750er-"Fireblade" hätte es schwer: Triumph bietet das bessere Sportpaket

Honda CB 750 R hätte starke Konkurrenz
Unter den 95-PS-Bikes ist die Daytona die Königin

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.09.2026
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Triumph Daytona 660 2026
Foto: Triumph Motorcycles

Honda zeigt ein Supersport-Konzept auf Basis der aktuellen Hornet 750. Die Idee einer CB 750 R als neuer Baby-Blade ist schnell gefasst. Mit 755 Kubik und 92 PS bei 200 Kilo Gewicht und für unter 10.000 Euro wäre sie attraktiv. Doch nur auf den ersten Blick. Wer heute Supersportler mit 95 PS für unter 10.000 Euro sucht, findet in Deutschland derzeit vier Modelle, die diesen Kriterien entsprechen. Und je nach Modell und Suchfilter müsste sich eine CB 750 R arg strecken, um relevant zu werden.

Preis und Elektronik

Gerade die Themen Preis und Elektronik sind in der Klasse von Belang. Die aktuelle 750er-Plattform von Honda bietet ein gutes Grundpaket mit Connectivity, Fahrmodi, Ride-by-Wire und Traktionskontrolle. Im Konkurrenz-Umfeld würden die schräglagensensiblen Systeme für ABS und Traktionskontrolle fehlen, um einen Listenpreis von deutlich über 9.000 Euro zu rechtfertigen. Allerdings: Die Plattform bietet das derzeit einmalige Asset der E-Clutch ab Werk mit Quickshifter.

Von den 92 PS des Honda-Twins abgesehen, sind von den vier Bikes im Umfeld drei mit Dreizylindermotoren ausgestattet, die konzeptbedingt zwar etwas weniger Drehmoment erzeugen, dafür aber mehr Drehfreude entwickeln. Wobei das kein Problem des Honda-Twins ist.

Bliebe eine Honda CB 750 R beim Listenpreis unter 9.000 Euro wie die Hornet, könnte das Modell auf dem Markt funktionieren. Wobei das weiterhin keine Lösung für ein Problem wäre, welches Honda selbst schaffen würde.

Honda CBR 650 R ist super-erfolgreich

Im Hause Honda gibt es bereits einen Supersportler mit 95 PS, allerdings mit einem Listenpreis mit etwas über 10.000 Euro: Die CBR 650 R ist seit Jahren in den Neuzulassungen das Top-Modell von Honda. Ob die Japaner sich hier deutlich günstigere Konkurrenz selbst erschaffen würden, ist fraglich. Und das Risiko, die 650er durch die 750er mit unklarem Ausgang zu ersetzen, ist fern von japanischem Sicherheitsdenken.

Vier Supersportler mit 95 PS für unter 10.000 Euro

Triumph Daytona 660: 95 PS ab 9.995 Euro

Spitzen-Predator der Klasse ist derzeit die Triumph Daytona 660 . Zwar kratzt sie mit einem Listenpreis von 9.995 Euro bedenklich an der 10.000er-Marke und knackt diese mit zusätzlichen Überführungskosten auch. Doch die Daytona war schon immer ein guter Deal, der zum Modelljahr 2026 noch besser geworden ist. Der Triple mit 660 Kubik leistet weiterhin 95 PS bei 11.250/min und erzeugt 69 Nm bei 8.250/min. 201 Kilo schwer, mit einstellbarer Druck- und Zugstufe an der Gabel und Quickshifter als Grundausstattung.

Übrigens Als einziges Modell im Vergleich nutzt die Triumph Daytona 660 die Vorteile von schräglagen-sensiblen Systemen für ABS und Traktionskontrolle.

Wie gehabt kommt sie mit vier Jahren Garantie und Wartungsintervallen von 16.000 Kilometern oder 12 Monaten. Triumph gibt den Normverbrauch mit 4,9 Liter je 100 Kilometer an, entsprechend erlaubt der 14-Liter-Tank eine theoretische Reichweite von 285 Kilometern.

CFMoto 675 SR-R: 90 PS ab 7.999 Euro

Sicher einer der heißesten Deals der Saison: die CFMoto 675 SR-R. Aktuell steht sie auf Platz 6 der Neuzulassungen in Deutschland und nahm der Triumph Daytona 660 das Alleinstellungsmerkmal des Dreizylinders bereits vor deren Marktstart ab. Der Motor der SR verteilt 674 Kubik auf drei Zylinder, erzeugt 68 Nm bei 8.250/min und leistet 90 PS bei 11.000/min.

Interessant: Die Alu-Konstruktionen von Chassis und Schwinge bringen der 675er überraschenderweise keinen Gewichtsvorteil. Gewogene 204 Kilo liegen deutlich über der Werksangabe von 198 Kilo. Allerdings punktet die CFMoto durch ihr voll einstellbares Fahrwerk von KYB sowie den Quickshifter ab Werk und natürlich durch das umfassende Entertainment-Paket des TFT-Displays mit zahlreichen Ansichten und Spielereien.

Aber: Der Verbrauch von 5,5 Liter je 100 Kilometer ist hoch, entsprechend beträgt die Reichweite mit dem 15-Liter-Tank theoretisch nur 272 Kilometer. CFMoto bietet vier Jahre oder 40.000 Kilometer Garantie.

Zontes 703 RR: 95 PS ab 7.990 Euro

Zontes treibt seinen Supersportler 703 RR ebenfalls per Dreizylinder an. Durch den vergleichsweise großen Hubraum von 699 Kubik erzeugt er 74 Nm Drehmoment bei 8.500/min und leistet 95 PS bei 11.500/min.

Das Fahrwerk erfreut grundsätzlich mit einer voll einstellbaren Gabel sowie einstellbarer Vorspannung und Zugstufe am Federbein. Allerdings überrascht das gemessene Gewicht von 202 Kilogramm trotz Aluminium-Chassis, während Zontes mit 196 Kilo wirbt. Wobei: Der Tank der Zontes fasst 16 Liter, was beim hohen Verbrauch von 5,5 Liter pro 100 Kilometer theoretische 290 Kilometer Reichweite bedeutet.

QJMotor SRK 800 RR: 95 PS ab 8.399 Euro

Wo der Dreizylinder vor einigen Jahren noch selten in der Klasse der Supersportler war, so ist es der Vierzylinder heute. In der QJMotor SRK 800 RR misst er 778 Kubik und leistet 95 PS bei 10.000/min. Wobei die SRK ihren Hubraum zumindest in den technischen Daten nicht in Drehmoment umsetzt und mit 74 Nm bei 9.000/min nominell den 699er-Triple der CFMoto nicht übertreffen kann.

Ob ihre Marzocchi-Gabel und ihr Federbein einstellbar sind, ist bislang nicht bekannt. Dafür das Gewicht: 210 Kilogramm, die trotz des 16-Liter-Tanks schwer erscheinen. Wie das im Kontext des Preises von 8.399 Euro einzuordnen ist, kann nur ein künftiger Test von MOTORRAD klären.

Fazit