10 Integralhelme im Test (2017)

Touring-Modelle zwischen 149 und 250 Euro

10. Platz: IXS HX 444, ab 199,95 Euro, 59/100 Punkte, MOTORRAD-Urteil 9. Platz: Rocc 486, ab 169,97 Euro, 60/100 Punkte, MOTORRAD-Urteil 8. Platz: Held Masuda, ab 189,95 Euro, 62/100 Punkte, MOTORRAD-Urteil 7. Platz: Nexo Fiberglas Sport, ab 199,99 Euro, 67/100 Punkte, MOTORRAD-Urteil
10 Bilder

10 Integralhelme bis 250 Euro wurden in einem Helmtest in MOTORRAD 9/2017 getestet, bewertet und miteinander verglichen: AGV K-3 SV, Held Masuda, HJC IS-17, IXS HX 444, LS2 FF397 Vector, Nexo Fiberglas Sport, Nolan N87, Rocc 486, Scorpion EXO-510 Air und Shark D-Skwal.

Die Integralhelme traten zum Helmtest jeweils in ihren Basisvarianten an, also meist in einfachen Farben und ohne Dekor. Deren Preise liegen zwischen 149 und 250 Euro. Genau in diesem Segment sind bei den Integralhelmen die Verkaufszahlen hoch und die Konkurrenz scharf. Der Kunde hat Auswahl und erwartet zu Recht deutlich mehr als den Basis-Unfallschutz, also die ECE-normgerechte passive Sicherheit, bei der es nur darum geht, den Schädel vor Unfallfolgen zu schützen.

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Platz 1: Nolan N87

Der Integralhelm Nolan N87 ist in den Größen XXS bis 3XL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Lexan. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1530 bis 1610 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1636 Gramm gemessen.

Foto: mps-Studio
Sonnenblende mit feinstufiger Rastung – sehr praktisch. Auch der Rest überzeugt bis ins Detail mit Praxistauglichkeit.
Sonnenblende mit feinstufiger Rastung – sehr praktisch. Auch der Rest überzeugt bis ins Detail mit Praxistauglichkeit.

Fixiert wird der Nolan N87 über einen Ratschenverschluss. Der Nolan N87 ist den den Farben Weiß, Schwarz und Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 13 Dekorvarianten verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel und Pinlock-Visier (montiert). Außerden ist der Nolan N87 für das n-com-Kommunikationssystem vorbereitet.

Der Nolan N87 wird in Italien hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 3 stammt auch von dort. Er kostet ohne Dekor 209,99 Euro, mit Dekor 234,99 bis 299,99 Euro.

Ersatzvisiere für den Nolan N87 sind in den Ausführungen klar (39,95 Euro), getönt (39,95 Euro) und verspiegelt (59,95 Euro) erhältlich. Anbieter: Nolan, Tel. 0711/3108530, www.nolangroup.de

Positiv aufgefallen:

  • Leichtes Auf- und Absetzen
  • gut ausbalanciert
  • hervorragende Passform, Kopf knackig umschlossen, angenehmes Futter
  • sehr gute Brillentauglichkeit
  • tadellose Aerodynamik
  • relativ niedriges Geräuschniveau
  • befriedigend wirksame Belüftung an Kinn und Oberkopf, Belüftungsschieber gut zu bedienen
  • Visier dichtet absolut zugfrei
  • großes Sichtfeld
  • gute Verriegelung
  • sehr einfacher Visierwechsel
  • einfache Sonnenblenden-Bedienung (mit Rastung!) deckt sehr gut ab
  • kein Wassereinbruch
  • sehr gute Verarbeitung

Negativ aufgefallen:

  • Öffnungshebel Kinnschloss etwas zu klein

Fazit:

So sehen klare Testsieger aus! Der Nolan N87 überzeugte im Labor und in der Praxis vollauf. Die unterschiedlichsten Testköpfe waren hervorragend untergebracht, und man merkt dem Alleskönner in nahezu ­jedem Detail an, wie viel Erfahrung die Nord­italiener in Sachen Helmentwicklung haben.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut | TESTSIEGER

Platz 2: Shark D-Skwal

Der Integralhelm Shark D-Skwal ist in den Größen XS bis XL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Thermoplast. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1530 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1568 Gramm gemessen.

Foto: mps-Studio
Wer auf kuschelig-knautschige Helmpols­ter steht, trägt hier richtig. Und wer gern mal schneller unterwegs ist, ebenfalls.
Wer auf kuschelig-knautschige Helmpols­ter steht, trägt hier richtig. Und wer gern mal schneller unterwegs ist, ebenfalls.

