Honda-Rivale für 5.899 Euro: Ist der Kymco X-Tera 350i ein guter Deal?

Kymco X-Tera 350i neu für 2027
Honda-Rivale für 5.899 Euro – ein guter Deal?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.10.2026
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Mit dem Kymco DT X 350i hat der taiwanesische Hersteller bereits seit dem Modelljahr 2022 einen Motorroller mit Adventure-Spirit im Modellprogramm, allerdings beschränkte sich bei diesem die Geländetauglichkeit mehrheitlich auf die Optik und etwas grobstolligere Reifen.

Mit USD-Gabel und größeren Rädern ins Abenteuer

Nun also der Kymco X-Tera 350i, der es mit dem Adventure-Spirit deutlich ernster meinen will. Durch die Upside-down-Gabel mit 35 mm Tauchrohr-Durchmesser an der Front sieht er sich jedenfalls besser dafür gerüstet. Sie soll 120 mm Federweg realisieren, währenddessen die konventionelle Telegabel des DT X nur 110 mm Federweg bietet.

Außerdem wurden die Radgrößen von 14 Zoll vorne und 13 Zoll hinten auf 15 Zoll vorne und 14 Zoll hinten erhöht, die montierten Straßenenduro-Reifen entsprechen vorn der Dimension 120/70-15 und hinten 140/70-14. Ob das reicht, um auf holprigen Wegen im leichten Gelände merklich besser zu performen, wird ein Fahrtest zeigen müssen.

Erster Kompromiss: die Hinterradfederung

Wenig beeindruckend wirkt jedenfalls der Federweg an der Hinterhand des Kymco X-Tera 350i, an der zwei in der Federbasis verstellbare Federbeine zum Einsatz kommen: 100 mm sind im Adventure-Segment eher spärlich, der direkte Konkurrent Honda ADV 350i zum Beispiel kann hier deutlich bessere 130 mm bieten und selbst der taiwanische Mitbewerber SYM ADX 300 hat mit 120 mm ebenfalls mehr in petto.

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Die Triebsatzschwinge als Hypothek

Ungeachtet der unterschiedlichen Federwege taugen Mittelklasse-Scooter mit konventionellen Triebsatzschwingen generell nicht optimal für engagierte Geländeritte: Die ungefederte Masse ist dafür einfach zu hoch. Deutlich besser funktionieren Konzepte mit rahmenfest verschraubten Motoren, die ihre Kraft via Ketten- oder Zahnriemenantrieb ans Hinterrad übertragen. So kann die Schwinge deutlich leichter ausfallen, die Federwege größer und das Ansprechverhalten deutlich feinfühliger.

Zuverlässige Kymco-Technik bei Motor und Grundstruktur

Die Grundkonstruktion mit dem einfachem Stahlrohrrahmen nebst verschraubter Kunststoff-Karosserie und der bereits vom DT X bekannten Triebsatzschwinge mit dem kräftigen flüssigkeitsgekühlten Einzylindermotor mit vier Ventilen und 321 Kubik spricht jedenfalls für zuverlässigen Fahrspaß, knackigen Antritt und die gewohnt gute Kymco-Verarbeitung.

Die Leistungswerte versprechen Fahrspaß

Das Triebwerk leistet 20,5 kW (27,9 PS) bei 7.000/min, liefert 30,8 Nm Drehmoment bei 5.500/min und sollte sorgenfreies Landstraßen-Surfen erlauben. Der 14-Liter-Tank bietet in Tateinheit mit einem Durchschnitts-Spritverbrauch von 3,7 l/100 km entspannte Reichweiten-Autonomie. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Kymco-Importeur MSA aus Weiden in der Oberpfalz glaubhafte 129 km/h an.

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Grundsätzlich reisetauglich, die geringe Zuladung nervt

Bei der Ausstattung fährt der Kymco X-Tera 350i ein Menge auf, um den Anspruch auf gediegene Reisetauglichkeit zu untermauern: An den mit Wave-Scheiben bewehrten Einzelscheiben-Bremsanlagen – vorn mit Dreikolben-Bremszange – kommt selbstverständlich ein Zweikanal-ABS zum Einsatz, auch eine abschaltbare Traktionskontrolle und Keyless-Go sind mit an Bord. Hinter den Handschützern versüßen Heizgriffe die Tour bei kühleren Temperaturen und der Windschutz hinter der elektrisch verstellbaren Scheibe verspricht gehobenen Reisekomfort.

Ein großes Manko: Die mickrige Zuladung von 150 Kilogramm muss zähneknirschend akzeptiert werden. Sie ist praxisfremd und kratzt ziemlich an der generellen Reisetauglichkeit des Kymco X-Tera 350i. Ein Mittelklasse-Roller mit einem Gewicht von 195 Kilogramm fahrbereit sollte hier mehr ermöglichen.

Ausstattung mit Licht und Schatten

Der Unkonsequenz leistet sich der Adventure-Neuling auch an anderer Stelle: Zum Beispiel ein farbiges 7-Zoll-TFT-Display, das eine Menge Informationen bereithält, aber nicht Connectivity-fähig ist. Bei der vermeintlich kommod gepolsterte Sitzbank, die aber mit ihrer ausgeprägten Abstufung den Bewegungsspielraum einschränkt und eine Sitzhöhe von wenig zugänglichen 810 mm aufweist. Oder bei Kameras an Front und Heck, zu deren Steuerung bisher keine Infos verfügbar waren.

Immerhin wissen wir, dass es eine zeitgemäße Voll-LED-Beleuchtung gibt. Ein großes beleuchtetes Helmfach gehört bei Kymco schon lange zum guten Ton, es erleichtert die Handhabung im Dunkeln ungemein.

Beim Preis genau zwischen der Konkurrenz

Alles in allem ein Bild mit Licht und Schatten. Doch am Ende wird es wieder heller, nämlich wenn wir über den Preis sprechen. Der Kymco X-Tera 350i wird in Deutschland ab Dezember 2026 verfügbar sein und für 5.899 Euro inkl. Nebenkosten preislich genau zwischen dem besser ausgestatteten, aber teureren Konkurrenten Honda ADV 350i (7.669 Euro inkl. Nebenkosten) und dem sehr vergleichbaren aber deutlich günstigeren SYM ADX 300 (4.599 Euro ohne Nebenkosten) liegen. Wir sind gespannt, ob sein Mittelweg erfolgreich verlaufen wird.

Fazit