MIPS Multi-Directional Impact Protection System MIPS
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MIPS Multi-Directional Impact Protection System 10 Bilder

Motorradhelm-Kaufberatung

Worauf du beim Helmkauf achten solltest

Über 20 Jahre Forschung und mehr als 31.000 Helmtests – das Ziel des schwedischen Forscherteams um MIPS ist so einfach wie kompliziert: Helme noch sicherer zu machen. Schütze dein Gehirn – du hast nur eines!

Wie können Helme noch besser schützen? Diese Frage stellte sich 1995 ein schwedisches Forscherteam. Die Erfahrungen des Teams auf diesem Gebiet bestätigen die These, dass Rotationskräfte, die bei einem Sturz auftreten, für das Gehirn weitaus schädlicher sind, als linear einwirkende Kräfte. Fünf Jahre gab es die ersten wissenschaftlichen Publikationen, kurz darauf wurde MIPS gegründet. Das Kürzel steht für Multi-Directional Impact Protection System, also ein vom Aufprallwinkel unabhängig wirkender Aufprallschutz. Einige Fahrrad-, Ski- und Reithelme, aber auch Helme für Icehockey- und American Football-Spieler sowie für andere Sportarten sind seit Jahren mit MIPS ausgestattet. 2014 erschien dann der erste Motorradhelm mit der charakteristischen gelben MIPS-Einlage, ein Helm von Bell.

Wann sollte ich einen neuen Motorradhelm kaufen?

In der Regel sollte ein Motorradhelm mindestens alle drei bis fünf Jahre ersetzt werden, oder früher, wenn er in einen Unfall verwickelt war – auch wenn er nicht sichtbar beschädigt ist. Die bei der Herstellung von Helmen verwendeten Materialien haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum, und Umweltfaktoren wie Temperatur und UV-Licht können die Schutzfähigkeit eines Helms negativ beeinflussen. Erkundige dich beim Helmhersteller, wenn du unsicher bist.

Schützen alle Motorradhelme den Kopf in gleichem Maße?

Alle zertifizierten Motorradhelme bieten ein Basisschutzniveau gegen bestimmte Arten von Stößen. Aktuell werden Helme auf lineare, direkte Stöße getestet, indem sie aus einer bestimmten Höhe auf einen flachen Amboss fallen gelassen werden. Bei einem Unfall kommt es allerdings nur selten zu einem Aufprall in präzisem 90-Grad-Winkel fällt. Das Risiko für einen schrägen Aufprall, der zu einer schädlichen Rotationsbewegung des Gehirns führen kann, ist weitaus höher.

Warum ist die Rotationsbewegung wichtig?

Das Gehirn ist im knöchernen Schädel in das Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis) eingebettet. Die Drehbewegung bewirkt, dass sich das Gehirn bewegt und sich im Inneren des Schädels verformt oder dehnt. Etliche Forscher und Studien haben schwere Hirnverletzungen, aber auch leichtere wie Gehirnerschütterungen, mit diesen Rotationsbewegungen in Verbindung gebracht.

MIPS Multi-Directional Impact Protection System
MIPS
Bei der MIPS-BPS-Lösung handelt es sich um eine reibungsarme Schicht im Inneren des Helms (gelb), die die Funktion des Gehirnwasser nachahmt und eine Bewegung von 10 – 15 mm ermöglicht.

Auf welche Merkmale sollte ich bei einem Motorradhelm achten?

Ein Motorradhelm sollte eng anliegen, gut passen, komfortabel sitzen und gegen lineare und auch schräge Stöße schützen. Ein schlechtsitzender Helm, dem eine Rotationsschutzlösung fehlt, kann das Verletzungsrisiko bei einem Unfall erhöhen. Und einen Helm, der nicht komfortabel sitzt, solltest du gar nicht erst in Erwägung ziehen. Weitere Merkmale, auf die du achten solltest: Belüftung, Gewicht, Gesamtkonstruktion und Verwendungszweck (Crosshelm, Rennstreckenhelm, Touringhelm mit Sonnenblende, etc.).

Woran erkenne ich, welche Motorradhelme am sichersten sind?

