Mit ihrem gertenschlanken Wesen will die Rieju Aventura Rally 307 sofort hinein in Offroad-Pfade. Gefühlt nur wenig schwerer als ein E-Mountainbike, erhebt sie das Weniger-ist-mehr-Prinzip zur Maxime. Ein Layout, wie gemacht für Wege abseits des Asphalts.
Rieju Aventura Rally 307 mag's eher gediegen
Mit ihrem asketischen Wesen sammelt die schlanke Rieju Aventura Rally 307 hier viele Sympathie, punktet mit einfacher Beherrschbarkeit, leistet sich aber ein bis zwei Fehltritte. Nehmen wir den Motor: 34 PS sind für einen knapp 300 Kubik großen Single nicht schlecht, allerdings fehlt der Rieju Aventura Rally 307 Dampf, um mit Kraft durchs Unterholz zu pflügen. Gediegene Fortbewegung ist eher ihr Ding.
Im Groben kommt ihr die softe Abstimmung des Fahrwerks zugute, das viel von dem schluckt, was unter dem 21- und 18-Zöller gerade hindurchhuscht.
Auf der Straße wendet sich das Blatt aber dann spürbar. Wer die Drehzahl nicht straff vorm Begrenzer hält, kommt über Land nicht flott voran mit der Rieju Aventura Rally 307. Und das Setup von Gabel und Stoßdämpfer, das auf Abenteuerwegen noch Sinn ergab, schwenkt bei jedem Ansatz von zarter Sportlichkeit auf der Landstraße die weiße Fahne.

Für den Test stellte uns Scorpion Helmets den ADF 9000 Air zur Verfügung. Das Adventure-Helm-Modell punktet mit einem großen Visier, das sich ohne Werkzeug wechseln lässt. Ebenso top: das serienmäßig enthaltene Pinlock-Innenvisier, das ein Beschlagen selbst bei körperlich fordernden Offroad-Abschnitten zuverlässig verhindert. Je nach Sonnenstand kam auch die innenliegende Sonnenblende zum Einsatz, die sich über einen gut greifbaren Hebel an der linken Helmseite sicher betätigen lässt. Scorpion-typisch verfügt der ADF-9000 über aufblasbare Wangenpolster. Eine kleine Pumpe im Kinnbereich erlaubt an dieser Stelle Volumenanpassungen, per Ablassventil entweicht die Luft ebenso schnell. Zu haben ist der ADF-9000 in den gängigen Größen aktuell ab 322 Euro.
Qualitäten auf der Straße bleiben eingeschränkt
Die Gabel sackt vorn haltlos zusammen, hinten gautscht es munter. Gaudi pur, allerdings täuscht der Spaß nur darüber hinweg, dass die Rieju Aventura Rally 307 komponentenseitig eher günstig daherkommt. Weil ihre Sitzbank weder gut gepolstert noch bequem ist, ihre Bremse ordentliche Stopps nur bei wüstem Zupacken erlaubt, bleiben ihre Qualitäten auf der Straße eingeschränkt.
Wer weniger mit dem Messer zwischen den Zähnen unterwegs ist und eher lässiges Endurowandern als Enduroweitreisen möchte, erhält mit der Rieju Aventura Rally 307 trotzdem einen passablen Partner für relativ kleines Geld.
Rieju Aventura Rally 307 im separaten Offroad-Test
Wenig Leistung, wenig Gewicht, viel Federweg und ein Look, der sportliche Ambition vermittelt: Die Rieju Aventura Rally 307 macht erst mal vieles richtig. Anders als die wilde Optik und der ehrgeizige Fahrstil des Kollegen es suggerieren (siehe Bildergalerie), ist gediegenes Enduro-Wandern aber klarerweise eher das Metier der nicht nur extrem günstigen, sondern ehrlicherweise auch billigen Rieju.
Zunächst ist natürlich festzuhalten, dass das Konzept in gröberem und gröbstem Gelände gegenüber allem, was größer und schwerer ist, Vorteile bietet. Die komfortbetonte Auslegung des Fahrwerks kommt allerdings schnell an ihre Grenzen, vor allem das eher lasche Federbein lässt jeden Gegenhalt vermissen.
Auch der Motor kennt keinen rechten Wohlfühlbereich, denn unten fehlt Drehmoment, oben Laufkultur. Zudem wirkt der dünne Stahlrahmen mit angeschweißtem Heck labil. Angesichts des günstigen Preises könnte mit nur wenigen cleveren Modifikationen aber ein richtig feines Werkzeug daraus werden.












