Honda Gold Wing GL 1800 im 100.000 km-Dauertest

Schon 40.000 Kilometer auf der Uhr

Foto: Uwe Seitz 23 Bilder

Am 17.4.2018 konnte die Redaktion MOTORRAD eine Honda Gold Wing GL 1800 in den Dauertest übernehmen. Die Reisemaschine tritt an, um sich über 100.000 Kilometer zu bewähren.

MOTORRAD hat wieder einen 100.000 Kilometer-Dauertester am Start. Mitte April durfte Kollege Thomas Schmieder bei Honda in Frankfurt eine Honda Gold Wing GL 1800 übernehmen. Dort erwarteten ihn Erik Mertens, der rührige Pressesprecher und Jan Rott, der patente Serviceleiter von Honda Frankfurt. Das große Tourenmotorrad hatte dabei erst 333 Kilometer auf der Uhr und damit noch 99.667 Kilometer vor der breiten Brust, denn anders als viele weitere Dauertestmotorräder wird die Gold Wing sich nicht nur über 50.000 sondern über 100.000 Kilometer beweisen müssen.

Für Thomas gab es vor seiner erste Odenwald-Tour auf der 1800er erst mal eine gründliche Einweisung: Wie steuert man das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DCT, wie lassen sich Navi und Soundanlage bedienen? Ganz wichtig: Wie aktiviert man den Rangier-Modus (vor und zurück)? Und zum Tanken müssen erstmal zwei Klappen geöffnet werden ... Nun, die Erläuterungen haben geholfen, Thomas gab sie einen Tag später an die Kollegen weiter. Danke Jan und Erik!

Auf dem Weg zum Marathongipfel wird es Dauertest-Zwischenbilanzen geben; nach 100.000 Kilometern folgen dann Abschlussmessungen, bevor der Motor der Honda Gold Wing GL 1800 zerlegt und begutachtet wird.

Die Honda Gold Wing ist erst die sechste Maschine die MOTORRAD über diese Distanz schickt. Zuvor waren dies die Kawasaki GPZ 900 R, die Yamaha XJ 900 Diversion, die BMW K 1200 RS, die Honda ST 1100 und die Yamaha FJR 1300 A. Bei PS musste die Yamaha R1 der ersten Generation 100.000 Kilometer abspulen.

Gold Wing fahren ist ein Erlebnis

Dein erstes Mal vergisst du nie: So werden mir unsere Tiefgaragen-Kehren wohl auf ewig im Gedächtnis bleiben bzw. als ich sie zum ersten Mal auf der Gold Wing durcheiert habe: Durch die erste ist die DCT-Honda durchgewackelt, als wäre ihr Fahrer besoffen. War er nicht. Ich griff nur automatisch nach der Kupplung – und damit ins Leere. Durch die zweite Kehre lief die Fuhre dann schon besser, aber als der brabbelnde Sechszylinder an der ersten roten Ampel gleich aufhörte mit brabbeln, brach mir der Schweiß aus: Start-Stopp-Automatik als Aha-Erlebnis! Funktioniert aber super. Ein Mini-Rucken am Gasgriff, sofort ist der Boxer wieder da. Und wer die Sprit-Spar-Funktion nicht will, kann sie abschalten.

Beim Fahren schrumpfen die gefühlten Lkw-Maße der Honda genauso schnell wie das Vertrauen in diese perfekt ausbalancierte Sänfte mit jedem zurückgelegten Kilometer wächst. Faszinierend, wie komfortabel und flott sich Autobahn-Kilometer mit dem Teil abspulen lassen. Das Fahrwerk ist bombenstabil, der Wind- und Wetterschutz annähernd perfekt und das DCT arbeitet in praktisch jeder Situation so herrlich unscheinbar – kann man sich dran gewöhnen.

