Hondas neuer 500er: CBR 500 R Four für die neue Klasse bis 80 PS

Honda CBR 500 R Four ist nicht allein
Gegen diese neuen Vierzylinder tritt die Four an

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.10.2026
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CFMoto 750 SR-S
Foto: CFMoto

Vor 30 Jahren hatten "echte" Supersportler einen Reihenvierzylinder. Zwar durften Exoten mit V2 auf der Rennstrecke auch mal gewinnen, doch Kasse auf der Straße machten die japanischen Hersteller mit mindestens 3 Reihenvierzylindern je Marke im sportlichen Kunststoffkleid. Zwischen 400 und 1.000 Kubik, alle begehrenswert.

Druck von allen Seiten

Doch der steigende Druck durch Emissionsvorschriften und sinkende Margen wendete das Blatt, insbesondere im Bereich der Einsteiger-Bikes bis 500 Kubik. Seither dominieren einfache Reihen-Twins dieses Segment. Der teure und schwere Reihenvierer hatte zusätzlich immer ein Trinkproblem, da über 10.000/min die Musik spielte und der Weg dahin freudlos war.

China prescht vor

In China erlebte vor einigen Jahren der Reihenvierzylinder eine Wiedergeburt. Mit wenig Hubraum, viel Leistung und hohen Drehzahlen. Kove, QJMotor, ZXMoto und CFMoto zeigten in schneller Folge neue Vierzylinder und passenden Modelle dazu. Keine Relevanz für Europa – zunächst.

Kawasaki zieht nach, Honda straft ab

Überraschend zeigte Kawasaki für Europa die neue ZX-4RR. Kein Twin, sondern mit neuem R4-Antrieb und 77 PS bei über 14.000/min. Wie die Modelle aus China mit eher einfachem Chassis und Fahrwerk. Ausgerechnet Kawasaki, dachte sich mancher über diese Kuriosität. Doch Honda straft die Zweifler, denn für 2027 kommt die neue CBR 500 R Four mit ebenfalls neuem Reihenvierer.

MOTORRAD zeigt die aktuellen kleinen Supersportler bis 500 Kubik und mit 4 Zylindern

Honda CBR 500 R Four – 72 PS bei 11.000/min

Als Antwort auf die neuen R4-Modelle aus und für China stellte Honda ebenda im Herbst die CBR 500 R Four ins Rampenlicht. Und ein Naked Bike mit Retrocharme daneben. Doch nicht wie zunächst vermutet mit dem aufgebohrten 400er-Motor, der seit Jahrzehnten in Japan läuft und als Ikone gilt. Gänzlich neu konstruierte Honda den Reihenvierzylinder mit 502 Kubik. Er erzeugt 47,4 Nm Drehmoment bei 9.750/min und leistet 72 PS bei 11.000/min.

Wie die Kawasaki hängt er in einem Chassis aus Stahl mit einer Schwinge aus Aluminium, das Fahrwerk ist einfacher Machart und die Bordelektronik solide konfektioniert. Mit 189 Kilogramm nicht leicht, aber im Vergleich zum Umfeld passend. Interessant: Honda verbaut am neuen Motor eine neue Version der E-Clutch.

CFMoto 500 SR – 79 PS bei 12.500/min

Sie war schon einige Jahre angekündigt und erste Drehversuche unternahm der neue Reihenvierzylinder bereits im Retro-Sportler CFMoto 500 SR Voom. Doch in der CFMoto 500 SR ist der Motor in seinem Element und treibt einen scharf geschnittenen Supersportler an.

Aus 499 Kubik erzeugt der Vierling 49 Nm bei 10.000/min und leistet 79 PS bei 12.500/min. Mit Ram-Air sind es sogar 81 PS. Doch: CFMoto setzt nicht auf einen Alurahmen, sondern auf einen Stahlrahmen. Und trotz Schwinge aus Aluminium bringt die 500 SR 187 Kilo auf die Waage. Wobei ein Alurahmen nicht zwingend leichter sein muss.

Die Ausstattung der SR kann sich sehen lassen: TFT, Connectivity, ABS, Traktionskontrolle und Quickshifter sind für die Klasse als üppig einzustufen. Einen Preis hat CFMoto bisher nicht genannt und ebensowenig, ob die 500 SR nach Europa kommt.

Kawasaki Ninja ZX-4 RR – 77 PS bei 14.500/min

Die ZX-4 RR war der gefühlte Stein des Anstoßes. Als Kawasaki diese Maschine in Thailand zeigte, versetzte sie die Welt in Aufregung. Zur Überraschung aller brachte Kawaski die ZX-4 RR nach Europa und in die USA.

Der Motor misst 399 Kubik, erzeugt 39 Nm bei 13.600/min und 77 PS bei 14.500/min. Bei hohen Geschwindigkeiten erzeugt der Staudruck durch das Ram-Air-System weitere 3 PS.

Wie CFMoto hängt Kawasaki den Motor in ein Stahl-Chassis, allerdings mit Stahlschwinge, was das Gewicht von 189 Kilogramm erklärt. Überraschung: Das Federbein der Kawa ist voll einstellbar.

