14 PS stärkerer Einsteiger-Triple im ersten Fahrtest: Neue Triumph Trident 660

Triumph Trident 660 (2026) im ersten Fahrtest
14 PS stärkerer Einsteiger-Triple

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.03.2026
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Zum neuen Dreizylinder-Motor mit 95 PS bekommt die Triumph Trident 660 für 2026 eine überarbeitete Peripherie, ein verbessertes Getriebe und Feinschliff am Fahrwerk. Doch wie stark verändert dieses Upgrade den Charakter des britischen Roadsters?

Dreizylinder-Motor jetzt mit 95 PS: mehr Drehzahl, mehr Dynamik

Schon nach den ersten Kilometern mit der neuen Triumph Trident 660 ist klar: Der Motor transformiert die 660er deutlich. Ihr neuer Triple, technisch nahezu identisch mit dem Aggregat der Daytona 660, wirkt oben heraus viel lebendiger. Während der Vorgänger im letzten Drehzahldrittel etwas an Elan verlor, zieht die 2026er-Trident dort oben nochmal deutlich an.

Möglich machen das drei separate Drosselklappen statt einer einzelnen, ein modifizierter Zylinderkopf mit größeren Auslassventilen sowie eine angehobene Drehzahlgrenze. Das Resultat: mehr Drehfreude und eine klar ausgeprägte Leistungssteigerung. Dennoch bleibt die kultivierte Charakteristik erhalten: Zwischen 3.000 und 7.000/min schnurrt der Triple geschmeidig, nimmt Gas feinfühlig an und erlaubt entspanntes, schaltarmes Genussfahren.

Optimiertes Getriebe mit Quickshifter

Auch das Getriebe der Triumph Trident 660 wurde gründlich überarbeitet. Neue Wellen, eine angepasste Übersetzung und ein optimierter Quickshifter sorgen jetzt für präzisere Gangwechsel. Der Schaltautomat – jetzt Grundausstattung – arbeitet sauber und direkt, sowohl beim Hoch- als auch beim Runterschalten. Eine hervorragende Ergänzung zur größeren Drehfreude des Motors.

Agiler Roadster mit Feintuning am Fahrwerk

Nicht nur am Motor der Triumph Trident 660 haben die Briten Hand angelegt: Für 2026 erhält der sportliche Mittelklasse-Roadster am Heck ein neues Showa-Federbein, das neben der Vorspannung erstmals auch in der Zugstufe einstellbar ist. Die Grundabstimmung bleibt wie beim Vorgänger straff, das Federelement bietet nun aber mehr Anpassungsmöglichkeiten.

Vorn arbeitet weiterhin eine Upside-down-Telegabel, ebenfalls aus dem Hause Showa. Sie ist zwar nach wie vor nicht einstellbar, Triumph hat ihr Setup aber überarbeitet. "On the road" glänzt das geschliffene Fahrwerk mit präzisem Einlenkverhalten, glasklarem Feedback vom Vorderrad und hoher Agilität bei Richtungswechseln. Der um 20 Millimeter breitere Lenker unterstützt das spielerische Handling zusätzlich.

Fahrtechnisch verspielt, optisch nun reifer denn je: Mit muskulös gezeichnetem Tank und neuer, geteilter Sitzbank ist die Triumph Trident 660 nicht nur technisch, sondern auch äußerlich zu einem ausgewachsenen Naked Bike herangereift. Ihre Sitzhöhe von 810 Millimeter bleibt aber nach wie vor moderat und gut zugänglich.

Mit 195 Kilogramm fahrbereit bringt die Triumph Trident 660 jetzt rund 5 Kilo mehr auf die Waage als zuvor – angesichts des Leistungsplus ein vertretbarer Wert. Mehr Muskeln bedeuten eben auch mehr Masse.

Elektronik und Bremse: up to date, aber mit Eigenheiten

Zur Grundausstattung der Triumph Trident 660 gehören neuerdings eine 6-Achsen-IMU mit Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Tempomat, Quickshifter sowie 3 Fahrmodi ("Rain", "Road", "Sport"). Das bekannte TFT/LCD-Display mit Connectivity präsentiert alle essenziellen Informationen funktional, wirkt aber optisch nicht mehr ganz so frisch.

"Auf der Bremse" zeigt die Triumph Trident 660 eine bereits bekannte Eigenheit: Das Kurven-ABS regelt bei harten Verzögerungen in die Schräglage hinein recht deutlich. Der Eingriff überträgt sich spürbar in den Bremshebel, was in manchen Momenten ein etwas schwammiges Bremsgefühl mit sich bringt. Wer aber sensibel dosiert, erhält trotzdem eine präzise Verzögerung – denn an Bremskraft mangelt es der Trident 660 nicht.

Neue Triumph Trident 660 – Verbrauch, Reichweite und Preis

Der Normverbrauch der Triumph Trident 660 steigt aufgrund der 14 PS Mehrleistung natürlich an, auf 4,9 Liter pro 100 Kilometer (Werksangabe). Bei unverändertem Tankvolumen muss das 2026er-Modell also Kilometer-Abstriche in puncto theoretischer Reichweite machen.

Preislich legt die Triumph Trident 660 um faire 400 Euro zu und startet nun bei 8.695 Euro. In Anbetracht der 95 PS mit Quickshifter und umfangreicher Elektronik bleibt das Preis-Leistung-Verhältnis stark – gerade im Vergleich zur Konkurrenz.

Fazit