Arturo Rivas
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SWM SM 125 R (2018) im Test

Einsteiger-Supermoto

Das Husqvarna-Erbe, das SWM seit 2014 verkörpert, ist nun auch mit A1-Schein erlebbar. Die Verwandtschaft zur alten SMS 4 ist unverkennbar. Auch die SWM SM 125 R wirbt im Stand mit reifenquietschender Dynamik.

Mit langen Federwegen und standesgemäßen 17-Zoll-Rädern zitiert die SWM SM 125 R die klassische Supermoto-Formel. Rangieren ist dank 131 Kilogramm Lebendgewicht eine Fingerübung. Immerhin 890 mm Sitzhöhe wollen erklommen werden, um auf dem schmalen Sitzbrett Platz zu nehmen. Das gut ablesbare LC-Display informiert über Geschwindigkeit und ungefähre Drehzahl, weil dem Balkendrehzahlmesser eine Skala fehlt. Hinter einem Knopf verbergen sich zusätzliche Funktionen wie numerische Drehzahlanzeige, Tripcounter oder Stoppuhr. Sogar eine Topspeed-Anzeige ist an Bord. Der E-Starter lässt die Italo-125er erwachen. Bereit zu großen Taten. Für die fordert der Motor allerdings Drehzahlen, denn seine gemessenen zwölf PS liegen erst bei 10.500 Touren an. Bis dahin dreht der Einzylinder sehr gleichmäßig hoch, glänzt mit gutem Durchzug. Stets untermalt vom bollernden Auspuff, der zwar frech knurrt, aber nie allzu prollig daherkommt. Viel Lärm um nichts? Nicht ganz.

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3,1 Liter auf 100 Kilometer

Ihre Leistung reicht locker aus, um im Verkehr mitzuschwimmen. Trotzdem schade, dass SWM nicht das volle Potenzial der 15-PS-Klasse ausreizt. Ihre Stärken spielt die SWM SM 125 R im Kurvengeläuf aus. Trotz leichtgängiger Kupplung lässt sich das hart schaltende Sechsganggetriebe nicht immer problemlos sortieren. Mit 3,1 Litern auf 100 Kilometer liegt der Verbrauch im üblichen Rahmen. Die Reichweite von über 230 Kilometern am Stück abzuspulen fordert aber Nehmerqualitäten. Zu hart die Sitzbank, zu straff das Fahrwerk. Die Fastace-Federung aus Taiwan ist die größte Hypothek der SWM. Das wird umso klarer, je schlechter die Straße wird. Ungefiltert hoppelt die SM 125 über Bodenwellen und Schlaglöcher, erst mit höherem Tempo sprechen die straffen Federelemente an. Einstellbar ist lediglich die Vorspannung des Federbeins, das mit überdämpfter Zugstufe wenig Komfort aufkommen lässt.

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Dank Kombibremse führen zwei Bremsleitungen zur Vorderradbremse.

Gewöhnungsbedürftig und nicht unbedingt anfängerfreundlich ist die Kombibremse. Mit ihr erfüllt die SWM SM 125 R auch ohne ABS die Euro-4-Norm. Beim Tritt aufs Bremspedal wird dabei einer der drei Kolben in der vorderen Bremszange mitbetätigt. Das sorgt zwar für kraftvolle, aber auch recht brüsk einsetzende Verzögerung, die nur schwer zu dosieren ist. Das Herantasten an die Blockiergrenze ist so nicht ganz einfach. Und Supermoto-typische Anbremsdrifts bleiben damit außen vor. Licht und Schatten auch in Sachen Finish. Zum einen finden sich wertige Details wie Aluschwinge, klappbarer Schalthebel, solide Fußrasten mit abnehmbaren Gummis oder Schnellverschluss für die Sitzbank. Auf der anderen Seite trüben, neben der lieblosen Fahrwerksabstimmung, Kleinigkeiten wie der nicht abschließbare Tankdeckel aus Plastik oder gut gemeinte, aber scharfkantige Griffmulden am Heck das Bild. Das separate Lenkschloss am Lenkkopf: ein Gruß aus den Siebzigern. Spaß macht die SWM unterm Strich dennoch, auch dank des lebendigen Motors. Ein Schnäppchen ist sie mit 4.100 Euro allerdings nicht.

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