Neue KTM 790 Duke (2027) im Fahrtest: Gleicher Preis, besseres Fahrwerk, bessere Bremsen

Neue KTM 790 Duke (2027) im Fahrtest
Besseres Fahrwerk, bessere Bremsen, gleicher Preis

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.06.2026
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Mit der 790 Duke schickt KTM fürs Modelljahr 2027 eine umfassend überarbeitete Version seines Bestseller-Mittelklasse-Naked-Bikes ins Rennen. Die Österreicher sprechen seit jeher vom "Scalpel", dem Skalpell. Mehr Leistung oder eine neue Plattform gibt es zwar nicht, dafür zahlreiche Detailverbesserungen an Ergonomie, Fahrwerk und Bremsen. Im Fahrbetrieb machen sich diese Änderungen deutlicher bemerkbar, als sie es zunächst vermuten lassen.

Neues Design mit erwachsenerem Auftritt und weniger Gewicht

Optisch orientiert sich die neue KTM 790 Duke stärker an ihren größeren Schwestern 990 Duke und 1390 Super Duke. Der neue LED-Scheinwerfer wirkt aber aufgeräumter und weniger aggressiv als bei den großvolumigeren Verwandten. Dazu kommen ein geänderter Tank, überarbeitete Seitenverkleidungen, ein neu geformter Heckrahmen, ein verbesserter Sitz sowie ein angepasster Endschalldämpfer. Auch der nun schwarz lackierte Motor trägt zum erwachseneren Auftritt bei. Gleichzeitig sinkt ihr fahrfertiges Gewicht um zwei Kilogramm auf 185 Kilogramm.

Ergonomie: Spürbar mehr Gefühl fürs Vorderrad

Die größte Veränderung zeigt sich im Sattel. KTM rückt den Fahrer näher an den Tank, stellt den Lenker gerader auf und versetzt die Fußrasten sieben Millimeter nach hinten sowie zwei Millimeter nach oben. Das Ergebnis: mehr Last auf dem Vorderrad und ein deutlich direkteres Feedback der Front. Besonders beim Einlenken und in schnellen Richtungswechseln vermittelt die neue 790 Duke viel Vertrauen. Trotz der sportlicheren Sitzposition steigt gleichzeitig der Komfort. Die neue Sitzbank fällt flacher aus, bietet aber mehr Polsterung und eignet sich auch für längere Etappen.

Bekannter Zweizylinder bleibt ein Highlight

Am Motor hat KTM nichts verändert. Der flüssigkeitsgekühlte 799-Kubik-Zweizylinder leistet weiterhin 95 PS und entwickelt 87 Newtonmeter Drehmoment. Gerade das hohe Drehmoment bleibt eine der größten Stärken der 790 Duke. Bereits aus niedrigen Drehzahlen beschleunigt das Naked Bike kräftig aus Kurven heraus und vermittelt einen erwachsenen Charakter. Gleichzeitig läuft der Twin kultiviert, verzichtet auf Konstantfahrruckeln und hält Vibrationen angenehm im Hintergrund. Der optionale Quickshifter arbeitet ordentlich, verlangt allerdings eine entschlossene Bedienung.

Fahrwerk jetzt serienmäßig einstellbar

Die Mattighofener haben besonders am Fahrwerk der neuen 790er geschliffen: Die bekannte 43-Millimeter-WP-Upside-down-Gabel bietet nun serienmäßig Einstellmöglichkeiten für Druck- und Zugstufe. Das Federbein kann in Vorspannung und Zugstufe angepasst werden. Bei der Vorgängerin waren diese Funktionen teilweise nur gegen Aufpreis erhältlich. Zusätzlich wächst der Federweg vorn um zehn Millimeter auf 150 Millimeter. Hinten stehen nun 170 Millimeter zur Verfügung.

Auf der Straße profitiert die Duke von mehr Komfort und größeren Reserven. Gleichzeitig bleibt das Motorrad extrem handlich und setzt Lenkbefehle nahezu unmittelbar um. Lediglich in tiefer Schräglage tendiert sie gelegentlich zu leichter Nervosität.

Neue Pirelli-Reifen statt Maxxis

Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Erstbereifung. Statt der bisherigen Maxxis-Reifen montiert KTM nun serienmäßig Pirelli Diablo Rosso IV. Die neuen Pneus sorgen für ein präzises Einlenkverhalten, viel Vertrauen und ein hohes Gripniveau auf trockener Fahrbahn. Besonders sportlich orientierte Fahrer dürften diesen Wechsel begrüßen.

Neue WP-Bremsanlage

Ebenfalls neu entwickelt wurde die Bremsanlage. Sie stammt erstmals komplett von Hausmarke WP und ersetzt die bisherige JJuan-Anlage. Im Fahrbetrieb überzeugt die Bremse mit einem klaren Druckpunkt und guter Dosierbarkeit. Zwar könnten sich sehr ambitionierte Fahrer etwas mehr Initialbiss wünschen, für den Einsatz auf Landstraße und Alltag bietet die Anlage jedoch mehr als genug Reserven. Neu sind außerdem die nun verstellbaren Brems- und Kupplungshebel.

TFT-Display und Elektronik

Das bekannte TFT-Display erhält eine neue Beschichtung gegen Spiegelungen und Reflexionen. Dadurch bleibt die Anzeige auch bei direkter Sonneneinstrahlung besser ablesbar. Serienmäßig stehen drei Fahrmodi zur Verfügung. Der Track-Modus sowie weitere Funktionen wie der Quickshifter bleiben Bestandteil des optionalen Tech Packs beziehungsweise Track Packs. Der bisherige Demo-Modus entfällt. Käufer können die kostenpflichtigen Elektronikfunktionen künftig nicht mehr für einen begrenzten Zeitraum kostenlos testen.

Preis und Verfügbarkeit

Trotz der zahlreichen Änderungen verzichtet KTM auf eine Preiserhöhung. Die KTM 790 Duke startet weiterhin bei 8.699 Euro. Der Marktstart der "Modelljahr 2027er"-Variante erfolgt Ende Juli dieses Jahres. Damit positioniert sich die 790 Duke preislich direkt gegen Konkurrenten wie Yamaha MT-07 und Triumph Trident 660, wahrt aber gleichzeitig genügend Abstand zur größeren KTM 990 Duke.

Fazit