Wer hätte gedacht, dass das wenig naheliegende Genre der Adventure-Scooter einmal zu einem derart raketenhaften Höhenflug ansetzen würde. Geht es doch bei den meisten Vertretern dieser noch recht jungen Zunft darum, die Nachteile der Roller-Triebsatzschwinge mit ihren hohen ungefederten Massen und den geringen Federwegen abzumildern. Keine Frage, es gibt geeignetere Konzepte, um damit ernsthaften Offroad-Einsatz in Erwägung zu ziehen.
Wie abenteuerlich darf es denn sein?
Doch moderate Geländetauglichkeit ist nicht das einzige Steckenpferd dieser neuen Fahrzeugart, auch Alltagstauglichkeit, einfache Zugänglichkeit und Robustheit stehen im Lastenheft. Und genau da setzt der Honda ADV 125 an: Er macht keinen Hehl daraus, dass er sich in urbanen Gefilden am wohlsten fühlt. Komfortable Federwege helfen im Alltag aber auch auf holprigem Asphalt und der Abenteuer-Look macht einfach an. Außerdem sind clevere Lösungen und eine alltagstaugliche Ausstattung nie fehl am Platz.
Die technische Basis ist konventionell
Die technische Basis des Honda ADV 125 bildet ein Stahlrohrrahmen mit angeschraubter Kunststoff-Karosserie. Kombiniert wird er vorn mit einer konventionellen Telegabel mit 31 mm Standrohrdurchmesser, die einen Federweg von guten 116 mm realisiert. Zum Vergleich: die Telegabel des technisch eng verwandten Honda PCX 125 schafft hier nur 89 mm. Es darf also – wenn schon keine echte Geländetauglichkeit – mindestens gehobener Komfort erwartet werden.
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Höhere Federwege + Enduroreifen = Geländetauglichkeit?
Am Heck stützen sich zwei Showa-Federbeine mit Ausgleichsbehältern gegen die Triebsatzschwinge mit dem flüssigkeitsgekühlten Vierventil-Einzylindermotor ab, der Federweg hinten beträgt 103 mm. Damit soll sich zu den urbanen Kernkompetenzen Handlichkeit und ordentlicher Fahrkomfort noch eine Brise Feldweg-Credibility hinzugesellen.
Dabei helfen soll die gemäßigte Enduro-Bereifung auf den Alugussfelgen in den nicht alltäglichen Dimensionen 110/80-14 vorn und 130/70-13. Die Kombination 14/13 Zoll ist nicht besonders gebräuchlich, weshalb der 14-Zoll-Vorderreifen die Auswahl etwas eingrenzt. Nicht jeder Hersteller hat hierfür ein passendes Format im Angebot. Die Erstbereifung soll von Pirelli stammen.
Moderner, verbrauchsoptimierter Motor
Der eSP+-Motor ist ein alter Bekannter und tut im bereits genannten Markenbruder Honda PCX 125 ebenfalls seinen zuverlässigen Dienst. Die Leistungswerte von 9,2 kW (12,5 PS) bei 8.750/min und das Drehmoment von 11,7 Nm bei 6.500/min sind gesunde Standardwerte eines modernen Motors mit seitlich an der Triebsatzschwinge integriertem Kühler. Für den niedrigen Verbrauch von 2,1l/100 km betreibt Honda gehörigen technischen Aufwand, mit dem 8,1-Liter-Tank ergibt sich daraus eine theoretische Reichweite von üppigen 380 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit von 97 km/h darf getrost als praxistauglich bezeichnet werden.
Von SUV und Enduros inspirierte Optik
Der Adventure-Spirit, der den Honda ADV 125 auszeichnet, wird vor allem durch die von SUV und Adventure-Motorrädern inspirierte Kunststoffverkleidung transportiert, die ein unverkleideter Rohrlenker flankiert. Mit konventionellen Trittbrettern und ohne Fahrerfußrasten bleibt der ADV sich und seiner Rollerherkunft trotzdem treu. Immerhin sorgt die großzügige Bodenfreiheit von 165 mm beim Klettern über Bordsteine für Entspannung.
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Der Honda ADV 125 überzeugt durch Alltagstauglichkeit
Die aufrechte Sitzposition soll eine gute Übersicht über das Verkehrsgeschehen in der City gewährleisten, der manuell um 75 mm verstellbare Windschild sorgt für Windschutz und die Sitzbank bietet genug Platz für Zwei. An Stauraum unterm Sitz (29 Liter) sowie im Handschuhfach (zwei Liter) wurde auch gedacht. Eine USB-C-Ladebuchse ist ebenso vorhanden wie ein 5-Zoll-TFT-Display mit Smartphone-Connectivity via "Honda Roadsync".
Rundum kommt beim Honda ADV 125 LED-Beleuchtung zum Einsatz, eine Start-Stopp-Automatik ist bei Honda mittlerweile Standard und auch ein Keyless-System mit Diebstahlsicherung und "Answer-Back"-Funktion ist ebenfalls serienmäßig mit an Bord.
Sicherheits-Ausstattung mit Licht und Schatten
Es erstaunt ein wenig, dass trotz des modernen Setups nur ein Einkanal-ABS zur Sicherheits-Ausstattung gehört, die immerhin eine Traktionskontrolle und ein Notbrems-Signal zu bieten hat, das bei abrupten Bremsmanövern mit aufleuchtenden Blinkern nachfolgende Verkehrsteilnehmer warnt.
Die zugängliche Sitzhöhe von 780 mm sollte einem weiten Feld an potenziellen Käufern passen, die vermeintlich bequeme Sitzposition ist nicht auf jedem Roller selbstverständlich und mit 133 Kilogramm hält sich das Gewicht im angenehmen Bereich. Die maximale Zuladung von üppigen 180 Kilogramm ist eine gute Nachricht für Fahrerpaarungen, die ihrem Konfirmations-Outfit schon länger entwachsen sind.
Noch keine Infos zum Preis
Zum Preis schweigt sich Honda noch aus, als Referenz dürfte der Honda PCX 125 gelten. Dessen Preis belief sich im Modelljahr 2026 auf 4.559 Euro inkl. Nebenkosten. Der ADV 125 wird sicher etwas teurer, wir sind gespannt, wo Honda ihn letztendlich verorten wird. Klar ist nur, dass er in vier Farbkombinationen erhältlich sein wird: "Pearl Falcon Gray", "Pearl Cool White", "Mat Cynos Gray Metallic" und "Mat Pearl Diaspro Red".













