Echt Hyper: Neue Ducati Hypermotard V2 SP im ersten Fahr-Test

Ducati Hypermotard V2 SP - erster Fahr-Test
Minus 14 Kilo plus 6 PS – echt Hyper

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.04.2026
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Da stehen sie bereit, eine kleine Armada neue Ducati Hypermotard V2 SP, geschniegelt für 5 Turns auf der gut 2 Kilometer kurzen Piste von Modena. Serienzustand – beinahe jedenfalls. Rückspiegel und Kennzeichenträger mussten dem Rennstreckenprotokoll weichen, die Pirelli Diablo Rosso IV Corsa liegen unter Heizdecken, und das voll einstellbare Öhlins-Fahrwerk haben die Ducati-Techniker für den heutigen Einsatz straff gespannt.

Ducati Hypermotard – 20 Jahre Evolution

Seit Tom Cruise und Cameron Diaz einst auf einer Ducati Hypermotard 1100 S durch die Actionkomödie "Knight & Day" flohen, hat Ducati die Supermoto im Naked-Bike-Kostüm mehrfach neu interpretiert. Erst 2006/2007 mit dem luftgekühlten 1100er-Zweiventiler, später folgte die kleinere 796. Danach begann die Testastretta-Ära mit den Modellen 821 und 939, aus der schließlich die Hypermotard 950 hervorging. Zwei Jahrzehnte lang blieb die Formel ähnlich: Gitterrohrrahmen, Einarmschwinge, desmodromische Ventilsteuerung.

Ducati Hypermotard – immer charakterstark, unverwechselbar, und doch hatte jede Generation kleine Eigenheiten. Mal zwang eine Mulde in der Sitzbank den Fahrer in eine merkwürdige Haltung, mal spreizte ein Bauteil die gestiefelte Ferse von der Fußraste, dann wirkte das Fahrverhalten etwas kippelig oder das Vorderradgefühl nebulös. Motorräder, die man lieben wollte, aber die es einem nicht immer ganz einfach machten.

Neue Ducati Hypermotard V2 (SP) für 2026

Hier nun die Überraschung: Auf der neuen Ducati Hypermotard V2 (SP) sitzt man einfach richtig gut. Ihre 88 Zentimeter hohe Bank ist schmal und lang, aber ohne Zwangsformen – nichts blockiert oder schränkt ein. Mit 182 Zentimeter Körpergröße erreicht man den Boden problemlos mit beiden Füßen und fühlt sich dennoch hoch über dem Asphalt positioniert. Genau dort, wo eine Supermoto ihren Fahrer haben will. Zudem liegt der breite Lenker zwar nah am Nabel, durch seine angenehme Breite und sachte Kröpfung aber vor allem gut in den Händen.

Neuer V2-Motor mit 120 PS

Ein Druck auf den Starter, und der neue Zweizylinder nimmt in der Ducati Hypermotard V2 SP seine Arbeit auf. Kein irres Spektakel, sondern präzises mechanisches Leben, das sich akustisch niveauvoll bemerkbar macht. Mit angeblich 54,4 Kilogramm ist dieser 890er-V2 der leichteste L-Twin, den Ducati jemals gebaut hat.

Und der neue Antrieb passt perfekt zur Ducati Hypermotard V2 (SP): Schon aus niedrigen Drehzahlen schiebt er kräftig an, aus der Mitte heraus mit Nachdruck. Ab 4.000 Touren liegen rund 80 Prozent des maximalen Drehmoments an. Dreht man weiter, wird der Charakter lebhafter. Noch über 10.000/min wirkt dieser V2 ausgelassen – ein Motor, der überall sticht.

Vor allem aber hängt er unmittelbar am Gas. Drehen, schnalzen lassen, weiterdrehen – der "kleine" V2 reagiert mit einer Spontaneität, die sich sofort in Fahrspaß übersetzt. Wheelies gelingen mit größter Anmut und Mühelosigkeit. Auf einer breiten Rennstrecke relativiert die Leistung sich schon ein wenig. 120 PS wirken hier selten überwältigend, aber immer völlig beherrschbar. Das Power-Supermoto-Konzept geht in jedem Fall auf. Und man ahnt, wie intensiv diese Kraft sich auf der Landstraße anfühlen dürfte.

