Im Alpen-Test 2026: Mid Naked Bikes Ducati Monster+ vs. Triumph Trident 800

Ducati Monster+ vs. Triumph Trident 800
Mid Naked Bikes im harten Alpen-Test

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.07.2026
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Ducati Monster+: Stärken und Schwächen

 Für die Leistungsklasse toll losmarschierender V2

 Bremse mit Reserven und feiner Dosierbarkeit

 Liegt stabil in Kurven

 Ein Leichtgewicht

 Die Ducati hat kein Herz für Gepäck und Passagier

 Wind- und Wetterschutz

 Der V2 rappelt schon mal merklich

 Komfort? Da ginge mehr

Triumph Trident 800: Stärken und Schwächen

 Fährt sich überaus lässig und zielgenau auf Passstraßen

 Motor läuft dreizylindertypisch richtig geschmeidig

 Kommt weit in den Bergen

 Sehr gute Spielübersicht

 Die ABS-Abstimmung dürfte gerne noch feiner regeln

 Ebenfalls ein Windgesicht

 Bodenfreiheit nimmt unter Last merkbar ab

 Zuladung nur okay

Was macht die Ducati Monster zur Monster+?

Ausstattungs-Details wie Soziussitz-Abdeckung und kleine Cockpitverkleidung adeln die Monster so zum Plus-Modell. Wie ihre Standard-Schwester nutzt sie in der aktuellen Evolutionsstufe einen 890 Kubik großen V2-Motor, der sich in der Spitze zu 111 PS aufschwingt. Klingt lecker, vor allem, weil das feuerrote Spielmobil diese Potenz mit zarten 186 Kilogramm bei randvollem 14 Liter großen Tank paart. Da müssten die Kehren quasi in lässiger Perfektion unter den Pirellis hindurchfliegen.

Bekleidung von Louis.deAls Sponsor des MOTORRAD Alpen Masters 2026 stattete Louis die beiden Testfahrer der Kategorie Mid Nakeds komplett aus. Alle Bekleidungsteile zeigen wir euch hier.

Sowohl bei der Ducati als auch bei der Triumph stehen die Motoren sofort im Mittelpunkt. Der V2 als Aushängeschild der Italiener, der Reihen-Dreizylinder als markenprägendstes Aggregat der Engländer. Zwei Ikonen im Naked-Bike-Mantel, die sich beim ersten engen Knick den Pordoi hoch von Arabba kommend sofort in den Vordergrund schieben.

Fahrverhalten im Vergleich: Ducati vs. Triumph Trident 800

Mit zwar leichten Lastwechseln, aber ungleich smootherem Ansprechverhalten streckt der Triple der Triumph Trident 800 dem Piloten gleich kumpelhaft die Hand entgegen. Die Gangwahl? Nicht so wichtig. Weil der Triple unten, in der Mitte und obenraus immer vertrauensvoll-kräftig ohne Griff zur Kupplung anschiebt. Die braucht’s allenfalls in fies engen Ecken oder wenn die Drehzahl wirklich Richtung Standgas abdriftet.

Zwei Mid-Naked-Motorräder mit Fahrern auf Alpenstraße, Schneereste am Straßenrand, Gebirgslandschaft im Hintergrund.
Jörg Künstle

Anders gibt sich die Ducati Monster+. Ihr V2 verzichtet eher auf die ganz große motorische Harmonie, greift lieber zur E-Gitarre und will rocken. Immer. Im Kehren-Wust bedeutet das: Ohne den richtigen Gang rumpelt’s von hinten, peitscht die Kette und hauen die Kolben mit wenig Rundlauf auf die Kurbelwelle ein. Mit per Hinterradbremse dosiertem Zug auf der Kette kommt Geschmeidigkeit in die Sache, klappt’s mit dem runden Schwung. Trotzdem: Handzahm-geschmeidiger erledigt die Triumph Trident 800 die Hausaufgabe "enges Kurvenkarussell" mit ihrem 115 PS starken Dreizylinder.

Ducati Monster+: Freude für Schräglagen-Fans

Dafür treibt die Ducati Monster+ Schräglagen-Fans mit ihrem flotten Einlenkverhalten bei jedem Dolomiten-Knick Tränen der Freude übers Gesicht. Die 186 Kilogramm zeigen Wirkung. Was für ein federleichtes Feuerzeug fürs Winkelwerk.