Fixiert wird der Shark D-Skwal über einen Ratschenverschluss. Der Shark D-Skwal ist den den Farben Weiß, Schwarz und Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 6 Dekore in 17 Farben verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel und Pinlock-Visier (beigelegt).

Der Shark D-Skwal wird in Portugal hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 11 stammt aus Großbritannien. Er kostet ohne Dekor 189,99 Euro, mit Dekor 219,99 Euro.

Ersatzvisiere für den Shark D-Skwal sind in den Ausführungen klar (47,10 Euro), getönt (49,40 Euro) und verspiegelt (69,00 Euro) erhältlich. Anbieter: Shark, Tel. 04108/458000, www.shark-helme.info

Positiv aufgefallen:

  • Relativ einfaches Auf- und Absetzen
  • gute Passform, Kopf gut umschlossen, sehr komfortabel
  • gute Brillentauglichkeit
  • aerodynamisch weitgehend unauffällig (leichter Impuls beim Seitenblick)
  • niedriges Geräuschniveau
  • einfach zu bedienende Belüftungsschieber, am Oberkopf mit guter, am Kinn mit befriedigender Wirkung
  • einfache Sonnenblenden-Bedienung, deckt sehr gut ab
  • Visier dichtet gut ab, praxisgerechte Belüftungsstellung, einfacher Visierwechsel
  • befriedigende bis gute Verarbeitung

Negativ aufgefallen:

  • Sichtfeld relativ klein, Seitenblick etwas eingeschränkt
  • starker Wassereinbruch nach 90 Sekunden über Belüftung

Fazit:

Das fleißige Punktesammeln lohnt sich für den Shark D-Skwal: Der in Portugal gefertigte Franzose schiebt sich absolut unauffällig, aber sehr souverän auf den zweiten Platz und ist auch in Sachen Schlagdämpfung ganz vorn mit dabei. Recht niedriges Geräuschniveau, gute Aerodynamik – ein Helm für die flotte Gangart.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 3: AGV K-3 SV

Der Integralhelm AGV K-3 SV ist in den Größen XS bis XXL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Thermoplast. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1525 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1506 Gramm gemessen.

Foto:
Der Lichtspalt zwischen Sonnenblende und Kinnteil ist zu groß; aber dafür stimmen Passform und Aerodynamik.
Der Lichtspalt zwischen Sonnenblende und Kinnteil ist zu groß; aber dafür stimmen Passform und Aerodynamik.

Fixiert wird der AGV K-3 SV über einen Ratschenverschluss. Der AGV K-3 SV ist in den Farben Weiß, Schwarz und Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 21 Dekorvarianten verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel und Pinlock-Visier (beigelegt).

Der AGV K-3 SV wird in China hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 3 stammt aus Italien. Er kostet ohne Dekor 219,95 Euro, die Preise der Dekorvarianten reichen von 249,95 bis 299,95 Euro.

Ersatzvisiere für den AGV K-3 SV sind in den Ausführungen klar (49,99 Euro), getönt (59,99 Euro) und verspiegelt (69,99 Euro) erhältlich. Anbieter: AGV, Tel. 00 39/01 31/85 30 11 (Italien), www.agv.com

Positiv aufgefallen:

  • relativ leichtes Auf- und Absetzen
  • gute bis sehr gute Passform, Kopf knackig umschlossen
  • sehr gute Brillentauglichkeit
  • Kinnriemen gut gepolstert
  • insgesamt gute Aerodynamik
  • relativ niedriges Geräuschniveau
  • sehr wirksame Belüftung an Oberkopf und Kinnteil
  • Bedienung befriedigend bis gut
  • Visier dichtet absolut zugfrei
  • sehr einfacher Visierwechsel

Negativ aufgefallen:

  • Sonnenblenden-Bedienung etwas fummelig
  • Hebel zu klein
  • Lichtspalt zu groß
  • Oberkante des Pinlock-Visiers liegt störend im Blickfeld, Sichtfeld relativ klein
  • Visier-Belüftungsstellung zu weit
  • Schlagdämpfungswerte nur Mittelmaß
  • Wassereinbruch nach 65 Sekunden über Belüftung

Fazit:

Der mittlerweile in China gefertigte AGV K-3 SV liefert eine ordentliche Gesamtleistung ab, besonders die knackige Passform überzeugt. Von den Kritikpunkten dürfte sich der nervigste am einfachsten ab Werk abstellen lassen: Ein größeres Pinlock-Innenvisier wirkt vermutlich schon Wunder.

