich. Im Falle von Stromern kann der Verbrauch von Kilowattstunden pro 100 Kilometer als Indikator für die Effizienz des Antriebs dienen. Im Falle der Eva Ribelle, Zero SR/F und der Livewire One nehmen wir als Beispiel die Herstellerangaben der Autobahn-Kilometer und der Netto-Kapazität der Batterien. Energica gibt 198 Kilometer Autobahn Reichweite an und eine Netto-Kapazität von 18,9 kWh. Ergibt: 10,47 kWh/100 km. Zero: 135 Kilometer Reichweite und 13,7 Netto ergibt 9,75 kWh/100 km. Und die LiveWire One bietet 112 Kilometer bei 14 kWh, was einen Verbrauch von 8 kWh/100 Km ergibt.

Strom ist schwer

Die offene Flanke aller Elektrofahrzeuge ist unabhängig der Räderzahl das Gewicht. Und diese drei Luxus-Lader von Energica, Zero und Livewire sind hier keine Ausnahme. Die Eva Ribelle mit der höchsten Leistung wiegt 260 Kilogramm, die Zero SR/F bringt 227 Kilo auf die Waage. Und die LiveWire kann ihre Harley-Gene nicht verbergen, – sie wiegt mit 263 Kilogramm am meisten. Zum Vergleich: 260 Kilogramm wiegen heute vollausgestattete Reiseenduros wie eine BMW R 1250 GS Adventure und Konsorten.

Die SR/F fühlt sich stabil und unaufgeregt an.
Elektro

Was kommt Neues?

Die nächsten Generationen der Hersteller dürften hier deutlich leichter sein. Livewire geht mit der neuen Del Mar schon den logischen Weg, den Akku mittragend zu konstruieren, während die drei Kontrahenten hier noch einen Rohr- oder Brückenrahmen brauchen, um den schweren Akku zu tragen. Energica hat Ende 2021 den neuen EMCE-Motor vorgestellt. Weniger Gewicht und mehr Leistung sind seine Eckdaten. Zero bietet seit Ende 2021 im hauseigenen Cypher-Store Software-Upgrades für seine Modelle an. Mehr Reichweite (+1.295 Euro) und schnelleres Laden (+595 Euro) können zusätzlich gekauft werden. Übrigens: Die Zero und die Livewire kommen ab Werk mit schräglagenabhängigen Systemen für ABS und Traktionskontrolle.

Was kosten die stärksten Elektro-Motorräder?

Fangen wir mit der laut Listenpreis günstigsten Stromerin an: Die Zero SR/F startet bei 23.680 Euro in der Basisversion. Für knapp 3.000 Euro kann der Charge-Tank bestellt werden, der erhöht die Ladekapazität und erlaubt an Schnellladern oder Wallboxen geladen zu werden. Alternativ erhöht für 3.500 Euro der Power-Tank die Kapazität um 3,6 kWh. Wer die maximale Reichweite der SR/F haben möchte, zahlt mit Power-Tank und Cypher-Upgrade 28.494 Euro und erhöht seine Autobahn-Reichweite, laut zero, von 135 Kilometer auf 182 Kilometer. Die LiveWire One wird derzeit in Deutschland nicht direkt angeboten. Noch unter dem Label Harley-Davidson ging die Livewire zuletzt für 29.999 Euro über den Tisch.

Die Energica Eva Ribelle startet bei 28.786 Euro und kann mit dem Upgrade auf ein Öhlins-Fahrwerk, Carbon-Felgen, Anbauteilen aus Carbon und einer Drei-Farben-Lackierung auf über 40.000 Euro gebracht werden.

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Fazit

Nehmen wir die reinen Fahrleistungen der drei Elektro-Kräder aus der Premiumklasse und den mitgelieferten Pioniergeist, sind die ihre vermeintlich hohen Preise – teilweise – wert. Mit der Energica Eva Ribelle kommen die höchsten Werte in allen Belangen, italienischer Schick und noch eine Zeit lang die Aura des Weltmeister-Motorrads aus der MotoE. Die LiveWire One hängt bei den reinen Leistungsdaten auf dem Papier enorm hinterher, ist am schwersten und hat derzeit nicht einmal mehr die Aura einer "echten" Harley-Davidson. Die Zero SR/F bietet auf dem Papier ein sehr rundes Paket mit hoher Leistung, relativ wenig Gewicht und passender Reichweite. Elektrisch aktuell die goldene Mitte der Premium-Stromer.

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