Runder Tisch eingerichtet. Weil es Ende August/Anfang September auf der B500, bekannt als Schwarzwaldhochstraße, in wenigen Tagen zu drei tödlichen Motorradunfällen kam, wurde dort in einigen Gemeinden der Ruf nach einem Fahrverbot für Motorradfahrer laut. Doch nun soll erst einmal ein Runder Tisch Maßnahmen erarbeiten, um die Gefahren für Motorradfahrer einzudämmen.
Mehr Unfälle mit Bikern
Tatsächlich ist die bisherige Bilanz des Jahres 2026 rabenschwarz: Insgesamt gab es auf der B500 vier tödliche Motorradunfälle, weitere Biker wurden schwer verletzt. Laut Polizei haben sich im ganzen Nordschwarzwald, durch den die B500 führt, die Motorradunfälle im Vergleich zu 2025 verdoppelt, die Zahl der Todesopfer stieg von drei auf 14.
Maßnahmen haben kaum Erfolg
Dabei hatte man in der Vergangenheit im Schwarzwald viel versucht, um Motorradunfälle und ihre Folgen zu reduzieren, vom Unterfahrschutz an Leitplanken über Tempo 50 und Kontrollen bis zum "Schweigekilometer": Er wurde 2024 auf der B500 eingerichtet und soll Bikern als Warnung dienen. Bislang jedoch ohne den gewünschten Erfolg: Immer noch seien dort "Poser und Knieschleifer" unterwegs, berichten Augenzeugen.
Kontrollen, Drohnen, Kurvenmarkierungen und Rüttelstreifen
Baden-Badens Oberbürgermeister Thomas Jung ist von den Unfällen geschockt, sieht sie aber differenziert. Er fährt selbst eine BMW R 1300 GS Adventure und weiß daher, wovon er spricht. Er betont, dass es nur eine kleine Gruppe sei, die sich nicht an die Regeln halte, die vielen anderen Motorradfahrer dürften nicht bestraft werden. Deshalb forderte er einen Runden Tisch, der am 21. September zum ersten Mal tagte.
An dem Treffen im Rathaus in Baden-Baden nahmen die Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe, der Ortenaukreis, der Landkreis Rastatt, die Städte Bühl, Achern, Gaggenau und Baden-Baden sowie die Polizei teil. Gemeinsam verständigte man sich auf ein Maßnahmenpaket, das zur Motorradsaison 2027 umgesetzt werden soll. Dazu zählen ein konsequenteres Vorgehen bei Verkehrsverstößen, intensivere Kontrollen mit zivilen Fahrzeugen und Drohnen sowie bauliche Veränderungen wie Rüttelstreifen oder spezielle Fahrbahnmarkierungen in Kurven. Erwogen wird auch eine Einbahnstraßenregelung auf besonders unfall- oder konfliktträchtigen Strecken. Zudem soll geprüft werden, ob Motorräder bei schweren Verkehrsverstößen – Stichwort Knieschleifer oder Poser – beschlagnahmt werden können.
Bürgermeister will keine Fahrverbote
Für die Maßnahmen soll die B500 als Pilotstrecke dienen, geeignete Ansätze dann auf weitere unfallträchtige Strecken im Schwarzwald ausgedehnt werden. Bei einem weiteren Treffen im November wollen die Beteiligten konkrete Beschlüsse folgen lassen. Von generellen Fahrverboten für Motorräder, wie kurz nach den gehäuften tödlichen Unfällen, war beim Runden Tisch vorerst nicht mehr die Rede. Das dürfte ganz im Sinn von Baden-Badens OB Thomas Jung sein dürfte, denn für ihn sind sie nur das allerletzte Mittel: "Ich hoffe sehr, dass es nicht so weit kommt."












