"BIKER STIRB": Hass auf Motorradfahrer im Raum Stuttgart

Hass auf Motorradfahrer bei Stuttgart
„BIKER STIRB“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.07.2026
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BIKER STIRB
Foto: Maik Schwarz

Der hügelige Rems-Murr-Kreis östlich von Stuttgart ist mit seinen kurvigen Sträßchen ein wahres Motorradparadies. Weinberge und Waldstrecken laden zum Genießen ein, was am Wochenende auch reichlich genutzt wird.

"TOD DEN MOTORRADFAHRERN"

Doch seit Beginn der letzten Juli-Woche 2026 herrscht hier Aufruhr: "BIKER STIRB", "EIN BIKERSCHWEIN WENIGER" und "TOD DEN MOTORRADFAHRERN" – an mindestens 9 Stellen waren am Wochenende solche menschenverachtenden Sprüche in großen Lettern auf dem Asphalt erschienen – meist in Kurven.

"Ölhaltige Substanz" in Kurven?

Und nicht nur das: In einer ersten Polizeimitteilung war zudem die Rede von einer "ölhaltigen Substanz", die diese Kurven zu potenziell tödlichen Fallen nicht nur aber vor allem für Motorradfahrer mache.

Irre Motorradhasser

Treibt hier ein irrer Motorradhasser sein Unwesen – nach dem grausamen Allgäuer Vorbild? Zur Erinnerung: Vor 15 Jahren starb Josef Deniffel aus Rettenbach im Allgäu am Morgen des Palmsonntag 2011, nachdem er auf seiner Honda auf einer vorsätzlich gelegten Ölfalle weggerutscht und direkt in ein entgegenkommendes Auto geschlittert war. Dieser Fall machte bundesweit Schlagzeilen.

Tödliche Ölfallen

Die tödliche Falle war eine von mehreren, die zuvor im Allgäu über einen längeren Zeitraum immer wieder aufgetaucht waren. Die Polizei ermittelte anschließend wegen Mordes – leider bis heute erfolglos. Im Juni 2026 waren ähnliche Ölfallen im Bodenseeraum (Kreis Lindau) rechtzeitig entdeckt worden. Auch hier tappt die Polizei bei der Suche nach dem oder den Tätern bisher im Dunklen.

Anti-Motorrad-Schmierereien bei Stuttgart

Bei den aktuellen Anti-Motorrad-Schmierereien östlich von Stuttgart schränkt die Polizei mittlerweile ein, dass wohl nur die frische Farbe selbst hätte rutschig sein können. "Es gab keine konkreten Fälle" sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage, ob denn ein Motorradfahrer dadurch zu Schaden gekommen, sprich gestürzt sei. Von einer "ölhaltigen Substanz" ist aktuell nicht mehr die Rede. Dennoch werde mit Hochdruck gegen den oder die Schmierer ermittelt.

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Das Polizeipräsidium Aalen hat "dafür eine Ermittlungsgruppe gegründet, die am Montagmorgen ihre Arbeit aufgenommen hat", sagte der Sprecher weiter. Ermittlungsgegenstand sei "gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr". 7 Fälle sind bisher im Rems-Murr-Kreis bekannt geworden, 2 im südlich angrenzenden Kreis Esslingen. Die jeweiligen Straßenmeistereien haben die Motorrad-Hasser-Sprüche offenbar sehr zügig entfernt.

Die Polizei ermittelt

Die Polizei wird sich wohl auch die Farbe genau ansehen, die verwendet wurde. Auffällig ist dabei, dass die Großbuchstaben nicht aussehen, als hätte sie jemand mit dem Pinsel gezogen, sondern eher, als wären sie mit einer ungleichmäßigen Walze aufgetragen worden. "Vielleicht wurde dafür eine Maschine benutzt", so der Polizeisprecher. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang.

Rems-Murr-Kreis und Esslingen: Zeugen gesucht

Eine Bitte der Polizei: Motorradfahrer, die am letzten Juli-Wochenende 2026 in den genannten Bereichen unterwegs waren und gefährdet wurden oder Zeugen, die entsprechende Beobachtungen gemacht haben, werden dringend gebeten, sich unter der Telefonnummer (07181) 2040 beim Polizeirevier Schorndorf zu melden.

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