Übrigens auch an den Look. Solange man drauf (oder eher drin?) sitzt, sieht man's sowieso nicht. Mein Resümee: Auch wenn die Gold Wing GL 1800 mit all ihren Menüs, Drehreglern und Knöpfchen kein einfach zu bedienendes Motorrad ist, fahren lässt es sich kinderleicht.

Kilometerstand 40.000, 05/2019

Uwe Seitz hat mit der Goldwing die 40.000-Kilometer-Schallmauer durchbrochen. Von den Pendler-Eigenschaften zeigte sich der ansonsten auf eher sportlicheren Motorrädern fahrende PS-Chef begeistert. Sein circa 200 Kilometer langer Arbeitsweg lasse sich nach eigener Aussage vermutlich lediglich per Teleporter noch angenehmer zurücklegen. Lediglich der Sohnemann zeigte sich nicht ganz so begeistert vom Honda-Tourer: „Krass peinlich, wenn der Ofen vor dem Haus steht“.

Honda Goldwing packt die 40.000-Kilometer-Marke im Dauertest. Foto: Seitz
PS-Chef Uwe Seitz hat im Mai die 40.000-Kilometer-Marke geknackt.

Kilometerstand: 38.690, 04/2019

Jörg Lohse, stellvertretender Chefredakteur: Bin ich vorher jemals eine Goldwing gefahren? Ich glaube nicht, denn beim Druck auf den Starterknopf purzel ich fast vom Sitzpolster runter. Was ist denn das? Was für ein Sound! Was für eine Atmo! Der Hammer und es kommt noch besser, als ich die Fahrstufe D einlege, der wummernde Sechszylinder im unnachahmlichen Automatic-Cruise-Modus Fahrt aufnimmt, und per DTC-Getriebe butterweich die Gänge hochgeschaltet werden. Ein irres Erlebnis. Warum habe ich nur 37000 km lang (solange befindet sich die Honda schon bei uns im Dauertest!) gewartet! Großes Kino, perfekt für die geplante „Wien-an-einem-Tag“-Reise mit der pubertierenden Tochter („Warum können wir denn nicht fliegen?“) auf dem hinteren Ohrensessel.

Weil fliegen nicht schöner sein kann. Okay, zugegeben, schon beim Packen für „Zwei Personen, drei Tage“ macht sich Ernüchterung breit. Wie kann man die Koffer-Innenräume nur so heftig verbauen. Praktisch nutzbarer Stauraum ist was anderes, vor allem wenn man stilvoll mit praktischen Softtaschen reisen will und nicht Shirts, Shorts und Socken einzeln in jede verschachtelte Ecke stopfen will. Nach einigen zig Kilometern hat man sich auch an der relativ günstig wirkenden japanoid-barocken Plastiklandschaft im Cockpit sattgesehen. Schön und wertig ist anders – das hat einfach nur Toyota-aus-den-Neunzigern-Style. Und spätestens bei der unmöglich komplizierten Bedienbarkeit der Elektro-Goodies relativiert sich der erste Wow-Effekt gewaltig. Die Logik der Bedienführung: eine Zumutung! Selbst das daumendicke Fahrzeug-Handbuch verwirrt mehr als das es hilft. Die Heizgriffe kommen selbst in höchster Stufe nicht wirklich auf Temperatur (vor allem, wenn man im direkten Vergleich zuvor 5.000 km auf einer BMW R 1250 GS gesessen hat). Aber ich setze auf den Faktor Zeit. 1.500 km später sitzt dann alles: Man hat sich an die Unlogik der Connectivity-Funktionen gewöhnt, kann nun aber einigermaßen souverän das Navi bedienen, den Tempomaten einschalten und sich sogar die Restreichweite anzeigen lassen. In meinem Helm dudelt SWR3 mit sattem Sound und störungsfrei aus dem Bordradio, die Tochter kann in ihrem ihre Songs und Favoriten über Apple Carplay anhören. Mit souveränem Schwung pfeilen wir jenseits von Budweis mit dem 365-kg-Koloss und seinem E-sauber ansprechendem E-Fahrwerk unaufgeregt über löchrige Buckelpisten und lassen per „Kickdown-Funktion“ langsame Schleicher stehen. Geilomat! Die Tochter bleibt zickig bei ihrem Vorsatz: „Das nächste Mal fliegen wir aber!“ Ich sage: Wir müssen unbedingt noch mal Goldwing fahren! Fortsetzung folgt…

