Nur 350 Kubik, dafür um 64 PS. Und kein Zweitakter. Nein, der Vierzylinder der Honda RC173 arbeitet mit 4 Takten, dreht dafür aber mit 13.000/min so hoch, wie man es von einem Zweitakter gewohnt ist. Bei nur 44,5 Millimeter Hub und 50 Millimeter Bohrung ist das machbar und haltbar. Ölkühler für die Nasssumpfschmierung halten die Temperaturen im Zaum.
Lohn der Mühen der nur knapp 118 Kilo leichten Honda: die Weltmeisterschaft 1966 mit Mike Hailwood. Und exakt dieses Siegerbike steht am 15. November 2026 im Rahmen der NEC Classic Motor Show in Birmingham zur Auktion. Erwarteter Zuschlag zwischen 750.000 und 950.000 Britische Pfund, umgerechnet zwischen 875.000 und 1.100.000 Euro.
Honda RC173 – Weltmeister-Motorrad in der 350er-Klasse
Die 350er-Klasse war damals die bestimmende Hubraumklasse, selbst wenn gegen deren Ende kaum noch Motorräder wirklich 350 Kubik hatten. Der Vierzylinder der Honda RC173 schöpfte das Limit mit 349,5 Kubik fast aus. Deren Nachfolgerin hatte dann 6 Zylinder und 297 Kubik und hieß RC174.
Nach einem Zwischenspiel bei MV Agusta kehrte Weltmeister Mike Hailwood 1966 zu Honda zurück und gewann insgesamt sechs 350er-Rennen der Saison. Darunter große Rennen wie beim Auftakt in Hockenheim, in dem Hailwood auf der RC173 so schnell war, dass er das Rennen mit einer Runde Vorsprung auf den Zweiten gewann. Trotz einiger technischer Probleme dominierte Honda mit der RC173 die Saison, und Hailwood wurde Weltmeister in der 350er-Klasse sowie in der 250er-Klasse auf einer Honda RC166.
Schnäppchen in Auktion von BMW und Ducati
Honda für 1 Million Euro?
Die originale Rennmaschine von Hailwood steht zur Auktion. Perfekt restauriert – von Honda selbst – ist sie fahrbereit und mit äußerster Detailsliebe aufgebaut. Man achte beispielsweise auf die teils zweifarbigen Kupferdrähte, die am ganzen Bike als Schraubensicherung dienen. Alles wirkt rennbereit.
Durch die Historie dieser Honda, den perfekten Zustand und die laut Iconic Auctioneers umfassende Dokumentation rund um die Maschine, ist sie das Highlight der diesjährigen Auktion. Zwischen 750.000 und 950.000 Britische Pfund oder zwischen 850.000 und 1.100.000 Euro erwartet der Veranstalter, während die zahlreichen anderen schönen Angebote selten über 30.000 Britische Pfund kosten. Einzig eine Aprilia RS-GP 20 aus der MotoGP wird auf zwischen 200.000 und 300.000 Britische Pfund geschätzt. Am 16. November 2026 werden wir alle schlauer sein, was das Thema und die Gebote angeht.












