Moto Guzzi V7 III Rough/Milano/Carbon (2018) im Test

3 neue Modellvarianten

Moto Guzzi bringt drei weitere Varianten des V7-Verkaufsschlagers: Rough, Milano und Carbon.
Moto Guzzi bringt drei weitere Varianten des V7-Verkaufsschlagers: Rough, Milano und Carbon.Die Milano......bringt als Einzige einen Drehzahlmesser mit.Die mattschwarz-silberne Rough...
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Moto Guzzi bringt drei weitere gelungene Varianten seines sympathischen Verkaufsschlagers V7: die rustikale Moto Guzzi V7 III Rough, die elegante Moto Guzzi V7 III Milano und die markante Moto Guzzi V7 III Carbon.

Rund 9.000 Motorräder baute Moto Guzzi im letzten Jahr. Das mag nicht viel scheinen für eine Marke, die einst zu den größten und innovativsten in Europa zählte. Doch diese glorreichen Zeiten sind lang her, nach zahlreichen Krisen und Durststrecken dürfen die aktuellen Zahlen durchaus als Erfolg gelten, zumal die Nachfrage langsam, aber stetig steigt. Und zwar vor allem nach der V7, mit der Moto Guzzi einen Nerv traf, als sie 2009 auf den Markt kam. Weil es dem Hersteller an modernen, leistungsstarken Motoren mangelte, machte er aus der Not eine Tugend und schuf rund um den traditionsreichen luftgekühlten V2 mit rund 50 PS ein charmantes Motorrad, das sich zu den Urhebern der Klassikwelle zählen darf. Mehr als 4.000 wurden im letzten Jahr verkauft; nicht zuletzt bei den modebewussten Mailändern und Römern gilt eine Moto Guzzi V7 als stylischer Untersatz.

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Keine technischen Änderungen

Moto Guzzi befeuert den Erfolg mit immer neuen Modellvarianten. In diesem Jahr mit der Moto Guzzi V7 III Rough, die mit Softenduro-Reifen und Speichenrädern die Scrambler gibt; mit der Moto Guzzi V7 III Milano, die als Einzige der drei neuen Modelle einen Drehzahlmesser mitbringt und mit blitzenden Chromteilen städtische Eleganz verkörpert; mit der Moto Guzzi V7 III Carbon, einem echten Hingucker mit Schutzblechen und Seitendeckeln aus Karbon und mit auffälligen roten Akzenten, von den Zylinderkopfdeckeln über die vordere Bremszange bis zum Guzzi-Adler auf dem Tank.

Foto: Moto Guzzi
Die hellgraue Milano (links, 9.950 Euro) glänzt mit Chrom und Drehzahlmesser, die mattschwarze Carbon (Mitte, 9.990 Euro) setzt natürlich auf Karbon und auf rote Akzente, die silberne Rough (9.650 Euro) auf Speichenräder und Softenduro-Reifen.
Die hellgraue Milano (links, 9.950 Euro) glänzt mit Chrom und Drehzahlmesser, die mattschwarze Carbon (Mitte, 9.990 Euro) setzt natürlich auf Karbon und auf rote Akzente, die silberne Rough (9.650 Euro) auf Speichenräder und Softenduro-Reifen.

Technisch hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert, und die unterschiedliche Ausstattung der drei Modelle macht sich beim Fahren nicht bemerkbar. Über die Jahre hat Guzzi die V7 jedoch mehrmals überarbeitet und dabei deutlich verbessert. Zwar bricht der V2-Motor mit seinen 52 PS keine Rekorde, die Federbeine dürften gern länger und komfortabler sein, Lenkpräzision und Schräg­lagenfreiheit haben durchaus Grenzen. Dennoch hat ein Ausritt mit der ausgereiften Moto Guzzi V7 III etwas fast Magisches, denn sie führt nachdrücklich vor Augen, dass für unverfälschten Fahrspaß auch wenige PS reichen – wenn die nur richtig zum Einsatz kommen. Mit der fülligen Drehmomentkurve, der weichen Gasannahme und dem leichtgängigen Getriebe beschert sie wahren Genuss, erlaubt gemütliches Flanieren am Seeufer ebenso wie munteres Wedeln in den Bergen. 

Preispolitik erschließt sich nicht

Die gut dosierbaren Bremsen und das zuverlässige ABS sorgen für Sicherheit, nur die zweistufige Traktionskontrolle greift allzu früh ein. Allerdings: Auf das Motorrad einlassen muss sich der V7-Treiber schon. Wer mit dem Messer zwischen den Zähnen in den Sattel steigt und Drehzahlorgien erwartet, wird enttäuscht, denn schon bei 4.500/min verlangt ein flackerndes rotes Licht im Cockpit nach dem nächsten Gang. Die Moto Guzzi V7 III ist nun mal kein Renneisen für wildes Gasaufreißen und harte Bremsmanöver. Je behutsamer man ihr die Sporen gibt, desto flotter zieht sie ab – sanft und charakterstark zugleich.

Foto: Moto Guzzi
Die Modellvariante Milano bringt als Einzige einen Drehzahlmesser mit.
Die Modellvariante Milano bringt als Einzige einen Drehzahlmesser mit.

Rough, Milano und Carbon gesellen sich zu den V7-Modellen Stone, Special und Racer, die im Programm bleiben. Allesamt lassen sie sich noch weiter verfeinern, denn Moto Guzzi bietet rund 200 homologierte Komponenten an, von eloxierten Spiegeln über Auspuffanlagen und rote Federbeine bis hin zu acht unterschiedlichen Sitzbänken. Nicht ganz erschließt sich aber die Preispolitik. Während die Moto Guzzi V7 III Carbon in Deutschland und Italien das Gleiche kostet, gibt es die Moto Guzzi V7 III Rough und die Moto Guzzi V7 III Milano in Italien günstiger, die Milano sogar um mehr als 900 Euro. Da könnte sich ein Trip an den Ursprungsort in Mandello del Lario am Comer See durchaus lohnen – die V7 dort zu erleben, das hat sowieso einen besonderen Reiz.

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