MOTORRAD-Urteil: gut


*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Platz 4: HJC IS-17

Der Integralhelm HJC IS-17 ist in den Größen XXS bis XXL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Polycarbonat. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1600 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1618 Gramm gemessen.

Foto: mps-Studio
Überzeugt mit toller Passform, einem hervorragenden Visier und solider Verarbeitung. Aber andere können das jetzt auch ...
Überzeugt mit toller Passform, einem hervorragenden Visier und solider Verarbeitung. Aber andere können das jetzt auch ...

Fixiert wird der HJC IS-17 über einen Ratschenverschluss. Der HJC IS-17 ist den den Farben Weiß, Schwarzmetallic und Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 16 Dekorvarianten sowie die Versionen Gelb (209,90 Euro) und Iron Man (279,90 Euro) verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel, Skipfog-Visier (beigelegt).

Der HJC IS-17 wird in Vietnam hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 1 stammt aus Deutschland. Er kostet ohne Dekor 199,90 Euro, mit Dekor 239,90 Euro.

Ersatzvisiere für den HJC IS-17 sind in den Ausführungen klar (45,95 Euro), getönt (45,95 Euro) und verspiegelt (55,95 Euro) erhältlich. Anbieter: HJC, Tel. 0 21 31/52 35 60, www.hjc-germany.de

Positiv aufgefallen:

  • Sehr leichtes Auf- und Absetzen
  • gut ausbalanciert
  • gute bis sehr gute Passform, Kopf knackig umschlossen, angenehmes Futter
  • gute Brillentauglichkeit
  • befriedigende Aerodynamik (leichter Impuls beim Seitenblick)
  • wirksame Belüftung an Oberkopf
  • Visier dichtet absolut zugfrei
  • riesiges Sichtfeld
  • gute Verriegelung
  • sehr einfacher Visierwechsel
  • Sonnenblende deckt sehr gut ab
  • gute bis sehr gute Verarbeitung

Negativ aufgefallen:

  • Sonnenblenden-Bedienung gewöhnungsbedürftig, nicht mehr zeitgemäß (Überkopf)
  • Kinnbelüftung ohne spürbare Funktion
  • Kinnriemenpolster zu kurz
  • Wassereinbruch nach 50 Sekunden über Visierdichtung

Fazit:

Beim Mittelklasse-Helmtest 2013 reichte es dem HJC IS-17 noch für ein "sehr gut", den zweiten Platz und für den "Kauftipp". Mittlerweile ist der IS-17 ein Helm-Oldie und nicht schlechter als damals (von den Schlagdämpfungswerten abgesehen), doch die anderen Kandidaten haben nachgelegt und den HJC IS-17 zum Teil überholt.

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 5: Scorpion EXO-510 Air

Der Integralhelm Scorpion EXO-510 Air ist in den Größen XXS bis 3XL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Polycarbonat. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1500 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1560 Gramm gemessen.

Foto:
Beim Auf- und Absetzen ein typischer Ohrenabreißer, aber der ganze große Rest passt durchaus. Scorpion spielt vorne mit
Beim Auf- und Absetzen ein typischer Ohrenabreißer, aber der ganze große Rest passt durchaus. Scorpion spielt vorne mit

Fixiert wird der Scorpion EXO-510 Air über einen Ratschenverschluss. Der Scorpion EXO-510 Air ist den den Farben Weiß, Schwarz und Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 9 Dekorvarianten verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel, Pinlock-Visier (beigelegt) und aufblasbare Wangenpolster.

Der Scorpion EXO-510 Air wird in China hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 11 stammt aus Großbritannien. Er kostet ohne Dekor 199,90 Euro, mit Dekor 249,90 Euro.

Ersatzvisiere für den Scorpion EXO-510 Air sind in den Ausführungen klar (35,90 Euro), getönt (35,90 Euro) und verspiegelt (44,90 Euro) erhältlich. Anbieter: Scorpion, Tel. 0212/2338849, www.scorpionsports.eu

Positiv aufgefallen:

  • Gute Passform, Kopf gut umschlossen, komfortabel
  • befriedigende bis gute Brillentauglichkeit
  • aerodynamisch weitgehend unauffällig ­(minimales Wandern ab 180 km/h)
  • sehr einfach zu bedienende Belüftungsschieber, am Oberkopf mit guter Funktion
  • sehr einfache Sonnenblenden-Bedienung, deckt gut ab, lässt sich in drei Höhen fixieren
  • großes Sichtfeld, Visier dichtet gut ab, sehr einfacher Visierwechsel
  • kein Wassereinbruch
  • gute Verarbeitung

Negativ aufgefallen:

  • Etwas beschwerliches Auf- und Absetzen
  • Kinnbelüftung ohne Funktion
  • Belüftungsstellung zu weit
  • Schlagdämpfungswerte nur ­Mittelmaß

Fazit:

Die Koreaner lernen sehr schnell dazu und haben mit dem Scorpion EXO-510 Air einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Die Passform stimmt, einige etwas verspielte Detaillösungen sind richtig sinnvoll (Sonnenblenden-Höhenverstellung) und schlimms­tenfalls nicht störend (Wangenpolster-Pumpe).