Ab Werk mit ABS, Traktionskontrolle und Quickshifter ausgestattet, weiterhin mit Fahrmodi und Connectivity. Der Preis für die 400er überrascht hingegen: Kawasaki verlangt 10.170 Euro inklusive Nebenkosten für die Ninja.

Bimota KB 399 – 77 PS bei 14.500/min

Ja, das ist wirklich eine Bimota. Oder nein, das ist keine wirkliche Bimota. Die KB 399 basiert auf der Kawasaki ZX-4 RR, wurde allerdings mit einer neuen Karosse und leicht veränderten Komponenten zu einer Bimota.

Herz des Ganzen ist ein neuer Reihenvierzylinder mit 399 Kubik, der zuerst in Asien für Furore sorgte und schließlich von Kawasaki nach Europa gebracht wurde. Und ab hier wird die Bimota zur Nicht-Bimota. Denn das Chassis der KB ist 1:1 von der ZX: Stahlrahmen mit Stahlschwinge. Immerhin sind die Gabelbrücken gefräst, die Gabel und das Federbein sind einstellbar und stellenweise lachen einen Carbon und Titan an.

Das Gewicht der KB dürfte ähnlich hoch sein wie das der ZX-4 RR, die immerhin 189 Kilo wiegt. Hingegen wieder ganz Bimota: Selbstbewusst stehen 11.520 Euro auf dem Preisschild der KB. Wer die ES-Version mit besserem Fahrwerk will, muss sogar 18.870 Euro bezahlen.

ZXMoto 500 RR – 84 PS bei 13.500/min

Hinter ZXMoto steckt Zhang Xue, den kennen wir als Gründer von Kove. Doch plötzlich war Xue nicht mehr bei Kove, sondern abgetaucht, um dann überraschend zurückzukommen – und zwar mit ZXMoto. Unter anderem in Form der 500 RR mit Reihenvierzylinder und versprochenen 84 PS. Ob mit oder ohne Ram-Air ist nicht bekannt.

Wir vermuten jedoch: Ja, das dürfte mit Staudruck sein. Denn der Motor misst nur 470 Kubik und erzeugt daher "nur" 46 Nm bei 11.500/min. Die Nennleistung soll bei 13.500/min anliegen.

Und da der Motor bei 11.500/min umgerechnet erst gut 75 PS leistet, ist eine plötzliche Leistungsexplosion von über 10 Prozent auf 84 PS innerhalb von 2.000/min nicht zu erwarten.

Ebenso kaum zu erwarten sind die 168 Kilogramm, die ZXMoto als fahrfertig nennt. Das Stahl-Chassis mit Einarmschwinge aus Alu, mit äußerlich hochwertigen Fahrwerk-Komponenten wirkt zwar zierlich, doch wo ZXMoto im Vergleich mit dem Umfeld 20 Kilo abgespeckt haben will, ist nicht zu erkennen.

Zum Vergleich: Das Naked Bike 500 F mit gleicher Technik wiegt ohne Verkleidung angeblich 7 Kilo mehr.

Überraschung: ABS und Traktionskontrolle sind schräglagen-sensibel. Ein deutscher Händler führt die RR schon als "coming soon" zu einem Preis ab 7.490 Euro.

QJMotor SRK 421 RR – 77,5 PS bei 14.000/min

Natürlich darf hier eine QJMotor nicht fehlen. Der ebenfalls chinesische Hersteller versucht wie kein Zweiter alle Motorradsegmente mindestens mit einem Modell zu besetzen. Meist sind es sogar mehrere. Bei den Supersportlern mit kleinem Reihenvierer ist es die SRK 450 RR. Je nach Marketing-Kampagne auch als SRK 421 RR bekannt.

Egal wie die Modellbezeichnung lautet, es gilt: 421 Kubik, verteilt auf 4 Zylinder, schmale 39 Nm bei hohen 13.000/min und starke 77,5 PS bei 14.000/min. 185 Kilo soll die SRK wiegen, was mit Stahlrahmen und Aluschwinge zumindest realistisch erscheint. Mehr Ausstattungs-Infos als ein ABS von Bosch, Bremsen von Brembo, Traktionkontrolle und eine Gabel von Marzocchi sind nicht bekannt. In Deutschland ist die 421 RR ab 7.999 Euro zu haben.

Kove 450 RR – 71 PS bei 13.000/min

443 Kubik in der Kove 450 RR erzeugen schmale 39 Nm und 67 PS bei 13.250/min. Im Kontext der bereits gezeigten kleinen Supersportler mit Reihenvierer wirkt das Paket schwach auf der Brust.

Da helfen die theoretischen 3 PS mehr per Ram-Air wenig, während die vollgetankten 165 Kilo hingegen gefallen. Ebenso das einstellbare Fahrwerk von KYB, sowie die schräglagen-sensiblen Systeme für ABS und Traktionskontrolle und das große TFT mit einer Diagonalen von 7 Zoll.

Chancen auf die Kove in Europa bestehen, da über Italien ein Händlernetz aufgebaut werden soll. Bei einem deutschen Händler ist die Kove bereits zu haben, ab 7.890 Euro.

Fazit