Kilometerstand: 37.182, 04/2019

Honda Gold Wing GL 1800 Dauertest Foto: Johannes Müller
Die Gold Wing vor dem Schloss Dampierre im Vallée de Chevreuse, unweit von Versailles.

Im direkten Anschluss an die 36.000er Inspektion enführte Testredakteur Johannes Müller plus Begleitung die Gold Wing auf einer Supertour nach Paris. Zweieinhalb Fahrtage, 1.500 Kilometer, fast nur Landstraße: Ein Supertourer wie die GL 1800 will Strecke machen, und das taten wir. Zum Familiengeburtsatag bei Paris. Was das zur Sache tut? Reichlich Geschenke bedeuten reichlich Gepäck. Nur sind die Seitenkoffer der GL schlimm zerklüftet, so dass zwei Personen sich auf das kleinste Besteck beschränken müssen, wenn im Topcase Präsente reisen. Weil noch eine Reitausrüstung zu transportieren war – fragen Sie nicht – kam es, dass wir tatsächlich eine Rolle aufschnallten, mangels Zurrmöglichkeit keine triviale Übung. Auch das Navi hinterlässt weiterhin Fragezeichen, die sorgfältig geplante Route korrekt zu importieren wollte trotz erheblicher Trickserei nicht gelingen. Die Wing-Fahrt an sich allerdings, erst recht durch die leere französische Wallachei, ist mit jedem Meter allerhöchster Touringgenuss. Sozia und Beladung interessieren die GL nicht die Bohne, auf neuen, nicht eckigen Dunlop-Reifen rollt sie endlich wieder harmonisch (Achtung bei Nässe!), der Federungskomfort ist sowieso über jedes Schlagloch erhaben. Erst auf Strecke entfalten Flat Six und DCT ihre ganze, herrliche Pracht. Heizgriffe- und Sitze sowie die große Scheibe komplettieren das Geborgenheits-Paket. Wunsch an Honda: Reicht Android Auto per Update nach, damit auch Apple-Verweigerer etwas vom großen Display haben.

Kilometerstand: 35.575, 04/2019

Die Dauertest-Gold Wing war fällig für den 36.000-km-Kundendienst. Im Zuge der Inspektion gab es neue Bremsbeläge (vorn/hinten/Handbremse) sowie einen neuen Satz Dunlop Sportmax D423F-Reifen. Der Reifensatz schlug mit 380 Euro plus knapp 200 Euro Einbau und Montage zu Buche. Die neuen Bremsbeläge kosten 310 Euro inklusive Montage. Auf die reine Inspektion mit Öl- und Filterwechsel entfallen etwa 340 Euro (alle Preise brutto). Der gesamte Werkstattaufenhalt belastet das Dauertestbudget mit 1.244 Euro.

Kilometerstand: 31.900, 12/2018

Real men don’t wear ties! Echte Männer tragen keine Schlipse, weiß der Volksmund. Und sie lesen auch keine Bedienungsanleitungen. Was im Falle der Gold Wing auch dauert, denn 258 Seiten (plus ein 88-Seiten-Heft allein fürs Navi) wollen erst einmal durchgearbeitet sein. Immerhin wird darin kurz vor Halbzeit, nämlich auf Seite 118 erklärt, wie der Motor zu starten ist. Es geht aber auch ohne. Dass wir dennoch zur Lektüre griffen, kam so: Nach den ersten kalten Nächten wollte die Wing nicht starten. Der Anlasser drehte zwar die Welle. Allein, es fehlte der Funke.