MOTORRAD-Urteil: gut


Scorpion EXO-510 Air

*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Platz 6: LS2 FF397 Vector

Der Integralhelm LS2 FF397 Vector ist in den Größen XXS bis 3XL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Fiberglas. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1300 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1456 Gramm gemessen.

Foto: mps-Studio
Wenn man erst einmal drin ist, geht es erfreulich komfortabel zu. Bis dahin müssen Wangen und Ohren aber ein wenig leiden.
Wenn man erst einmal drin ist, geht es erfreulich komfortabel zu. Bis dahin müssen Wangen und Ohren aber ein wenig leiden.

Fixiert wird der LS2 FF397 Vector über einen Ratschenverschloss. Er ist den den Farben Weiß, Schwarz und Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 7 Dekorvarianten verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: temluftabweiser, Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel und Pinlock-Visier (beigelegt), außerdem ist der LS2 FF397 Vector für LS2-Bluetooth-Systeme vorbereitet.

Der LS2 FF397 Vector wird in China hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E1 stammt aus Deutschland. Er kostet ohne Dekor 209 Euro, mit Dekor 229 Euro, in Flour 249 Euro.

Ersatzvisiere für den LS2 FF397 Vector sind in den Ausführungen klar (29 Euro), getönt (32 Euro) und verspiegelt (35 Euro) erhältlich. Anbieter: LS2, Tel. 0 44 51/9 60 29 80, www.ls2helmets.com

Positiv aufgefallen:

  • Gute Passform, Kopf gut umschlossen, sehr komfortabel
  • gute Brillentauglichkeit
  • relativ niedriges Geräuschniveau
  • sehr einfach zu bedienende Belüftungsschieber, am Oberkopf mit befriedigender Wirkung
  • sehr einfache Sonnenblenden-Bedienung, deckt sehr gut ab
  • sehr großes Sichtfeld
  • Visier dichtet gut ab, praxisgerechte Belüftungsstellung
  • sehr einfacher Visierwechsel
  • Verarbeitung

Negativ aufgefallen:

  • Beschwerliches Auf- und Absetzen
  • Wangenpolster zu ausgeprägt
  • leichte aerodynamische Schwächen (wandert ab 160 km/h)
  • Visierverriegelung fummelig
  • Wassereinbruch nach 70 Sekunden über Visierdichtung

Fazit:

LS LS2 FF397 Vector ist ein weiterer Schritt nach vorn im Rahmen der immer schneller laufenden LS2-Evolution. Erstaunlich, wie viel die Chinesen in recht kurzer Zeit dazugelernt haben, das Urteil "gut" ist der verdiente Lohn. Verbesserungspotenzial gibt es durchaus noch, dramatische Schwächen aber nicht.

MOTORRAD-Urteil: gut


*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Platz 7: Nexo Fiberglas Sport

Der Integralhelm Nexo Fiberglas Sport ist in den Größen XS bis XL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Fiberglas. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1530 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1656 Gramm gemessen.

Foto: mps-Studio
Hohes Wohlfühlpotenzial, aber Pinlock-Größe, Visierwechsel und ein paar Ausstattungsdetails sind nicht mehr zeitgemäß.
Hohes Wohlfühlpotenzial, aber Pinlock-Größe, Visierwechsel und ein paar Ausstattungsdetails sind nicht mehr zeitgemäß.

Fixiert wird der Nexo Fiberglas Sport über einen Ratschenverschluss. Der Nexo Fiberglas Sport ist in Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 2 Dekorvarianten verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Wind­abweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel und ein Pinlock-Visier (montiert).

Der Nexo Fiberglas Sport wird in Vietnam hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 13 stammt aus Luxemburg. Er kostet ohne Dekor 199,99 Euro, mit Dekor 249,99 Euro.

