Wehrmachts-Motorrad aufgetaucht - nach über 80 Jahren: Die DKW NZ 350-1 aus der Donau

DKW NZ 350-1 aus der Donau
Wehrmachts-Motorrad aufgetaucht

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.08.2026
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Wehrmachts-DKW NZ 350 in der Donau bei Niedrigwasser aufgetaucht (08/2026)
Foto: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V./Gabor Kohlrusz

Mitten in der ungarischen Hauptstadt Budapest, gegenüber dem Parlamentsgebäude, ist im August 2026 ein Motorrad der Deutschen Wehrmacht aus dem Zweiten Weltkrieg aufgetaucht. Aufgetaucht im Wortsinn, denn auch die durch Budapest fließende Donau hat im Dürresommer 2026 extrem niedrige Pegel – und das Motorrad so freigelegt.

DKW NZ 350-1 als Motorrad für die Deutsche Wehrmacht

Bei dem in der Donau aufgetauchten Wehrmachts-Motorrad handelt es sich offenbar um eine DKW NZ 350-1. Diese Ausführung war nach Vorgaben von der Wehrmacht speziell für militärische Einsätze umgerüstet und entsprechend ausgestattet worden, mit Transportkisten und Halterungen, unter anderem für Gasmasken.

Zweitakt-Motor mit 11,5 PS für über 100 km/h

Als Antrieb hat die DKW NZ 350-1 einen Zweitakt-Einzylinder-Motor mit 346 Kubik, eigentlich luftgekühlt, aber wohl seit 1944 wassergekühlt – in der Donau. Dokumentierte Spitzenleistung sind 11,5 PS bei 4.000/min. Das Getriebe mit 4 Gängen ist für Hand- und Fußschaltung angelegt, die Übersetzung für bis zu 105 km/h. Wegen des Mangels an Aluminium im Zweiten Weltkrieg musste DKW den Motor größtenteils aus Gusseisen fertigen.

Wehrmachts-DKW NZ 350 in der Donau bei Niedrigwasser aufgetaucht (08/2026)
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V./Gabor Kohlrusz

DKW NZ 350-1 von 1943 bis 1945

Eine Besonderheit der DKW NZ 350-1 ist die Vorderradführung, eine Parallelogramm-Schwingenkonstruktion mit zentraler Federung am Lenkkopf – ansatzweise ähnlich wie heute der Duolever bei BMW. Mit 15-Liter-Tank und kompletter Militär-Ausrüstung wiegt die 350er circa 175 Kilogramm. Rund 12.000 Exemplare der NZ 350-1 lieferte DKW von 1943 bis 1945 an die Wehrmacht.

DKW NZ 350-1
DKW/Archiv

Auch zwei Soldaten und Minen in der Donau aufgetaucht

Unter Beteiligung des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sind in Budapest an beziehungsweise in der Donau weitere Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein gekommen: deutsche Tellerminen (Typ 35) zur Panzerabwehr und die Knochen von zwei deutschen Soldaten mitsamt deren vollständigen Erkennungsmarken. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. hat bereits eine "Umbettung" der Gebeine durchgeführt.

Fazit