Hauptsitz: Iwata/Japan
Gegründet: 1887, seit 1955 Motorradbau
Neuzulassungen in Deutschland: 6.348 (Stand Sept. 2025)
Händler in Deutschland: 150
Website: www.yamaha-motor.eu/de
Marken-Chronik im MOTORRAD-Katalog
2026: Grundsätzlich deckt die Modellpalette von Yamaha das gesamte Motorrad-Spektrum ab. Doch 80 Prozent der Motorrad-Modelle basieren auf den CP2- und CP3-Motoren. Und in der 125er-Klasse gibt es ein Wiedersehen. Wie fast alle anderen Hersteller, musste auch Yamaha 2025 bei den Verkaufszahlen heftig Federn lassen. Rund ein Drittel weniger Motorräder und Scooter über 125 cm³ als im Vergleichszeitraum zum Vorjahr konnten hierzulande abgesetzt werden. Doch bange machen gilt nicht; das Baukastensystem wird sogar weiter ausgebaut! Mit der Ténéré 700 World Raid und der nach einem Jahr Pause wieder zurückgekehrten R7 ist die elektronische Vollausstattung mit Sechs-Achsen-IMU nun auch in der Mittelkasse angekommen. Um die offroad-affine Einsteigerklientel wieder zur Marke Yamaha zu locken, kramte man in Iwata im Archiv, besann sich des einstigen Topsellers WR 125 und holte ihn nach zehn Jahren Marktabstinenz aus der Versenkung. 2026 ist er leicht modernisiert, aber im Wesen wohl unverändert wieder im Modellprogramm zu finden.
2025: Nachdem 2024 mit der XSR 900 GP die Zeichen zart in Richtung CP3-Sportler deuteten, wird es 2025 endlich ernst. Mit der R9 kommt 12 Jahre nach dem Erstaufschlag des Triples endlich ein echter Sportler. Zu groß sind die Abstände nach oben (KTM) bzw. unten (Triumph). Auch sind die Zulassungszahlen im Vergleich zum Vorjahr quasi identisch. Generell wird das Lineup für 2025 etwas gestrafft. Der 1000er-Vierzylinder fliegt Euro 5+ bedingt aus dem Programm, die R1 gibt es nur noch als Race-Version für die Rennstrecke. Die abgesehen vom Antrieb in vielen Teilen neu entwickelte, lang erwartete R9 ist nun mit 119 und damit 81 Pferden weniger als die R1 die neue Speerspitze bei den Sportlern. Dennoch fiel ihr bereits die R7 zum Opfer, sie entfällt 2025. Auch das Experimentalprojekt Niken wurde beendet. Das futuristische Dreirad in Star-Wars-Optik lag wohl klar jenseits der Vorstellbarkeitsschwelle der tendenziell eher konservativen Klientel. Die hat auch bei der neuen Tracer 9 zu schlucken. Zwar ist das Cockpit im Taucherbrillen-Look Geschichte, dafür dürfte die sehr kastige Front den Toleranzbereich vieler Touringfreunde herausfordern. Generell beruht ein Großteil des Portfolios auf nur zwei Antrieben, CP2-Twin und CP3-Triple. Wenn das auf Dauer gutgeht.
2024: Oder etwa doch nicht? Die XSR900 GP ist jedenfalls eine ebenso eigenwillige wie formschöne Interpretation des Themas. Heuer ist es abermals der fünfte. Was die Frage aufwirft, ob die Konzentration auf de facto zwei Motoren wirklich der Weisheit letzter Schluss ist. Die kleinen 300er wie die großen 1000er spielen ebenso wie die Roller bei allen anerkannten Qualitäten hierzulande nur eine Nebenrolle. Zudem stellen die Fans der Marke zusehends resignierter die Frage nach Ténéré 900 bzw. R9. Zum Thema Sportler haben die Japaner kurz vor der EICMA mit der XSR 900 GP einen echten Eyecatcher aus dem Hut gezaubert. Klar, ein extremes Track-Tool ist sie nicht, dafür ein bei aller Sportlichkeit auch für die Belange der Straßenrealität und des Alltags taugliches Gerät. Schenkt man den ersten Reaktionen auf die GP Glauben, müsste sie ausverkauft sein, lange bevor sie überhaupt beim Händler steht.
2023: Yamaha versteht sich immer noch als Vollsortimenter. Das stimmt grundsätzlich, doch die Vielfalt der Vergangenheit ist dahin. Jenseits des Roller- und 125er-Segments fußt die Modellpallette auf gerade mal vier Motoren. Wenn man sich die Modelle, derzeit fünf an der Zahl, anschaut, die Yamaha mit dem CP2 genannten Twin bislang auf den Markt gebracht hat, dann liegt der Gedanke nicht fern, dass mit dem CP3 genannten Dreizylinder eine Klasse weiter oben dieselbe Strategie gefahren wird. Doch weit gefehlt, weder auf der Intermot noch auf der EICMA wurden die ebenso logischen wie auch überfälligen Derivate YZF-R9 oder die Ténéré 900 vorgestellt. Auf Nachfrage bei Yamaha Deutschland zu diesen Modellen bekommt man lange Antworten mit wenig Aussage. Dementis klingen anders, Zusagen aber auch. Doch gerade im urbanen Bereich gibt es für die alltäglichen Besorgungen und Fahrten kaum etwas geeigneteres als einen Roller. Ebenfalls bemerkenswert: Trotz des bislang überschaubaren Erfolgs hält Yamaha an der dreirädrigen Niken fest. Sie bekam den neuen CP3-Antrieb und wurde elektronisch und Gadget-mäßig auf den neuesten Stand gebracht. Man kann auch sagen: So sieht ein Glaubensbekenntnis aus.
2022: 2021 war trotz attraktiver Modelle kein gutes Jahr für Yamaha. Doch was nicht im Laden steht, kann man nicht (ver)kaufen. Offenbar hatten die Japaner besonders viele Container auf der im Suezkanal havarierten Ever Given. Als der Megafrachter am 29. Juli mit über vier Monaten Verspätung doch noch in Rotterdam eintraf, war die Motorrad-Saison schon weitgehend gelaufen. Besonders hart erwischt hat es Yamaha. Denn außer der in Frankreich produzierten Ténéré 700 sowie ein paar Scootern kommen fast alle Modelle aus Fernost. Schaut man in die Statistik, sieht es erst einmal halb so wild aus. Während Ende Oktober 2020 bereits 11 740 Zweiräder über 125 cm³ verkauft waren, sind es im Jahr drauf lediglich 7964 Einheiten. Ein Rückgang von 35 Prozent, der Marktanteil sank um 2,7 Punkte von 10,0 auf 7,3 Prozent. Das ist bitter, doch bange machen gilt nicht. Peu a peu wird die Modellpalette um die formidablen CP2 und CP3 genannten Twins bzw. Triples erweitert. Mit der R7 wird das Feld der Mittelklasse-Sportler wiederbelebt, ist sie erfolgreich, wird sich eine R9 kaum vermeiden lassen. Doch das ist Zukunftsmusik. Sehr gegenwärtig, ein sicherlich versöhnlicher Ausgang dieses Jahres und vor allem zeitlich perfekt passend zum 60-jährigen Grand Prix-Jubiläum: Yamaha ist MotoGP-Weltmeister 2021.