Ersatzvisiere für den Nexo Fiberglas Sport sind in den Ausführungen klar (29,99 Euro) und getönt (34,99 Euro) erhältlich. Anbieter: Polo, Tel. 0 21 65/8 44 04 00, www.polo-motorrad.de

Positiv aufgefallen:

  • Sehr leichtes Auf- und Absetzen
  • befriedigende bis gute Passform, recht komfortabel (aber ggf. etwas zu plüschig)
  • gute Brillentauglichkeit
  • Oberkopfbelüftung mit befriedigender Wirkung
  • einfache Sonnenblenden-Bedienung, deckt sehr gut ab
  • kein Wassereinbruch

Negativ aufgefallen:

  • Gewicht
  • Kinnriemen viel zu lang und nicht gegen Flattern gesichert
  • leichte aerodynamische Schwächen (Impuls beim Seitenblick, wandert ab 140 km/h)
  • Pinlock-Rand störend im Sichtfeld
  • Sonnenblendenrand verzerrt stark
  • Belüftungsschieber fummelig zu bedienen
  • Kinnbelüftung ohne spürbare Funktion
  • Visierwechsel fummelig
  • z. T. etwas rustikale Verarbeitung
  • Schlagdämpfungswerte unterdurchschnittlich

Fazit:

Für den Nexo Fiberglas Sport wäre mehr drin gewesen, aber eher mäßige Schlagdämpfungswerte und das relativ hohe Gewicht kosten entscheidende Punkte, die zum ansonsten durchaus verdienten Urteil "gut" fehlen. Die Basis stimmt, und der "Kleinkram" (Kinnriemen, Pinlock) lässt sich bei einer Neuauflage korrigieren.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Platz 8: Held Masuda

Der Integralhelm Held Masuda ist in den Größen XS bis XXL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Fiberglas. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1400 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1494 Gramm gemessen.

Foto: mps-Studio
Das Hineinkommen ist etwas beschwerlich, das Hinauskommen noch etwas mehr. Dafür sitzt der Kinnriemen goldrichtig.
Das Hineinkommen ist etwas beschwerlich, das Hinauskommen noch etwas mehr. Dafür sitzt der Kinnriemen goldrichtig.

Fixiert wird der Held Masuda über einen Ratschenverschluss. Der Held Masuda ist in Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 4 Dekorvarianten verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel, Pinlock-Vorbereitung, aufblasbare Wangenpolster.

Der Held Masuda wird in China hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 9 stammt aus Spanien. Er kostet ohne Dekor 185,95 Euro, mit Dekor 199,95 Euro.

Ersatzvisiere für den Held Masuda sind in den Ausführungen klar (16,95 Euro), getönt (19,95 Euro) und verspiegelt (19,95 Euro) erhältlich. Anbieter: Held, Tel. 0 83 21/6 64 60, www.held.de

Positiv aufgefallen:

  • Kinnriemen gut angelenkt
  • befriedigende Brillentauglichkeit
  • Sonnenblende deckt gut ab;
  • befriedigende Schlagdämpfungswerte
  • relativ einfacher Visierwechsel
  • günstige Ersatzvisiere
  • kein Wassereinbruch

Negativ aufgefallen:

  • Auf- und Absetzen beschwerlich
  • unharmonische Passform, Kinnteil ggf. zu kurz, Kinn stößt leicht an
  • aerodynamisch etwas unbefriedigend (Wanderimpuls ab 150 km/h, deutlicher Impuls beim Seitenblick)
  • hohes Geräuschniveau bereits ab Landstraßentempo
  • Belüftungsschieber fummelig zu bedienen und praktisch ohne Funktion
  • Sonnenblende etwas fummelig zu bedienen, Mechanik scheppert und ist schwergängig
  • Pinlock-Visier nicht im Lieferumfang
  • Belüftungsstellung zu weit

Fazit:

Der Held Masuda wirkt etwas aus der Zeit gefallen, so sahen Mittelklasse-Helme vor zehn Jahren aus. Vergleichbare Produkte rangieren heutzutage eher in einer Preisklasse darunter, also um 100 Euro. Die Passform- und Aerodynamikschwächen muss man mittlerweile nicht mehr akzeptieren.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Foto: mps-Studio

Platz 9: Rocc 486

Der Integralhelm Rocc 486 ist in den Größen XS bis XL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus ABS. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1400 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1472 Gramm gemessen.

Foto: mps-Studio
Es wird relativ schnell klar, warum der Helm das günstigste Angebot im Testfeld ist. Preiswert? Das ist die große Frage.
Es wird relativ schnell klar, warum der Helm das günstigste Angebot im Testfeld ist. Preiswert? Das ist die große Frage.

