5 Zentimeter machen den Unterschied. Nämlich den, ob wir grundsätzlich von einer Reiseenduro oder von einer "echten" Enduro sprechen. Hat das Vorderrad 21 Zoll Durchmesser (53,34 cm), liegt dem Modell das Gelände näher als die Straße. Und nur 5 Zentimeter kleiner im Durchmesser, mit 19 Zoll (48,26 Zentimeter), ist es umgekehrt.
In den meisten Fällen sind diese Enduros mit 21-Zoll-Vorderrad weder übermotorisiert noch übergewichtig, denn sie sollen eben das Gelände einfacher unter die Stollen nehmen als die große GS-Klasse, die ja mindestens 140 PS und 250 Kilo hat. 2025 stellten sich 9 Enduros mit 21 Zoll vorn, maximal 124 PS und in der Spitze doch pausbackigen 254 Kilo der 1000-Punkte-Wertung von MOTORRAD.
9 Enduros mit 21-Zoll-Vorderrad im Test
Das Testfeld bei MOTORRAD war 2025 hochinteressant und umfasste eine bunte Mischung an 21-Zoll-Enduros. Zwischen 73 und 124 PS, von 689 bis 1.170 Kubik und ab 211 bis 254 Kilo leisteten, maßen und wogen die Testmaschinen. Und trotz dieser großen Unterschiede liegen die Punktesummen zwischen 662 und 705. Ein enges Feld also, mit viel Abwechslung.
Platz 9: Yamaha Ténéré 700
Die 662 Punkte der Yamaha Ténéré 700 auf Platz 9 täuschen etwas, denn ohne die Wertung des Motors läge sie auf Platz 5. Der kleinste Twin mit 689 Kubik im Feld, der nur 74 PS leistet, hat den großen Motoren beim reinen Punktesammeln nicht viel entgegenzusetzen.
Doch mit 211 Kilo ist sie die leichteste Maschine. Mit Top-Fahrwerk und Ausstattung sowie einer Top-Note in Preis-Leistung ist die Ténéré vielleicht die "einzylindrigste Zweizylinder-Enduro" auf dem Markt.
Platz 8: CFMoto 800 MT-X
Die CFMoto 800 MT-X steht zu Recht auf Platz 8 der Wertung und hat nur ein Pünktchen mehr als die fast 20 PS schwächere Yamaha. Mit Blick auf die Punktewertung zeigt die CFMoto, dass es ihr an Feinschliff und Abstimmung fehlt. Da hilft ein Top-Fahrwerk und viel Ausstattung nicht – trotz Top-Note in der Preis-Leistung.
Gerade der Blick auf Platz 4 wird zeigen: 92 PS bringen nichts, wenn sie schlecht abgestimmt sind, denn der Twin mit 799 Kubik ist ebenfalls in einer KTM eingebaut, die bei fast gleicher Leistung 20 Punkte mehr im Motorkapitel einsammelte.
Platz 7: Honda XL 750 Transalp
Rein von den Zahlen her gilt das Thema der Motorabstimmung für die Honda Transalp auf Platz 7 mit 669 Punkten. Allerdings leidet die Motorwertung nicht unter schlechtem Fahrverhalten, sondern an der spitzen Abstimmung des 755-Kubik-großen Twin mit 92 PS.
Die übrigen Disziplinen schließt die Honda mit Top-Wertung ab und nimmt eine gute Preis-Leistungs-Note ins neue Jahr mit.
Platz 6: BMW R 12 G/S
Die BMW R 12 G/S fällt hier etwas aus dem Rahmen. Nicht nur wegen ihres großen, luft-ölgekühlten Boxer-Motors mit 1.170 Kubik und 109 PS. Noch mehr durch den Ansatz einer Retro-Enduro, die nicht nur gut aussehen kann, sondern zudem wirklich Offroad kann. Allerdings eher im direkten Umfeld der heimischen Garage, denn der G/S fehlen fast alle Möglichkeiten, lange Strecken nehmen zu können.
Das schlägt voll auf die Alltags-Wertung durch, was selbst der Top-Motor und das Fahrwerk nicht ausgleichen können. Daher nur Platz 6 mit 673 Punkten und der schwächsten Note in der Preis-Leistung-Wertung.
Platz 5: MV Agusta Enduro Veloce
Mit 688 Punkten steht die MV Agusta Enduro Veloce auf Platz 5 der Jahreswertung bei MOTORRAD. Sie schlägt die BMW auf Platz 6 exakt durch deren Schwachpunkte in der Alltagswertung. In allen fahrdynamischen Disziplinen hat die MV Agusta allerdings das Nachsehen.