Trotzdem liegt die Triumph Trident 800 unter den Aspekten Handlichkeit und Präzision beim Wisch über die Dolomitengipfel vorn. Woran liegt’s? Nun, die Ducati Monster+ gibt sich auf topfebenem Belag wie ein Musterschüler, leichte Aufbrüche, Bitumenstreifen und ähnliche straßenbauliche Nachlässigkeiten setzen aber Wirkungstreffer beim Fahrverhalten. Stellen, über welche die Triumph Trident 800 – die vollgetankt auch nur 198 Kilogramm wiegt – einfach ohne Zucken drüberrollt, leiten bei der Monster stets fühl- und merkbare Impulse ins Fahrwerk ein. Die Quittung: leichte Unruhe, gegen die ihr Fahrer ausgleichend anarbeiten muss.

Ein dickes Grinsen im Italo-Lager fördern dagegen die Bremswege der Ducati Monster+ zutage. Diverse Modi fürs Kurven-ABS stehen zusammen mit der Brembo-Hardware für recht kurze Anhaltewege, selbst wenn die Straße vielprozentig nach unten abfällt und ein Sozius im Nacken des Ducati-Piloten hängt. Ben fatto, Ducati. Trotzdem merkt man auch auf der Duc, dass sich bei dieser Übung der Schwerpunkt schon mächtig Richtung Vorderrad verschiebt und das ABS alle Hände voll zu tun hat, um den hinteren Pneu unten zu halten.

Zur Geschichte der Ducati MonsterSeit über 30 Jahren bereichert die Monster das Modellprogramm von Ducati. Nachdem die Italiener den Markt über Jahrzehnte mit verschiedenen Hubraum-Varianten des Naked Bikes fütterten, heißt die Monster-Kost der Neuzeit schlicht Monster. Oder Monster+, wie beim Alpen-Masters 2026. Dabei handelt es sich weniger um ein technisches Update als vielmehr um ein Mehr an optischen Leckerbissen.Bremsen und Komfort: Unterschiede zwischen Ducati und Triumph

Im Sattel der Triumph Trident 800 gelingt das dem IMU-gestützten ABS nicht ganz so feinfühlig, tanzt das Hinterrad bei der gleichen Herausforderung schon leicht über den Asphalt, liegt ihre Performance zart unter dem Niveau der Monster.

Zur Geschichte der Triumph TridentAls neu geht der Name Trident bei den Engländern keinesfalls durch. Schon in der von John Bloor geführten Hinckley-Ära standen in den 1990er-Jahren (ca. 1991 bis 1998) wieder Trident 750 und Trident 900 in den Showrooms. Erst ab 2021 kehrte der Name mit der Trident 660 zurück – 2025/2026 folgte die 800er.

Beide Mid Nakeds ohne Optionen für Gepäckunterbringung

Auf was beide verzichten: Wetterschutz (offensichtlich) und Optionen zur Gepäckunterbringung. Weil bei Ducati Monster+ und Triumph Trident 800 die Zuladung zwar üppig ausfällt, der Komfort in der zweiten Reihe aber unter Mitreise-Aspekten nicht das Prädikat vollumfänglich tauglich verdient, bleiben Passagier und Gepäckrolle besser zu Hause. Ein Rucksack auf dem Rücken muss für Unterhose und Co genügen, um dann mit flott-schrägem Strich durch die Dolomiten zu sporttouren, die satte Schräglagenfreiheit und die gute Spielübersicht auf den zweien zu genießen.

Verbräuche unter 5 Liter

Dieses Szenario beherrschen beide Mid Nakeds top, genau wie den Umgang mit Benzin. Wenngleich die Ducati Monster+ schon knapp an der 5-Liter-Marke für 100 Passkilometer kratzt, während sich die Triumph Trident 800 mit 4,4 Litern klar sparsamer gibt. Und damit bringt von den beiden hübschen Mid Nakeds die Triumph die Aspekte Vernunft und Spaß beim Alpen-Masters 2026 am besten unter einen Hut, setzt sich knapp, aber verdient gegen die Duc durch. Damit heißt es am Ende dieses Duells: Congratulations Richtung England.

Fazit