Stabile 187 Kilogramm (vollgetankt)

Sobald das Tempo steigt, beweist das Chassis der Ducati Hypermotard V2 SP seine eigentliche Stärke. Frühere Hypermotard-Generationen zeigten eine gelegentliche Tendenz zur Nervosität, die neue V2 SP liegt dagegen stabil auf Linie, lässt sich erstaunlich eng um den Scheitel führen und stellt viel Grip am Hinterrad bereit. Gleichzeitig verlangt sie ihrem Fahrer etwas Mitarbeit ab. Mit ihren langen Federwegen trägt sie den Schwerpunkt deutlich höher als ein Supersport-Motorrad. Beim Umlegen aus tiefer Schräglage dauert es deshalb einen Moment, bis die vollgetankt circa 187 Kilogramm leichte Maschine über den Nullpunkt hinweg in die nächste Neigung findet. Nicht viel – aber genug, um den Fahrer aktiv einzubinden.

An schnellen Kurveneingängen legt man den Oberkörper weit zur Innenseite, führt die Ducati Hypermotard V2 SP über den breiten Lenker und zieht die Stiefel auf den Fußrasten möglichst weit zurück. Ad hoc findet die V2 SP in die Kurve hinein, allerdings muss man wohldosiert vorgehen, denn die Fußrasten setzen konzeptgemäß eher früh auf. Hinter dem Scheitel dann zackig die Maschine aufstellen – und Feuer!

Viel Fahrspaß auch auf der Rennstrecke

Wie weit dieses Spiel sich treiben lässt, zeigt ein Blick auf Lukas Tulovic, der ebenfalls um die Strecke fräst. Der amtierende Ducati-IDM-Superbike-Champion (jetzt: Euro Moto) trainiert gern mit Wettbewerbs-Supermotos und Flat-Track-Bikes. Wenn er die Ducati Hypermotard V2 SP wie nahtlos durch Modenas enge Kehren fädelt, kann man vor allem sehen, wie viel Spaß er dabei hat. Ein eindeutiges Kompliment an das Motorrad. Auch klar: Eigentlich sieht man zwei Maschinen arbeiten. Die Ducati selbst – und den Typen, der draufsitzt.

Technische Daten und Ausstattung

Zu den technischen Details der Ducati Hypermotard V2 SP: Beim harten Anbremsen packen die Brembo M50-Zangen kraftvoll zu, ohne Unruhe ins stabile Fahrwerk zu bringen. Die leichten Schmiederäder der SP-Variante reduzieren das Massenträgheitsmoment deutlich – laut Ducati um 27 Prozent am Vorderrad und 21 Prozent am Hinterrad. Auf der Strecke bedeutet das: weniger Trägheit, mehr Bereitschaft zum Richtungswechsel. Wie surfen, nur auf Asphalt.

Wheelies, Slides und Drifts

Auch die Elektronik der Ducati Hypermotard V2 SP eröffnet neue Spielräume: 8 Stufen Traktionskontrolle halten das Hinterrad im Zaum, solange man das möchte. Während Level 2 noch viel Restschutz bietet, geht es auf Stufe 1 recht ungehemmt und mit viel Drive aus der Kurve. Schaltet man die Wheelie Control herunter oder ganz aus, beginnt der eigentliche Spaß, denn die ikonische Erhebung des Vorderrads gelingt, wie erwähnt, mit herrlichem Selbstverständnis.

Beim Anbremsen erlaubt die Ducati Hypermotard V2 SP mit Slide-by-Brake-Funktion (ABS-Level 2 von 4) kontrollierte Driftwinkel bis 30 Grad. Das erfordert weniger Eingewöhnung, als man vielleicht denkt. Und sobald man die 30 Grad Schräglage überschreitet, zieht es die "Hyper-Duc" wieder gerade in die Spur.

Ducati Hypermotard V2 SP zum Hyper-Preis

Noch viel mehr geht mit der Ducati Hypermotard V2 SP auf ABS-Stufe 1. Dieser Modus deaktiviert den Blockierverhinderer am Hinterrad ganz und legt die Verantwortung in die Hand beziehungsweise in den Fuß des Fahrers. Bei der vorherigen Modellgeneration war das so nicht möglich. Jetzt, 20 Jahre später, ist wirklich alles "Hyper" an der Hypermotard. Allerdings auch der Preis, die SP kostet 19.990 Euro (Basis-Modell ohne SP: 15.690 Euro).

Fazit