Bis dato dominierte bei den Einsteiger-Bikes die Modellpalette von KTM. 2026 ist das anders. Quasi vom Fleck weg rauscht BMWs neue 450er-GS auf den obersten Platz auf dem Stockerl. Triumph behauptet sich mit der 400er-Baureihe auf Rang zwei, während Aprilia mit den 457er-Modellen einen Rang nach oben rutscht und Platz drei holt.
1. BMW F 450 GS – mit 16,1 Prozent der Stimmen
Die Einzylinder sind Geschichte, nun schlägt auch in der kleinsten GS ein Doppelherz. Der Reihentwin reizt das A2-Reglement mit 48 PS voll aus und hat sogar technische Schmankerl zu bieten: etwa 135-Grad-Hubzapfenversatz oder die optionale Fliehkraftkupplung "Easy Ride Clutch". Erfreulich umfangreich fällt auch die Serienausstattung aus (z. B. Connectivity, einstellbare Hebel, Heizgriffe, TFT-Display). 19-Zoll-Vorderrad und 180 mm Federweg (vorn und hinten) zeigen, dass man den Nachnamen der 450er-BMW durchaus ernst nehmen darf.
2. Triumph Speed 400/Scrambler 400 X – mit 9,8 Prozent der Stimmen
Mit der Speed 400 demonstriert Triumph seit 2024, dass cooler Look, erwachsener Auftritt und gelungene Ausstattung auch zu einem kleinen Preis zu bekommen sind. So punktet der Retro-Einzylinder mit kräftigem Fahrwerk samt Upside-down-Gabel, liefert mit TC-überwachten 40 PS auf knapp 400 Kubik bei 170 Kilogramm Gewicht launigen Zweiradspaß, der das Portemonnaie schon beim Kauf schont, weil es die kleine Speed bereits ab 5.645 Euro gibt. Da schlagen manche A1-Bikes ein größeres Loch ins Ersparte.
Da der Einzylinder-Antrieb der Speed 400 schon die Homologation-Hürden erfolgreich genommen hat, darf er in der Scrambler 400 X gleich noch einmal ran. Die tauscht den Retro-Naked-Look gegen einen Scrambler-Auftritt samt 19-Zöller in der Upside-down-Gabel vorn. Mit knapp 840 Millimetern fällt die Sitzhöhe noch voll anfängertauglich aus. Gleiches gilt für‘s Gewicht, das schon kurz vor der 180er-Marke stoppt. Damit meistern auch Zweirad-Novizen Schotter-Ausflüge im stilechten Gewand locker. Heißer Preis.
3. Aprilia RS/Tuono 457 – mit 8,8 Prozent der Stimmen
Kräftiger 48-PS-Motor, flinkes und präzises Handling, wenig Verbrauch: Aprilias Sportler für die A2-Klasse liefert maximale Leistung bei minimalem Gewicht, der Brückenrahmen besteht aus Aluminium. An Bord sind TFT-Display, hinterleuchtete Bedienelemente, Ride-by-Wire, abschaltbare Traktionskontrolle, Riding-Modes und LED-Licht, nur der Quickshifter kostet extra. Den bringt die neue Version GP Replica (o.) schon mit, dazu Soziussitzabdeckung, verbesserte Bremsbeläge vorn und den Look von Aprilias MotoGP-Rennern.
Die kleinste Tuono unterscheidet sich optisch deutlich von den größeren Schwestern, denn sie verzichtet auf die große Frontmaske. Akustisch aber liegt sie mit ihnen auf Linie – fauchend, donnernd, aber nie aufdringlich laut. Die technische Basis teilt sie sich mit der RS 457, entsprechend liebt sie die flotte Gangart. Dann folgt sie präzise der gewählten Linie und reagiert prompt auf jeden Lenk- und Gasbefehl. Auch die üppige Ausstattung entspricht der RS 457. Smartphone-Connectivity und Quickshifter kosten extra.
4. Honda CB 500 Hornet/CBR 500 R – mit 8,6 Prozent der Stimmen
2024 wurde Hondas Erfolgsgarant CB 500 F umbenannt – das F fiel weg, der legendäre Name Hornet kam dazu. Geblieben ist seitdem das scharf gezeichnete Styling im Hornet-Look und all ihre Tugenden von einst, weshalb das kleine Naked Bike zu den meistverkauften Mopeds seiner Zunft gehört: Technisch beinahe unkaputtbar, dazu ein adäquates Fahrwerk mit USD-Gabel vorn, ausreichend elektronische Helferlein und ein Reihen-Twin mit genügend Dampf. Ab 2026 gibt es die 500er optional auch mit E-Clutch.
Ein Fels in der Brandung für jugendliche Sportbegeisterte oder all die, die es noch werden wollen: die Honda CBR 500 R. Die Baby-Blade steht ihrer Superbike-Schwester CBR 1000 RR-R optisch in fast nichts nach, basiert jedoch auf der 500er-Hornet. Heißt: Auch hier gibt es ab 2026 eine Variante mit E-Clutch. Ummantelt wird das Hornet-Rahmengeflecht von einer schicken Vollverkleidung mitsamt integrierten Winglets. Angenehm gekröpfte Stummel unterstreichen die sportliche Ausrichtung der Mini-Blade.
5. KTM RC 390/390 Duke – mit 8,3 Prozent der Stimmen
"Same procedure as last year? Same procedure as every year!" Auch nach ihrer wohlverdienten Überarbeitung 2024, mit neuem Chassis und neuer Motorperipherie – die nach und nach allen 390ern zugutekommen – ist die 390 Duke in Sachen Verkaufszahlen im KTM-Programm vorn mit dabei. Heuer sogar ganz vorn. Tolle Bremsen, quirliger und drehfreudiger Motor, Cockpit und Armaturen auf Oberklasse-Niveau sind dabei nur einige Trümpfe, die angriffslustige Sitzposition und das wendige, stabile Chassis gehören ebenso dazu.
RC 390: Lange war der Westentaschensportler der Einzige, der im Modellprogramm von KTM die Straßensport-Fahne hochhielt. Dieses Jahr bekommt er zwar tatkräftige Unterstützung von der 990 RC R, auf das heiß ersehnte Update, das die übrigen 390er-Modellgeschwister bereits genießen, muss er aber noch warten. Bis dahin bleiben bekömmliche Ergonomie, beeindruckende Fahrwerks-Performance und ordentliche Alltagstauglichkeit seine Stärken. Welche Talente in ihm schlummern, beweist er in der Supersport 300-WM.