Foto: Glück
Wenn man weiß wie, kommt man ganz gut an die Batterie heran. Einmal war das bislang nötig.

Mit neuer Batterie (Garantie) ging‘s weiter. In der Redaktionswerkstatt wollte Schrauber Gerry nochmals nach dem Stromspender schauen und versenkte dabei aus Versehen einen Gummipfropfen des linken Koffers in den Tiefen des Raumes dahinter. Die Bergung gipfelte in der Total-Demontage des Rahmenhecks inklusive Topcase. Dabei entdeckten wir ein bis dahin unbekanntes Schloss. Doch wo war der Schlüssel? Den fanden wir später im Transponder. Im Falle eines Stromausfalls lässt sich damit der linke Koffer öffnen. Und über einen gut versteckten Zug von dort der rechte. Dieser Blackout trat prompt wenige Tage später ein. Die Wing war morgens völlig tot. Kein Mucks war ihr zu entlocken. Wir tippten schon auf gröberes elektrisches Ungemach, doch die Lösung war viel einfacher: Kollege Ralf Schneider hatte wohl unbeabsichtigt den Transponder durch Drücken des Emblems deaktiviert. Also noch mal laaange drücken und: ZACK! Es ward Licht.

Ein ziemlich provisorisch nur in Luftpolsterfolie gewickelter Blechbügel, der haltlos im Topcase herumkullerte, warf Fragen auf. Anhand des Honda-Schriftzuges war klar, dass er zum Bike gehören muss. Blieb die Frage nach der Funktion. Auch in diesem Fall konnte die 258 Seiten starke Bedienungsanleitung helfen: Es ist ein Helmschloss! Und es funktioniert wie folgt: Nach dem Öffnen des linken Koffers findet man oben einen kleinen Hebel. Zieht man diesen, so fährt ein in den linken Sozius-Haltegriff integrierter Stift heraus und gibt eine Öffnung frei. In diese wird nun der Bügel gesteckt, der Stift verriegelt, et voilà: Der Helm ist gesichert. Zumindest, wenn er über einen Doppel-D-Verschluss oder eine Öse verfügt, durch die der Bügel hindurchpasst. Generell passt diese Konstruktion nicht recht zur ansonsten sehr durchdachten Gold Wing.

Kilometerstand: 20.016, 7/2018

Foto: Uwe Seitz

Die 20.000 km-Schallmauer ist durchbrochen, der Reisedampfer im Dauertest-Fuhrpark wird seit Mitte April ordentlich ran genommen. Bei 3.000 km-Tachostand fuhr ich (PS-Chef Uwe Seitz) sie letztmalig und muss sagen, dass sie eigentlich nichts eingebüßt hat – nicht spürbar zumindest. Nach wie vor ist der Motor mit dem Sound der Knaller und die Goldie liegt selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der 140 wie ein Brett. Das ist ein Gefühl, wie es Kleinwagen-Fahrer selbst bei 100 auf der Autobahn wohl nie erleben werden. Aber aus Sportfahrer-Sicht regt mich eine Sache an der Goldwing einfach nur auf: die Bevormundung des Honda'schen Sicherheitsrates. Fährt das Wohnzimmer auf zwei Rädern erstmal, kann man praktisch nichts mehr einstellen, zumindest die direkten Fahrzeugeinstellungen nicht (Modi ausgenommen), der Tempomat funktioniert nur bis knapp 140 km/h und bei 180 km/h fährt man plötzlich gegen den Umkehrschub, denn der 1800er-Sechszylinder regelt plötzlich und ungeschmeidig ab. Da kann die Honda noch so bombenstabil fahren, dann ist einfach Schluss und auch nur eine Hand vom Lenker zu nehmen, scheint den Verantwortlichen in Japan einem Harakiri gleichzukommen. Oder ist der gemeine Goldwing-Fahrer so untalentiert? Aber ich glaube, ich werde den „Eimer“ bis zum Finaleinlauf bei 100.000 km bestimmt noch ein paar Mal über die Autobahn jagen – das hat was.

