Ducati 1260 Multistrada Enduro auf der EICMA

Adventure-Bike im Fahrbericht

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Ducati hat die 1260 Multistrada Enduro zum Modelljahr 2019 mit einem neuen Motor und neuen Features ausgerüstet. Der 1.262 cm³ große Testastretta-V2 tritt mit einer variablen Ventilsteuerung und 158 PS an. Wir konnte sie bereits fahren.

Mit zahlreichen Neuerungen versucht Ducati das Konzept der Vielseitigkeit der Multistrada zu erweitern. Erweitert wurde dazu erstmal der Hubraum des V2. Der neue Ducati Teststretta DVT Motor tritt mit 1.262 cm³ an und soll so im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich mehr Leistung und Drehmoment bereitstellen. Als Spitzenleistung werden 158,3 PS genannt, die bei 9.300 Touren anliegen. Das maximale Drehmoment von 128 Nm soll bei 7.500/min anliegen. Rund 85 % davon sollen schon unter 3.500/min bereitstehen. Die Ölwechselintervalle sollen bei 15.000 km liegen, die Desmodromik verlangt alle 30.000 km nach einer Kontrolle.

Fahrwerk- und Elektronik-Update

Nachgelegt wurde aber auch in den Bereichen Fahrwerk und Elektronik. Beim Fahrwerk sollen eine längere Schwinge, ein längerer Radstand und die überarbeitete Lenkgeometrie für ein präziseres Einlenkverhalten und gleichzeitig unbeirrbare Stabilität beim Fahren im Soziusbetrieb mit voller Beladung und montierten Seitenkoffern sorgen. Zudem wurden die Federwege an beiden Rädern um 15 mm gekappt und die Räder um 2 kg im Gewicht reduziert. Durch einen neuen Lenker (30 mm tiefer) und eine neu geformte, nun zweifarbige Sitzbank (Sitzhöhe jetzt 860 mm, Alternativen mit 840 und 880 mm gibt es gegen Aufpreis) soll sich zusammen mit dem niedrigeren Gesamtschwerpunkt eine bessere Ergonomie sowie ein besseres Handling ergeben

Ducati hat die 1260 Multistrada Enduro zum Modelljahr 2019 mit einem neuen Motor und neuen Features ausgerüstet. Der 1.262 cm³ große Testastretta-V2 tritt mit einer variablen Ventilsteuerung und 158 PS an.
Foto: Ducati
Die neue Ducati 1260 Multistrada Enduro wird es in zwei verschiedenen Farbvarianten geben.
Die neue Ducati 1260 Multistrada Enduro wird es in zwei verschiedenen Farbvarianten geben.

Das Elektronikpaket der neuen Ducati Multistrada 1260 umfasst unter anderem ein Kurven-ABS, Kurvenlicht und elektronisch geregeltes Fahrwerk (beides ab Multistrada S), achtstufige Wheelie-Kontrolle, achtstufige Traktionskontrolle, Blipper, verschiedene Fahrmodi und eine Berganfahrhilfe. Aufgefrischt und in seinen Funktionsumfängen erweitert wurde auch das 5-Zoll-TFT-Display im Cockpit.

Beim Design beschränken sich die Änderungen hauptsächlich auf ein neues Dekor, angepasst wurden aber auch im geringen Umfang einige Kunststoffteile.

Vier weitere Versionen verfügbar

Die neue Ducati 1260 Multistrada Enduro ist das fünfte Modell der Reihe. Bereits erhältlich sind die Versionen Multistrada 1260, Multistrada 1260 S, Multistrada 1260 S D|Air, Multistrada 1260 Pikes Peak. Die Preise starten bei 16.990 Euro für die Basisversion. Die S-Variante steht im einem Grundpreis von 19.690 Euro in der Preisliste. Die Multistrada 1260 S D|Air kostet ab 20.490 Euro und die Pikes Peak ab 24.390 Euro. Die Multistrada 1260 Enduro kostet ab 20.690 Euro. Es wird sie in den Farben Sand und Rot geben.

Es gibt auch eine große Auswahl an speziellem Zubehör, wie z.B. Aluminiumkoffer und Topcase, sowie die Pakete Touring, Sport, Urban und Enduro. Die Multistrada 1260 Enduro erreicht die Händler ab Dezember 2018.

Foto: Ducati

Ducati Multistrada 1260 Enduro im Fahrbericht

Schon beim Anfahren macht sich das überarbeitete Ride-by-Wire bemerkbar. Überaus fein, mit besten Manieren, hängt das Testmotorrad am Gas.

Die ersten Kurven mäandern durch die hügelige Landschaft, Gangstufe drei prangt im großen, gut ablesebaren, farbigen Display. Die nächste Gerade kündigt sich an und auf die Brause. Ups, das passt jetzt nicht so richtig. Der Motor dreht zu tief und rappelt kräftig. Schnell per Blipper einen Gang nach unten geschaltet und schon agiert der L-Twin wieder im Wohlfühlbereich. Mehr Drehmoment untenrum, das stimmt schon. Ganz tiefe Drehzahlen meistert der V2 dennoch nur unwillig, erst ab 3.000/min läuft´s rund und darüber kennt der Motor kein Halten mehr. Gleichmäßig legt er weiter an Leistung zu, liefert reichlich Kraft, nachdrücklich, aber nie ungestüm.

Das semiaktive Fahrwerk lässt die Multi 1260 Enduro gutmütig über Verwerfungen gleiten, ohne das Feedback zu verwässern. Allenfalls beim ganz tiefen Ankern per standfester Brembo-Radialzangen in Kurven hinein zeigt die Gabel ein leichtes Eigenleben, während das Federbein ohne Murren der Spur folgt. Das ließe sich aber bestimmt noch abstellen. Rund 400 Konfigurationsmöglichkeiten umfasst das Fahrwerks-Setup.

Foto: Ducati
Die Multi kann auch leichtes Gelände.
Die Multi kann auch leichtes Gelände.

Die neu arangierte Sitzposition zeigt sich bequem. Was allerdings geblieben ist wie bisher: Durch die ausgeprägte Sitzkuhle hockt der Pilot immer noch stark und etwas starr im Motorrad, fehlt Bewegungsspielraum.

Wechsel aufs Offroad-Terrain. Breite, grob geschotterte Waldpfade beeindrucken die Multi nur wenig. Im Offroad-Mode samt entsprechender Fahrwerksstimmung schlucken die gekürzten Federwege richtig viel raus, halten die Ducati ruhig. Grenzen für Maschine und vor allem Mensch gibt´s natürlich trotzdem. Bei langsamen Tempo machen sich die vollgetankt mehr als fünf Zentner klar bemerkbar.

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