Gibt es Reiseenduros von Premiummarken für unter 11.000 Euro? Und – Überraschung – die Antwort lautet: Ja. Die BMW F 800 GS und die Suzuki V-Strom 800 .
KTM, Honda, Triumph, Kawasaki, Ducati und Yamaha sind teurer
Gesucht wird eine Reiseenduro der Mittelklasse, wahlweise mit einem Vorderrad in 19 oder 21 Zoll, dem Einsteiger freundlich gesonnen, mit maximal 95 PS und unter 11.000 Euro Listenpreis. Zwar liegen Honda Transalp mit 11.120 Euro und KTM 790 Adventure mit 11.290 Euro nur knapp darüber, doch von den Preisen der BMW und Suzuki deutlich entfernt. Von der Yamaha Ténéré mit 11.699 Euro brauchen wir da gar nicht anzufangen.
Kawasaki hat aktuell kein passendes Adventure-Modell in dieser Klasse im Angebot. Triumph und Ducati bieten die Tiger 900 oder Desert X erst jenseits der 15.000 beziehungsweise 17.000 Euro an. Zwar kommen bei jedem Modell noch individuelle Nebenkosten hinzu, und beim Händler selbst sind die reellen Preise wohl deutlich niedriger, doch zum Vergleich muss, wie immer, der Listenpreis herhalten.
BMW F 800 GS – 87 PS ab 10.650 Euro
Es gibt sie doch. Die günstige BMW. In der Form der F 800 GS steht Einstiegs-Reiseenduristen ein überraschend attraktives und günstiges Modell zur Wahl. Und nein: Hier ist der schmale Hans nicht Küchenmeister. Zwar stehen die 87 PS auf 895 Kubik im Kontext der F 900 GS mit gleichem Antrieb und 105 PS auffallend dünner im Showroom. Doch im Kontext des Segments ist die BMW, ergänzt um das Drehmoment von 91 Nm, eine der stärkeren Maschinen.
Schräglagensensible Systeme für ABS und Traktionskontrolle
Ebenfalls auffällig: Ab 10.650 Euro hat die BMW F 800 GS bereits schräglagensensible Systeme für ABS und Traktionskontrolle ab Werk programmiert und bietet mit optionalen Sitzhöhen zwischen 760 und 845 Millimeter für die meisten Beinlängen das richtige Maß. Protzt die BMW in der Elektronik, wirkt das Fahrwerk zu einfach: 41er-Telegabel mit Schwimmsätteln vorn sind an der unteren Grenze von Premium, ohne auf ihre Funktion hinzuweisen. Dafür gefallen die je 170 Millimeter Federweg je Achse.
Zwar sind ihre 227 Kilogramm fahrfertig im Kontext nicht schwer, im Vergleich bietet sie mit nur 15 Liter aber deutlich weniger Tankvolumen. Und demnach bei 4,3 Liter je 100 Kilometer Normverbrauch eine theoretische Reichweite von 348 Kilometern.
Zu haben ist die BMW F 800 GS im Modelljahr 2026 ab 10.650 Euro.
Suzuki V-Strom 800 – 454 Kilometer Reichweite für 10.300 Euro
Das Thema der Reichweite der BMW F 800 GS kontert die zweite Premium-Enduro unter 11.000 Euro ohne Mühe. Die Suzuki V-Strom 800 bietet ein Tankvolumen von 20 Litern bei einem Normverbrauch von 4,4 Litern je 100 Kilometer. Ergibt eine theoretische Reichweite von 454 Kilometern. Und nicht nur das: Mit 223 Kilo ist die Suzuki trotz mehr Sprit sogar etwas leichter als die BMW.
Dafür mit 84 PS und 76 Nm nominell schwächer, was bei einem Unterschied im Hubraum von 119 Kubik relativ ist. Absolut gesehen ist der Suzi-Twin mit 776 ein extrem starker Motor in seiner Klasse. Ebenfalls unterscheidet sich die V-Strom von der BMW, weil ihr ABS und ihre Traktionskontrolle ohne Schräglagenfunktion kommen.
Deutlich wertiger hingegen wirkt das Fahrwerk der Suzuki. Vorn mit einer USD-Gabel von Showa mit 43 Millimetern Durchmesser und radial verschraubten Bremssätteln, hinten mit per Handrad einstellbarer Federbasis und einstellbarer Zugstufe. Federwege von je 150 Millimetern gehen in Ordnung.
Zu haben ist die Suzuki V-Strom 800 im Modelljahr 2026 ab 10.300 Euro.
Fazit
| BMW F 800 GS (2024) | Suzuki V-Strom 800 (2024) | |
| Motor | 2, Reihenmotor | 2, Reihenmotor |
| Leistung | 64,0 kW / 87,0 PS bei 6.750 U/min | 62,0 kW / 84,0 PS bei 8.500 U/min |
| Hubraum | 895 cm³ | 776 cm³ |
| Sitzhöhe | 815 mm | 825 mm |