Fixiert wird der Rocc 486 über einen Ratschenverschluss. Der Rocc 486 ist den den Farben Weiß und Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 8 Dekorvarianten verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Wind­abweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel und Pinlock-Vorbereitung.

Der Rocc 486 wird in China hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 9 stammt aus Spanien. Er kostet 169,95 Euro.

Ersatzvisiere für den Rocc 486 sind in der Ausführungen klar (21,95 Euro) erhältlich. Anbieter: Büse, Tel. 02471/12690, www.buese.com

Positiv aufgefallen:

  • Kinnriemen gut angelenkt
  • großes Sichtfeld, Visier dichtet gut ab
  • einfache Sonnenblenden-Bedienung, deckt gut ab
  • einfacher Visierwechsel
  • günstiges Ersatzvisier
  • Preis

Negativ aufgefallen:

  • Auf- und Absetzen etwas beschwerlich
  • unharmonische Passform, kein klar definierter Sitz, diverse Druckstellen
  • aerodynamisch unbefriedigend (Wanderimpuls ab 120 km/h)
  • hohes Geräuschniveau
  • Belüftungsschieber fummelig zu bedienen und praktisch ohne Funktion
  • Kinnriemenpolster zu kurz
  • Sonnenblenden-Unterkante verzerrt
  • Pinlock-Visier nicht im Lieferumfang
  • unbefriedigende Schlagdämpfungswerte
  • Wassereinbruch nach 20 Sekunden über Belüftung

Fazit:

Der Rocc 486 ist im Vergleich billig, aber für das Gebotene zu teuer, denn viele Detailschwächen trüben das Bild. Besonders die mäßige Passform und die unbefriedigenden Schlagdämpfungswerte kosten Punkte. Zielgruppe? Innerorts-Rollerfahrer, aber die bekommen für unter 100 Euro Vergleichbares.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend


*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Platz 10: IXS HX 444

Der Integralhelm IXS HX 444 ist in den Größen XS bis XXL erhältlich. Seine Helmschale besteht aus Fiberglas. Laut Hersteller wiegt er in Größe L 1450 Gramm, wir haben beim Nachwiegen 1528 Gramm gemessen.

Foto: mps-Studio
Passt nicht, wackelt und hat Luft – überzeugend ist anders, aber die Sonnenblenden-Bedienung funktioniert tadellos.
Passt nicht, wackelt und hat Luft – überzeugend ist anders, aber die Sonnenblenden-Bedienung funktioniert tadellos.

Fixiert wird der IXS HX 444 über einen Ratschenverschloss. Der IXS HX 444 ist in Mattschwarz erhältlich, außerdem sind 11 Dekore verfügbar. Im Lieferumfang enthalten sind: Atemluftabweiser, Windabweiser am Kinn, Sonnenblende, Helmbeutel und Pinlock-Visier (montiert).

Der IXS HX 444 wird in China hergestellt, sein ECE-Prüfzeichen E 9 stammt aus Spanien. Er kostet ohne Dekor 199,95 Euro, mit Dekor 229,95 Euro, mit Karbonschale 299,95 Euro.

Ersatzvisiere für den IXS XS 44 sind in den Ausführungen klar (29,90 Euro), getönt (29,90 Euro) und verspiegelt (36,90 Euro) erhältlich. Anbieter: Hostettler, Tel. 0 76 31/1 80 40, www.ixs.com

Positiv aufgefallen:

  • Auf- und Absetzen relativ leicht
  • befriedigende Brillentauglichkeit
  • wirksame, gut zu bedienende Oberkopf-Belüftung
  • einfache Sonnenblende-Bedienung
  • einfacher Visierwechsel

Negativ aufgefallen:

  • Passform sehr inhomogen, locker und schwammig, kein definierter Sitz
  • Kinnriemen sehr weit hinten angelenkt, drückt ggf. auf Kehlkopf
  • Kinnriemenpolster zu kurz und dünn
  • Visier lässt sich nur beidhändig komplett schließen
  • aerodynamisch sehr unbefriedigend (wackelt und vibriert ab 120 km/h, extremer Auftrieb)
  • sehr hohes Geräuschniveau bereits ab Landstraßentempo
  • Kinnbelüftung wirkungslos
  • starker Wassereinbruch nach 60 Sekunden über Visierdichtung

Fazit:

Noch ein Vertreter aus der Reihe „Passt-nicht-mehr-in-die-Zeit/Preisklasse“. Passform, Aerodynamik, Akustik – der IXS HX 444 lässt überall kräftig Punkte liegen. Für alles über Landstraßenlimit ist der chinesische Helm eher ungeeignet. Fiberglas sollte nicht das einzige Verkaufsargument sein.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend


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Ausstattung der Integralhelme

Zu den Anforderungen an Motorrad-Integralhelme bis 250 Euro gehört beispielsweise auch der Langstreckenkomfort, der zur aktiven Sicherheit beiträgt. Bei vielen der getesteten Integralhelme schlägt sich das in der Liste der Ausstattungsdetails nieder. Integrierte Sonnenblenden gehören mittlerweile zum Standard, über deren Bedienung und mechanische Qualität herrschen aber durchaus unterschiedliche Auffassungen.