Kilometerstand: 17.101, 7/2018

Foto: Dentges
Auf Kaffeefahrt sammelt die Gold Wing in 3 Tagen 2.400 km.

Kollege Thorsten Dentges begab sich mit der Gold Wing auf Kaffeefahrt quer durch die Republik. Mal eben von Stuttgart nach Baden-Baden auf einen Kaffee, Kilometerstand 14.743. Ach ja, warum dann nicht gleich nach Münster zur Röstbar, dem Landessieger NRW für guten Kaffee, auch nur ein Katzensprung mit der ultrabequemen Goldwing? Kilometerstand 15.437. Dort allerdings Horrorstau, kein Durchkommen… die Gold Wing ist ein paar Zentimeter zu breit.

Weiter geht's heute noch nach Bremen und Hamburg, den Kaffeehochburgen mit Tradition. Ein Klacks mit dem fahrenden Sofa, yuhuu! Kilometerstand 16.034. Auf Usedom soll es angeblich die beste Mohntorte geben, also hin da. Kilometerstand 16.034.

 In Berlin machen sie kalten Kaffee! Und der schmeckt tatsächlich auch noch!!! New School und auch nur 300 Kilometer zu fahren, ist auf einer Arschbacke abzureiten mit der Honda. Über Dresden (Manufaktur besuchen, bester Kaffee des Landes) zurück nach Stuttgart, Kilometerstand 17.101, der Kofferraum der Goldwing ist voll mit feinen Bohnen. Hat sich gelohnt, 2.400 Kilometer in 3 Tagen (wach).

Die ganze Kaffeefahrt gibt es demnächst in MOTORRAD

Kilometerstand: 14.490, 06/2018

Vom Finale des Alpenmasters übernahm MOTORRAD-Chefredakteur Michael Pfeiffer die Dicke auf dem Galibier-Pass und fuhr damit zunächst zurück nach Stuttgart, um dann sofort weiter zur MotoGP nach Barcelona zu schippern. Zeit für die über 3.000 Kilometer: Nur sechs Tage. Macht aber nichts. Denn so komfortabel wie auf der Honda kannst du mit keinem anderen Bike Reisen. Du liebst das weitgehend weich schaltende DCT-Getriebe mit dem langen siebten Gang, das Navigieren funktioniert auch ganz ordentlich und die Reichweite von über 330 Kilometern bei Marschtempo 120 bis 130 km/h geht in Ordnung.

Foto: Pfeiffer
Hinter den Pyrenäen: Wochenende in Barcelona, Rückreise bei Traumwetter.

So reichten acht Stunden von Grenoble nach Stuttgart und wirklich kurze 11 Stunden und drei Minuten von Stuttgart nach Barcelona. Das muss man erst einmal mit einem anderen Motorrad schaffen! Zurück ging es dann noch über den Mont Ventoux. Die 60 Kilometer Kurven hoch und runter machen aber nur Spaß, wenn man die Dicke auf Zwei-Personenbezrieb plus Gepäck hochstellt. Damit verbessert sich die Bodenfreiheit deutlich und die Gold Wing schrappelt nicht in Jeder Kurve mit den Fussraten auf dem Boden.

Nach 15 Stunden entspannt zurück in Stuttgart und bei 14.490 Kilometern Richtung Inspektion abgegeben. Extrem langstreckentauglicher Vollkomfort-Megatourer. Die Inspektion an sich verlief planmäßig und wurde mit 263,74 Euro berechnet.

Kilometerstand: 7.000, 05/2018

Foto: Uwe Seitz
Wer viel fährt muss viel tanken.

