Seit Ende 2023 spricht Triumph mit der 400er-Modellreihe junge Motorradfahrer an – oder jene, die leichte Bikes mit moderater Leistung schätzen. Zunächst gab es die Speed 400 für Straßen-affine Retro-Fans sowie die Scrambler 400 X für diejenigen, die hin und wieder gerne Schotter unter die Räder nehmen. Vergangenes Jahr kam die Scrambler 400 XC hinzu – im Prinzip eine Ausstattungsvariante der "X" mit exklusiven Drahtspeichenrädern. Dieses Jahr gesellt sich die Tracker 400 zu dem Trio und stellt mit erstarktem Motor das sportlichste Paket im 400er-Line-Up.
Aktive Sitzposition auf der Triumph Tracker 400
Schon beim Aufsitzen auf der neuen Triumph Tracker 400 wird die sportlichere Auslegung offenbar. Im Vergleich zur Speed 400 liegt der Lenker ganze 134 mm tiefer und platziert die Hände 23 mm weiter auseinander. Die Fußrasten wandern 86 mm nach hinten und 27 mm nach oben. So ergibt sich in 805 mm Sitzhöhe eine deutlich aktivere Fahrhaltung als auf der Speed 400, ohne dass diese nervig extrem ausfiel. Lange Tagestouren sind gar kein Problem, aber die schärfere Ergonomie verleiht einen besseren Bezug zum Vorderrad.
Mehr Würze für den Einzylinder
Sportlich geht es weiter beim Motor der Triumph Tracker 400. Die Ingenieure verpassen dem 398-Kubik-Einzylindermotor neue Nockenwellen und ein geändertes Mapping. Der Antrieb darf nun höher drehen und leistet 42 PS bei 9.000/min, etwa 2 PS mehr als bei den anderen 400er-Modellen. Das maximale Drehmoment von 37,5 Nm bleibt gleich, liegt aber etwas später bei 7.500/min an. Laut Triumph stehen dem Fahrer aber bereits ab 3.000 Touren 80 % des Drehmoments zur Verfügung.
Vielseitiger Charakter
Im direkten Vergleich ist dieser neue Charakter des Motors der Triumph Tracker 400 durchaus spürbar. Ja, es ist immer noch ein kleiner Einzylinder mit etwas mehr als 40 PS. Doch der Motor dreht freudig hoch und schiebt selbst bei niedrigen Drehzahlen überraschend kräftig an. Dabei gibt er sich für einen Eintopf erstaunlich kultiviert, bis er ab etwa 8.000/min seine Vibrationen nicht mehr ganz in Zaum halten kann. Sein größtes Plus – neben seinem überraschend konsequenten Antritt – ist seine Vielseitigkeit. Von niedertourigem Dahingleiten im sechsten Gang bis hin zu sportlich flotter Spritzigkeit in hohen Drehzahlen steht dem kleinen Antrieb alles gut zu Gesicht.
Sportlich nachgeschärft
Am Chassis der Triumph Tracker 400 ändert sich nicht viel im Vergleich zur Speed. Es wird ein wenig kompakter, mit einem geringen Radstand von 1.371 mm (1.377 sind es bei der Speed), einem minimal steileren Lenkkopfwinkel und längerem Nachlauf. Das Vorderrad wird von einer 43er-Upside-Down-Gabel in Big Piston Bauweise geführt. Hinten kommt ein Gasdruck-Federbein mit verstellbarer Vorspannung zum Einsatz. Die Abstimmung liegt auf dem Sweet-Spot zwischen Komfort und Sportlichkeit, die Federelemente sprechen auf unterschiedlichstem Asphalt gut an.
Die Triumph Tracker 400 liebt Kurven
Auch wenn die Phrase abgedroschen sein mag, die 173 kg der neuen Triumph Tracker 400 lassen sich wirklich spielerisch durch die Kurven scheuchen. Mit ganz wenig Kraft am breiten Lenker drückt der Fahrer das Motorrad in Schräglage. Die Tracker zieht saubere Linien, ohne sich zu sträuben oder irgendetwas Unvorhergesehenes zu tun. Das kompakte Bike winkelt wunderbar handlich ab und reagiert neutral auf jeden Lenkbefehl. So muss sich ein Motorrad anfühlen – unbeschwert, vorhersehbar, leicht.

Die Scrambler 400 XC ist eine Variante der Tracker 400. Sie kommt mit Kreuzspeichenrädern, schlauchlosen Aluminiumfelgen (statt Gussräder an der "X") und einem farbig lackierten Flyscreen. Zudem ist folgendes Zubehör verbaut: Hoch montiertes Schutzblech vorn, Motorschutz und Motorschutzbügel. Es gibt sie in drei neuen Farbvarianten: "Racing Yellow", "Storm Grey" und "Vanilla White". Preis: 7145 Euro (zzgl. NK)
Tadellose Bremsen
Auch bei den Bremsen hält die Triumph Tracker 400 keine Überraschungen parat – im positiven Sinne. Die einzelne 300er-Scheibe an der Front sowie die 230-mm-Scheibe am Hinterrad haben in keiner Situation Probleme, das Fahrzeug souverän zu entschleunigen. Der Vierkolbensattel am Vorderrad verbeißt sich mit berechenbarer und gut dosierbarer Kraft in die Bremsscheibe.
Puristische Elektronik
Elektronisch beschränkt sich die Triumph Tracker 400 auf das Wesentliche. Eine Traktionskontrolle ist neben dem obligatorischen ABS das einzige elektronische Assistenzsystem. Auf Knopfdruck lässt sich diese, falls gewünscht, abschalten. Der Tacho zeigt die Geschwindigkeit analog an und wird um ein LC-Display ergänzt, das alle übrigen Infos darbietet. Die Anzeige der Drehzahl fällt dabei relativ klein aus.
Zwei Farben und attraktive Preise
In Deutschland wird die Triumph Tracker 400 in zwei Farben angeboten. Standardmäßig ziert sie das Lackkleid in "Phantom Black". Dann werden 6.245 Euro (zzgl. Nebenkosten) fällig. Für 100 Euro Aufpreis kommt die Tracker in "Aluminium Silver". Die Soziussitzabdeckung ist ab Werk mit dabei und lässt sich mit nur zwei Schrauben entfernen, falls eine Begleitung Platz finden soll.
