Zwei in unserem Helmtest vertretene Anbieter gehen in Sachen Sonnenblende sogar schon einen Schritt weiter: Am Nolan-Integralhelm ist der Blendschutz mit einer praktischen Rastung versehen, analog zum bekannten System normaler Visiere. Sehr praktisch, um den Lichtspalt zwischen Sonnenblende und Kinn­oberteil zu variieren, damit man zum Beispiel ­die Instrumente besser ablesen kann. Der Integralhelm von Scorpion wiederum erlaubt, den Sonnenblenden-Anschlag in drei Stufen zu verändern, um unterschiedlichen Nasengrößen gerecht zu werden.

Zur Serienausstattung eines Integralhelms gehören mit wenigen Ausnahmen beschlaghemmende Visier-Doppelscheiben – meist unter dem Markennamen Pinlock laufend. Falls nicht (wie bei den Motorrad-Integralhelmen von Held und Rocc), werden 25 bis 30 Euro zusätzlich fällig.

Dass Pinlock aber nicht gleich Pinlock ist, zeigt dieser Test; denn ob der Standard-Beschlagschutz oder die deutlich großflächigere Max-Vision-Version verbaut wurde, kann in Sachen freies Sichtfeld einen gewaltigen Unterschied ausmachen - nämlich dann, wenn der Pinlock-Rand permanent störend vor Augen ist. Also bitte beim Helmkauf darauf achten, dass das oft nur beigelegte Doppelscheiben-Visier auch tatsächlich montiert ist. Erst dann lassen sich Aussagen zum ungetrübten Ausblick machen.

So testet MOTORRAD Integralhelme

Vom jedem Integralhelm-Modell traten fünf Exemplare an: drei in Größe M, je eines in Größe L und XL. Zwei M-Exemplare wurden für die Schlagdämpfungsprüfung beim TÜV Rheinland in Köln zerstört (siehe unten).

Die jeweils drei verbliebenen Testmuster mussten in der Praxiserprobung zeigen, was sie können. Dafür ging es mit den MOTORRAD-Dauertestern KTM 1290 Super Duke R und Triumph Thruxton R auf die große Vergleichsrunde auf einer weitgehend Autobahn und auf umliegenden Landstraßen. Das Autobahn-Speedlimit lag bei 200 km/h, die meisten Kilometer wurden bei etwa 10 °C Außentemperatur und um 160 km/h gesammelt.

Foto: Herder
Klimaprüfstand mit Dummy auf Ducati Multistrada und Regenguss bei 80 km/h.
Klimaprüfstand mit Dummy auf Ducati Multistrada und Regenguss bei 80 km/h.

Nach jeder Testrunde wurden die Fahreindrücke des Motorrad-Integralhelms protokolliert. Um diese später noch etwas besser einordnen zu können, stand zum Abschluss des Praxis-Testprogramms der "Konferenzraum-Trockentest" in der Stuttgarter MOTORRAD-Redaktion auf dem Programm, in den zusätzliche, von Fahreindrücken unbelastete Kollegen eingebunden wurden. Dabei ging es noch einmal in aller Ruhe um Handhabung, Passform und Verarbeitungsqualität der Integralhelme. Und wie immer entstanden dabei auch die total subjektiven Hitlisten der Redakteure, die mal wieder beweisen, dass der Helm am besten ist, der einem ganz persönlich am besten passt und gefällt.

20 Testmuster der Integralhelme kamen ins "Air & Acoustic Lab" der Firma Schuberth nach Magdeburg. Testen beim Helmhersteller Schuberth? Im konkreten Fall auch unter wettbewerbsrechtlichen und Compliance-Gründen kein Problem, denn Schuberth war diesmal kein Testteilnehmer und hat als Anbieter eher recht hochpreisiger Premiumhelme auch keinerlei wirtschaftliches Interesse an der Integralhelme-bis-250-Euro-Liga. Sorge um vermeintliche Wettbewerber? Nicht wirklich, da bewegt man sich zu sehr in völlig unterschiedlichen Welten, zudem wurden alle Messergebnisse ausführlich und reproduzierbar dokumentiert.

