Teuerste Harley mit 2 Rädern: CVO Street Glide ab 53.000 Euro

Harley-Davidson CVO Street Glide 2026
Mit 53.650 Euro schießt Harley den Vogel ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.01.2026
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Die neue CVO Street Glide kostet zwar knapp 6.000 Euro mehr als letztes Jahr, ist aber trotzdem 2.000 Euro günstiger. Paradox? Nein. MOTORRAD erklärt's.

Harley-Davidson CVO Street Glide 2026

Bringt Harley-Davidson eine CVO, gelten 2 Regeln:

  1. Eine CVO muss immer den größten Serienmotor haben.
  2. Der Lack muss mit einem Zauberpinsel aufgetragen worden sein.

Die neue CVO Street Glide erfüllt beides. Sie trägt den 121er-VVT-Motor im Rahmen, der umgerechnet 1.977 Kubikzentimeter Hubraum misst und auch dank der variablen Ventilsteuerung 183 Nm bei 3.500/min erzeugt und bei 5.020/min 117 PS leistet.

Weiterhin knüpfen reichlich Chrom und der sagenhafte Torched Orange getaufte Lack an die großen CVO-Zeiten an – dazu gleich mehr.

Street Glide vs. CVO Street Glide

Doch neben dem größeren Motor und dem Lack unterscheiden sich die normale Street Glide und die CVO Street Glide von Harley noch in anderen Punkten.

Zur großen Überraschung adressiert Harley seit 2024 das Thema Fahrwerk bei den Top-Modellen. Daher steht die CVO auf einer USB-Gabel mit radial verschraubten Bremssätteln von Brembo, während die "einfache" Street Glide mit Telegabel und axialen Bremssätteln auskommt.

Die Stereo-Federbeine der CVO erlauben das Einstellen der Vorspannung und der Zugstufe. Wobei Letzteres das alleinige Merkmal der CVO ist.

Und die 12 Kilo mehr der CVO auf 380 Kilo erklären den größeren Motor, sowie das aufgewertete Fahrwerk, wohl zum Teil das deutliche Plus an Chrom an den Rädern und die größere Soundanlage in der Verkleidung und den Koffern.

Top-Lackierung nun günstiger

Grotesk wirkt der Preis der neuen Harley-Davidson CVO Street Glide: 53.650 Euro sind 20.750 Euro mehr als für die Street Glide. Wobei eine Street Glide mit getuntem Motor, Fahrwerk und dem Customlack kaum günstiger käme. Das Verhältnis passt also.

Auffällig ist jedoch die Steigerung der CVO von 2025 zu 2026. Es gab sie ab 47.950 Euro ohne jeden technischen Unterschied zum Standard-Modell. Und trotzdem sind die 5.700 Euro Aufpreis zu 2026 über 2.000 Euro weniger als 2025. Der einfache Grund für den wirren Fakt: 2025 bot Harley die CVO in 3 Farbversionen an, wobei die Top-Lackierung mit Chrome-Finish und Blue-Streak-Lackierung 8.000 Euro Aufpreis kostete, also 55.950 Euro.

Die neue Top-Lackierung unterscheidet sie nur in der Wahl der Farben, das Schema ist im Grunde gleich und daher kostet die 2026er-CVO eigentlich 2.300 Euro weniger als letztes Jahr.

Gutes Zeichen von Harley-Davidson

Über die Modellpolitik von Harley-Davidson der letzten Jahre ist kaum etwas Gutes zu berichten. Der Tonus ist: zu groß, zu teuer, zu Bagger, zu Touring. Und: 'zu sportlich sein wollen'. Gerade die ST-Modelle spielten schamlos mit dem Erfolg der Bagger-Rennserie in den USA, und da wurden die CVO-Modelle leider mitgezogen, und mit teils sehr gedämpften und einfachen Lackierungen auf die chrom-verwöhnte, solvente Kundschaft losgelassen.

Daher ist das Eindampfen von 3 auf nur eine Premium-Lackversion bei der CVO Street Glide ein kleiner und richtiger Schritt. Während der absurd wirkende Fokus auf Trikes gefühlt ein falscher ist, die Street Bob mit 16.600 Euro zu teuer ist und die Sportster offensichtlich nicht den Geschmack der Kundschaft trifft – und ebenfalls zu teuer ist.

Fazit