Bereits 27 Mal rollte die Honda Gold Wing seit dem Dauerteststart an die Tanke, über 7.000 km stehen auf der Uhr. Der Dauertest mit der Honda Gold Wing läuft auf vollen Touren. Selbst PS-Kappo Uwe Seitz – sonst extrem Supersport-fixiert – hat schon 1.000 Kilometer dazu beigetragen: „Fährt erstaunlich gut für so einen Eisenhaufen“, gibt er zu Protokoll. „Der Sechszylinder-Sound ist dabei betörend, aber im engen Stau- und Stadtverkehr fühlt sich die Winger dann doch an wie ein Smart, der umfallen kann.“

Kollege Thomas Schmieder entführte die Gold Wing auf eine längere Tour nach Luxemburg. Dabei präsentierte sich die neuste Gold Wing-Generation gegenüber ihren Vorgängern deutlich verwandelt: fahraktiver, handlicher. Fahrwerk und Bremsen sind deutlich verbessert, die Ausstattung ist viel praxisgerechter als beim 16 Jahre lang gebauten Vormodell. Mit einer Einschränkung allerdings: das Bedien-Menü ist lästig bis unausgereift. Viele Funktionen lassen sich während der Fahrt nicht bedienen, etwa das Navi, und sei es nur zum Tankstelle suchen.  Als Durchschnittsverbrauch wurden auf der Tour gerade mal 5,35 Liter je 100 Kilometer ermittelt. Und das mit Gepäck und Sozia. Verdammt sparsam für ein Fahrzeug mit herrlich klingendem und unerreicht laufruhigem Sechszylindermotor!

Mittlerweile gibt es auch die ersten kleinen „Vorfälle“ zu Beginn des Dauertests über 100.000 Kilometer: bei Kilometerstand 6.665 muss zum 1. Mal Öl nachgefüllt werden – bei einer Honda! Einen viertel Liter frischen Schmierstoff genehmigte sich der Sechszylinder-Boxer auf gut sechseinhalbtausend Kilometer. Ohne Funktion ist mittlerweile die Parkbremse – mit Doppelkupplungsgetriebe kann man ja keinen Gang einlegen bei ausgeschaltetem Motor: Thomas und ein namentlich nicht genannt werden wollender Chefredakteur sind wohl das ein oder andere Mal mit angezogener Handbremse losgefahren. Das merkt man angesichts kräftigen Antritts zunächst gar nicht. Parken am Gefälle sollte man also im Moment vermeiden..

Kilometerstand: 3.810, 4/2018

Foto: Michael Pfeiffer
Tanken mit der Gold Wing will erlernt werden.

Gleich nach ihrem Eintreffen bei MOTORRAD ging die Gold Wing auf Tourentest mit Kollege Thomas Schmieder. In vier Tagen sammelte die Honda dabei rund 1.600 Kilometer. Ein weiterer Trip Richtung Berlin spülte weiter satt Kilometer auf das Gold Wing-Konto. 12 Tage nach dem Dauerteststart stehen bereits 3.810 Kilometer auf der Uhr.

Dabei erwies sich die GL 1800 als durchaus sparsam – eine erste Verbrauchsfahrt auf der Landstraße ergab 4,6 Liter – und reichweitenstark. Mit 21 Liter Tankinhalt sind fast 400 Kilometer möglich. Ab 20 Kilometer Restreichweite kommen im Tank-Display nur noch Striche, die dann noch für gut 10 Kilometer Sprit bedeuten. Dann ist Ebbe…

Tanken an sich will erlernt werden, denn den Tankdeckel zu finden ist gar nicht so einfach: rechts in der Verkleidung findet sich ein Fach in dem der Öffner der Tankklappe versteckt ist. Der Tankdeckel selbst ist ziemlich leicht und aus Plastik, wurde einem Kollegen weggeweht und kullerte unter ein Auto.

Gelobt wird aber auch der gute Wetterschutz. Auch ein erstes Malheur gab es schon. Bei angelegten Spiegeln hat der Lenker beim Rangieren ein Spiegelglas aus seinem Gehäuse gedrückt. Zu Bruch ging es dabei allerdings nicht.

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