Alle Motorrad-Integralhelme mussten bei 100 km/h im Windkanal zeigen, wie viele Geräusche sie zum Fahrerohr durchlassen. Objektive Testwerte und subjektive Eindrücke der Windkanal-Probanden deckten sich dabei nahezu 100-prozentig mit den Ergebnissen aus den MOTORRAD-Fahrversuchen.

Im Klima-Prüfstand wurde eine Situation simuliert, die sich anderswo nicht reproduzieren lässt: heftigster Landregen bei Tempo 80, immer das gleiche Tempo, immer die gleiche Wassermenge. Ein Dummy musste unter dem Helm drei Minuten trocken überstehen. Sollte vorher Wasser übers Visier und/oder die Belüftungskanäle in den Integralhelm eindringen, wurde der Versuch abgebrochen. Indikator für Undichtigkeiten: unter der oberen Helmöffnung platziertes Werkstatt-Putzpapier. Die Ergebnisse der Dichtigkeitsprüfung flossen in die Punktevergabe für die Verarbeitungsqualität ein.

Integralhelme auf dem TÜV-Prüfstand

Die erfolgreich absolvierte Prüfung nach der Helmtest-Norm ECE R 22.05 ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt in die Auswahl für den MOTORRAD-Helmtest zu kommen. Allerdings hält die Redaktion das profane Nachmessen der ECE-Schlagdämpfungswerte für überflüssig, denn die ECE definiert lediglich eine Minimalanforderung für Motorradhelme.

Das liegt einerseits an den teils abstrusen Prüfvorgaben, wonach die Fallversuche mit auf minus 20 °C gefrorenen Helmen stattfinden. Außerdem sind die Aufschlagpunkte in der europäischen Norm genau definiert. Was wiederum manche Helmanbieter animiert, die Prüfpunkte entsprechend zu verstärken. Das ist legal, lässt Kritiker aber spotten, dass man nach dieser Methode selbst eine Pudelmütze ECE-tauglich stricken könne.

Foto: Herder
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Form follows function: Leitplankenträger ("Sigmapfosten") für den Seitenschlag.

MOTORRAD hat deshalb bereits 2009 mit dem TÜV-Experten Peter Schaudt und dem Unfallforscher und Biomechaniker Florian Schueler ein praxisnahes Prüfverfahren für Helme entwickelt. Seit nun acht Jahren hat sich die "MOTORRAD-Helmnorm" in zahlreichen Vergleichstests bewährt. Zentraler Punkt: Der Helm fällt auf dem Prüfstand des TÜV Rheinland weiterhin aus rund 3 Metern Höhe, aber nicht auf den ECE-Kantenamboss, sondern auf einen echten Leitplankenträger ("Sigmapfosten"), dem nach den Erkenntnissen von Florian Schueler bei Unfällen oftmals eine tragische Rolle zukommt.

Getestet werden die Helme bei Raumtemperatur, der Aufprall auf die linke und rechte Seite erfolgt sowohl bei Low- wie auch Highspeed. Nach ECE ist beim Aufprall auf den Prüfamboss ein Beschleunigungswert von 275 g zulässig. Der mit Sensoren bestückte Prüfkopf leitet den g-Wert an einen Computer weiter, der daraus unter Zuhilfenahme anderer Parameter (Dauer der Krafteinwirkung) den HIC-Wert berechnet.

Das "Head Injury Criterion" gilt bei Medizinern und Biomechanikern als aufschlussreicher Wert, um Aussagen über mögliche Hirn-/Schädel-Verletzungen zu treffen. Die ECE erlaubt einen maximalen HIC-Wert von 2400. Eine abstrakte Zahl, vor allem aber weit jenseits von Gut und Böse. Die MOTORRAD-Expertencrew ist sich einig: "Im MOTORRAD-Test sollte HIC 1000 machbar sein!"

Von diesem Wunschwert sind die getesteten Kandidaten noch ein ganzes Stück entfernt, erfüllen aber immerhin die ECE-Mindestanforderungen locker. Verbesserungen zum letzten MOTORRAD-Helmtest vergleichbarer Mittelklassemodelle (siehe MOTORRAD 6/2013) sind aber nicht zu vermelden. Auch die Helme der Bis-100-Euro-Klasse (Test in MOTORRAD 21/2016) schnitten in Sachen Schlagdämpfung nicht schlechter ab. Also, liebe Hersteller: Da geht noch deutlich mehr!

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