Da helfen dem MV-Agusta-Triple die 15 PS mehr nicht, da die versammelten 123 PS eben 254 Kilo bewegen müssen. Trotzdem beachtenswert: Eine Enduro von MV Agusta steht auf Platz 5 der Tests von MOTORRAD, trotz einer Preis-Leistung-Note von 4,0.
Platz 4: KTM 790 Adventure
Der Platz mit 696 Punkten zeigt recht deutlich: Software und Abstimmung wiegen schwerer als Motor-Mechanik. Die KTM 790 Adventure fährt mit dem gleichen Motor wie die CFMoto auf Platz 8. Doch sammelt er mit seinen 95 PS satte 20 Punkte mehr in der Motorwertung.
Einen Teil davon könnte das vergleichsweise niedrige Gewicht von 217 Kilo beitragen. Und das Stigma der teuren KTM kontert die 790 Adventure im Test mit einer 1,8 in der Preis-Leistung.
Platz 3: Ducati DesertX
Mit 700 Punkten fuhr die Ducati DesertX 2025 auf das Treppchen der 21-Zoll-Enduros bei MOTORRAD. Sie punktet in allen Disziplinen auf hohem Niveau. Wobei sie als Premium-Modell bei den Kosten natürlich etwas einbüßt, sich mit einer 2,8 in der Preis-Leistung dennoch wacker schlägt.
Doch: Wer noch eine V2-Enduro haben will, ist mit der DesertX mit dem alten 113-PS-Motor richtig. Ihre Nachfolgerin mit dem neuen Motor dürfte kaum schlechtere Leistung zeigen.
Platz 2: Suzuki V-Strom 800 DE
Und dann kam die Suzuki V-Strom 800 DE in den Test. Und fährt mit nur 84 PS und recht massigen 243 Kilo auf Platz 2, und schlägt die Ducati um einen Punkt. Und das obwohl die Duc die V-Strom in den maßgeblichen Disziplinen schlägt.
Außer beim Fahrwerk. Hier steht es in Punkten 185 zu 175 für die Suzuki, was zeigt: Suzuki kann selbst einfache Fahrwerke hervorragend abstimmen. Problem der V-Strom DE: Suzuki hat es bisher nicht geschafft, Testsiege in gute Verkaufszahlen umzusetzen.
Platz 1: BMW F 900 GS
Die Plätze 1 bis 3 der besten 21-Zoll-Enduros verteilen sich auf 5 Punkte von 1.000 möglichen. Also eine enge Kiste. Die meisten Punkte holte 2025 die BMW F 900 GS mit 705 Zählern, da sie in allen Disziplinen durchgehend hohe Werte erfuhr und dazu noch einen der besten Motoren im Feld im Rahmen trug. Allerdings ist sie keine günstige Testsiegerin, wobei die Note der Preis-Leistung von 2,7 noch in Ordnung geht.
Fazit
| BMW F 900 GS (2025) | Suzuki V-Strom 800 DE (2024) | Ducati DesertX (2024) | KTM 790 Adventure (2025) | MV Agusta Enduro Veloce (2024) | BMW R 12 G/S (2025) | Honda XL 750 Transalp (2025) | CFMoto 800 MT-X (2025) | Yamaha Ténéré 700 (2025) | |
| Motor | 2, Reihenmotor | 2, Reihenmotor | 2, V-Motor | 2, Reihenmotor | 3, Reihenmotor | 2, Boxermotor | 2, Reihenmotor | 2, Reihenmotor | 2, Reihenmotor |
| Leistung | 77,0 kW / 104,0 PS bei 8.500 U/min | 62,0 kW / 84,0 PS bei 8.500 U/min | 83,0 kW / 113,0 PS bei 9.250 U/min | 70,0 kW / 95,0 PS bei 8.000 U/min | 91,0 kW / 123,0 PS bei 10.000 U/min | 80,0 kW / 108,0 PS bei 7.000 U/min | 67,0 kW / 91,0 PS bei 9.500 U/min | 67,0 kW / 91,0 PS bei 8.250 U/min | 54,0 kW / 73,0 PS bei 9.000 U/min |
| Hubraum | 895 cm³ | 776 cm³ | 937 cm³ | 799 cm³ | 931 cm³ | 1170 cm³ | 755 cm³ | 799 cm³ | 689 cm³ |
| Leergewicht vollgetankt | 210 kg | 210 kg | 208 kg | ||||||
| Sitzhöhe | 870 mm | 855 mm | 875 mm | 860 mm | 850 mm | 830 mm | 875 mm | ||
| Sitzhöhe von/bis | 840 mm / 860 mm | 850 mm / 870 mm |