Während Verbrauchertestorganisationen wie DOT, SNELL, CPSC und ECE (Europa) alle Helme auf lineare Stöße prüfen, befindet sich eine Prüfnorm für Rotationsbewegungen noch in der Entwicklung. MIPS drängt auf eine branchenweite Anforderung, einen Standard für Rotationsbewegungslösungen festzulegen. Ohne solche Normen kann fast jeder behaupten, dass sein Helm die Rotationsbewegung reduziert, ohne dies beweisen zu müssen.

Wie gehen Helmhersteller mit dem Thema Rotationsbewegungen um?

Eine der an der weitesten verbreiteten Lösung zur Reduzierung von Rotationsbewegungen ist das MIPS Brain Protection System (BPS). Bei der MIPS-BPS-Lösung handelt es sich um eine reibungsarme Schicht im Inneren des Helms, die die Funktion des hirneigenen Liquors (Gehirnwasser) nachahmt und unter Belastung im genauen Aufprallmoment eine Bewegung von 10 – 15 Millimeter ermöglicht. Sie ist so konzipiert, dass Rotationsbewegungen reduziert werden, die sonst an das Gehirn übertragen werden könnten.

Wie kann ich ohne eine Prüfnorm eine Entscheidung über einen sicheren Motorradhelm treffen?

Wir können objektive Behauptungen darüber aufstellen, wie stark eine bestimmte Lösung die Drehbewegung reduziert, wie schnell sie dies tut und ob sie dies unter den intensiven Belastungen tut, die mit Helmstößen verbunden sind. Alle mit MIPS ausgestatteten Helme erfüllen die Anforderungen einer etablierten, gut erforschten MIPS-Norm unter strengen Prüfanforderungen.

Während das MIPS seine gesamte Existenz in diesen Forschungsbereich investiert hat, haben auch andere nachgezogen: der Internationale Motorradsportverband (FIM) hat das FIM-Rennsport-Homologationsprogramm für Motorradhelme (FRHP) ins Leben gerufen, das die neuesten Testmethoden auf dem neuesten Stand der Technik umfasst. Das daraus resultierende Reglement, das sich speziell mit Rotationsbewegungen befasst, wurde bereits bei den höchsten Klassen des Rennsports wie der MotoGP umgesetzt, wobei weitere Zertifizierungen in naher Zukunft auf andere Klassen des Motorradrennsports ausgeweitet werden sollen.

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MIPS drängt auf eine branchenweite Anforderung, einen Standard für Rotationsbewegungslösungen festzulegen.

Linearer Aufprall ist bei Motorradunfällen selten

Ausgewertete Motorradunfälle zeigen, dass Helme typischerweise mit rund 30 Grad Aufprallwinkel auf dem Boden auftreffen. Aktuelle Normen überprüfen jedoch lediglich die lineare Schlagdämpfung im senkrechten Fall. MIPS drängt auf eine Helm-Prüfnorm, die eine Rotationsprüfung berücksichtigt. Neben der höheren Sicherheit für Kunden ist eine Norm auch wichtig für die Vergleichbarkeit, wie die schwedischen Forscher betonen. Für das neue Testprozedere würde das keinen großen Umbau bedeuten. Das Wichtigste, was ein Testlabor zu tun hätte, wäre die Verwendung einer schrägen Aufprallfläche.

Aus Kundensicht ändert sich gar nichts, was die schwedischen Tüftler als großen Vorteil sehen. Denn so müssen sich auch keine Gewohnheiten ändern, wie es beispielsweise andere neue Technologien wie Airbag-Jacken erfordern. Das MIPS-Hirnschutzsystem ist meistens eine gelbe Gleitfläche und erhöht das Helmgewicht normalerweise um vernachlässigbare 40 Gramm. Auch preislich ist der Unterschied marginal, zumindest bei den wenigen Helmen, die noch in beiden Varianten angeboten werden.

Jede MIPS-Schicht wird individuell für jedes Helmmodell und jede Helmgröße entwickelt.

Wir hoffen, diese Hintergrundinformationen waren hilfreich für Dich auf Deiner Suche nach einem neuen Helm und einer sichereren Zeit, wenn Du mit Deinem Motorrad unterwegs bist. Jetzt geh raus und habe Spaß – und trage deinen Helm!

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