In ihren technischen Grundzügen gab es für die neue R7 – zum Glück – keine großen Veränderungen. Einzig das große neue Elektro-Paket macht sie zu einem echten E-Renner.
Motor weiterhin eine Bank
Weiterhin treibt die laut Yamaha vollgetankt nur 189 Kilogramm schwere R7 das altbewährte CP2-Herz mit exakt 73,4 Pferden sowie 68 Newtonmeter an. Was in heutigen Sphären von über 200-PS-Plus mager wirkt, reicht locker, um weit über die StVO-Grenzen hinaus über Landstraßen zu surfen oder amtlich auf dem Track anzuzünden.
Wichtigste Neuerung: Der Reihen-Twin ist nun EURO-5-Plus konform und schnüffelt Luft über eine neu konstruierte Airbox ein. Die sorgt für eine markig-bassige Soundkulisse in den Ohren – nur der Pilot bekommt davon etwas mit, der äußerst leise Auspuffklang gibt sich dabei nachbarschaftsfreundlich – löblich!
Volleinstellbare Gabel in der Mittelklasse
Ebenfalls dem Vorgänger beinahe identisch: Das Fahrwerk. Schon bei ihrer Vorgängerin überzeugte die 41-Millimeter im Durchmesser fassende, volleinstellbare USD-Gabel bereits mit viel Feedback und einem sensiblen Ansprechverhalten. Selbiges gilt für die aktuelle Gabel: Auf dem wunderschönen Circuito do Sol in Portugal, Europas neuster Rennstrecke – kurzes abschweifend: Checkt unbedingt diese Piste aus! – beschenkt die R7-Front dem Fahrer viel Vertrauen.
Heftigstes Anbremsen in die 18 Kehren der portugiesischen Berg-und-Tal-Bahn quittiert die Forke mit einem leichten Achselzucken und kommt selbst unter derbem Anfeuern nicht an ihre Grenzen. Leider gleicht das Federbein dem der Ahnin: In Vorspannung und Zugstufe einstellbar macht es seinen Job gut, doch an das Niveau der Gabel kommt es nicht heran und arbeitet etwas seelenlos ohne viel Rückmeldung.
Yamahas neuer kleiner E-Renner
Doch gegen etwas weniger Feedback achtern und einem auskeilenden Hinterrad haben die Yamaha-Ingenieure etwas im Gepäck, das selbst über die Mid-Size-Kategorie heraus als Klassenprimus betitelt werden kann. Das Elektronikpaket der 2026er-R7 hat es in sich – und wie! Mit Rain, Street, Sport sowie einem frei konfigurierbaren Pendant stehen insgesamt vier Fahrmodi zur Auswahl – so weit, so gut.
Doch wer tief in die Materie blickt – was hauptsächlich Racer gerne machen – erlebt sein sprichwörtlich blaues Wunder. Eine dreistufig einstellbare Traktionskontrolle hält sanft und ohne große Eingriff-Intervalle – zumindest auf Stufe eins – Wache über das Hinterrad. Ebenfalls an Bord: Eine Slide-Kontrolle – Quer rein und raus werden so zu einem Kinderspiel. Zusätzlich lässt sich das Motorbremsmoment zweistufig nach eigenen Vorlieben einstellen.
Endlich mit Quickshifter
Ah, und ganz wichtig bei 73 PS: Eine Wheelie-Kontrolle – natürlich einstellbar. Unironisch stellt aber der Quickshifter mit Blipper-Funktion ein fantastisches neues Feature dar. Ohne Last in einen der sechs Gänge knallen läuft in egal in welcher Drehzahlregion fluffig, einen kupplungslosen Gang nach unten geht leider nur in mittleren Drehzahlen geschmeidig.
Racer sollten daher mitunter noch die manuell kuppeln. Noch ein Einschub zum ABS: Spät und mit sensiblen Regelintervallen greift das System ein. Neu: Hinten lässt sich das ABS für Querspiele mit der Slide-Kontrolle deaktivieren.
















