Hauptsitz: Mattighofen/Österreich
Gegründet: 1953
Neuzulassungen in Deutschland: 2.172 (Stand Sept. 2025)
Händler in Deutschland: 105
Website: www.ktm.com
Marken-Chronik im MOTORRAD-Katalog
2026: Fluctuat nec mergitur – sie schwankt, aber sie geht nicht unter. Der Wahlspruch der Stadt Paris passt auch prima zu KTM. Dennoch könnte der Absturz auf rund 20 Prozent der letztjährigen Zulassungszahlen größer kaum sein. Die Österreicher haben nach ihrer Insolvenz im November 2024 die stürmische See vorerst verlassen und befinden sich wieder in ruhigeren Gewässern. Durch das frische Geld konnte die Produktion wieder an- und weiterlaufen. Zur kommenden Saison stehen nun zahlreiche Neuheiten am Start, die bereits für 2025 erwartet wurden. Ganz neu: Die Next Generation Supersport-Feile 990 RC R. Die Super Adventure Reiseenduro-Dampframmen, bekommen nun endlich den fetten 1390er-V2. Womit in der Super Adventure S Evo das automatisierte Schaltgetriebe AMT sein Debüt gibt.
2025: Bislang gab es für KTM nur eine Richtung: nach oben. Doch der Aufwind ist etwas abgeflaut. Immerhin liegen die Mattighofener nach Marktanteilen, was Neuzulassungen angeht noch immer auf Rang vier. Die Zeiten sind herausfordernd. Das mussten zuletzt auch die erfolgsverwöhnten Österreicher erfahren, die bislang von Rekordjahr zu Rekordjahr eilten. Auch wenn sich KTM in einem stabilen Markt in Deutschland nach wie vor auf Rang vier bei den Neuzulassungen hält. Blieben die Verkaufszahlen hierzulande zumindest im ersten Halbjahr 2024 noch annähernd konstant, musste KTM in der zweiten Hälfte einen Absatzrückgang von 25% verkraften. Unbeeindruckt davon geht KTM weiter in die Offensive, präsentierte auf der EICMA Zuwachs für die 125er- und 390er-Baureihen in Form von SMC-R und Adventure-Modellen, stellt die großen V2-Adventure-Modelle samt dem Crossover Super Duke GT auf den neuen 1390er um und bringt in der 1390 Super Adventure S Evo ein automatisiertes Getriebe (AMT). So sollte der neuerliche Aufschwung nur eine Frage der Zeit sein. Gute Nachrichten auch für Racing-Fans: auf der EICMA war bereits der heiß erwartete Straßensportler 990 RC R zu sehen, der seine Markteinführung im ersten Quartal 2025 haben soll.
2024: Gegenüber dem Vorjahr wurden hierzulande bis September 2023 satte 27 Prozent mehr KTM-Motorräder zugelassen. Und geht es nach dem Willen der Mattighofener, soll der Steigflug auch 2024 weiter gehen. Die Zeichen stehen bei KTM auf Vollgas. Nicht nur auf der Rennstrecke. Dafür soll viel frisches Blut im Modellprogramm sorgen. Zuvorderst in Form der durch die Bank renovierten Duke-Familie. Damit dürfte gewährleistet sein, dass sowohl 125er als auch die 390er Duke weiter in ihren Klassen tonangebend sind. Flankiert von der wiederbelebten 990er Duke und der bereits im Vorjahr reanimierten 790er sind damit alle Hubraum- und Leistungsklassen besetzt. Die Adventure-Modelle dürften dann im kommenden Jahr folgen. Auch das Kürzel SMT feierte als 890er seine Rückkehr ins Modellprogramm. Im Rennsport läuft der orange Express mit Volldampf. Der Weltmeistertitel im Vorjahr in der Moto2 und MX2-WM. Dass die Pierer Mobility AG 2022 mit 375 492 Motorrädern einen neuen Absatzrekord erzielt hat (2021: 332 881) zeigt: der Aufwind für Austria hält an.
2023: Gitterrohrrahmen, Power-Twins, knalliges Outfit. Jedoch, nicht nur im Rennsport welken die Lorbeeren schnell. Unentwegt schrieb die Pierer Mobility Group, die Konzernmutter von KTM, neue Verkaufsrekorde. Seit 2009 stiegen die Absatzzahlen von KTM bis 2021 um das Vierfache auf rund 260 000 Motorräder jährlich. Zumindest hierzulande kam der Steigflug im vergangenen Jahr allerdings kräftig ins Trudeln, gingen die Zulassungen so stark wie bei keiner anderen Marke zurück, nämlich um knapp ein Drittel. KTM rutschte in der Zulassungsstatistik von Rang drei auf fünf ab. Offensichtlich reicht es nicht, bestehende Modellreihen unspektakulär auszubauen und auch neue Motoren lassen seit dem Reihen-Twin der 790er-Duke von 2018 auf sich warten. Immerhin stehen mit der 790 Duke für A2-Inhaber und der 890 SMT bereits zwei spannende Neuheiten in den Startlöchern. Die Zeichen stehen also nicht schlecht, dass die Mannen in Orange wieder zu alter Stärke zurückfinden. Zumal sie auch 2023 ihr Sportengagement mit Elan fortsetzen. Die 2022 vorgestellte handgefertigte Renn-Replica RC 8C bekommt bereits für dieses Jahr ein Update. 135 und damit sieben PS mehr, nur noch 142 Kilogramm und überarbeitete Federelemente und Elektronik.
2022: Die KTM-Fans müssen damit leben, dass es zur Saison 2022 keine neue Baureihe gibt, kein neuer Motor im Gitterrohr-Geflecht werkelt oder wenigstens ein komplett neues Modell präsentiert wird. Dafür haben die Österreicher den Straßenrennsport wieder entdeckt. Damit ist für dieses Mal nicht der MotoGP-Zirkus gemeint, aus dem die Farbe Orange mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist, sondern die zivilen Ableger von RC 16 und Co. Und eine zivile RC8 ist auch in der Mache.