Nach dem Rekordjahr 2024 folgte 2025 die große Ernüchterung: Mit nur 96.071 neu zugelassenen Motorrädern über 125 Kubik erlebte der Markt einen Rückgang von 36,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 151.036 Neuzulassungen, 2023 immerhin 124.478.
2025 nicht nur gegenüber Vorjahr schlecht
Der Hauptgrund: Die Euro-5+-Umstellung zum Jahreswechsel 2024/25 hatte 2024 zu einem massiven Vorzieheffekt geführt. Und selbst gegenüber den Jahren zuvor schneidet der Markt 2025 schlecht ab. Zum Vergleich die letzten Jahre:
- 2023: 124.538 Motorrad-Neuzulassungen
- 2022: 107.154 Motorrad-Neuzulassungen
- 2021: 115.508 Motorrad-Neuzulassungen
- 2020: 131.410 Motorrad-Neuzulassungen (Umstellung von Euro 4 auf Euro 5)
- 2019: 112.161 Motorrad-Neuzulassungen
- 2018: 107.578 Motorrad-Neuzulassungen
- 2017: 100.128 Motorrad-Neuzulassungen
- 2016: 116.850 Motorrad-Neuzulassungen (Umstellung von Euro 3 auf Euro 4)
- 2015: 101.714 Motorrad-Neuzulassungen
- 2014: 96.292 Motorrad-Neuzulassungen
- 2013: 86.795 Motorrad-Neuzulassungen
Das Ergebnis des Motorradmarkts ist das Schlechteste der letzten zehn Jahre. Den letzten Tiefpunkt (um die 80.000 Neuzulassungen) erfuhr der Motorradmarkt 2009 nach der Finanzkrise, wobei er seit seinem letzten Höhepunkt 1999 rückläufig war. 2013 stabilisierte sich der Markt wieder und 2014 gab es sogar moderate Zuwächse.

Motorrad-Neuzulassungen 2025: Entwicklung im Jahresverlauf.
BMW dominiert, Honda holt auf, KTM stürzt ab
Besonders heftig ist der Absturz von KTM: Nur noch 2,8 Prozent Marktanteil, nach 10,3 Prozent im Vorjahr – das entspricht einem Einbruch von fast 75 Prozent.

Motorrad-Neuzulassungen 2025: Marktanteile der Hersteller.
Top-Modell 2025: Neue GS dominiert – aber knapp wie nie
Die BMW R 1300 GS ist das meistverkaufte Motorrad 2025: insgesamt 8.075 Neuzulassungen bedeuten Platz 1 vor der Kawasaki Z 900 (4.530) und der Kawasaki Z 650 (2.220).
Doch der Abstand ist längst nicht mehr so groß, wie er es in den letzten Jahren schon mal war. Um die gewerblichen Zulassungen bereinigt, liegen zwischen der R 1300 GS und der Z 900 nur 1.000 Einheiten. In den letzten Jahren konnte die große GS schon mal mehr als doppelt so viele Neuzulassungen vorweisen als das zweitplatzierte Modell. Beispiel 2021: Die BMW R 1250 kommt 9.377 Einheiten, die Kawasaki Z 900 auf Rang 2 auf insgesamt 3.989 Einheiten.
Überraschende Aufsteiger im Modellranking:
Ein Blick in die Modellliste zeigt spannende Newcomer, die zu Jahresbeginn noch nicht vertreten waren, sich aber im Jahresverlauf schnell etablierten:
- Voge DS 900 (Platz 37): Neueinstieg mit klarer Wachstumskurve ab April.
- CFMoto 450 MT (Platz 51): Erste Zulassungen ab April, deutlicher Anstieg ab Juli.
- BMW R 1300 R (Platz 56): Erste Zulassungen im Mai, starkes zweites Halbjahr.
- Ducati Streetfighter V2 (Platz 58): Null im Januar, stark ab Mai – trotz insgesamt schwierigen Ducati-Jahres.
Beliebteste Segmente: Naked Bikes weiterhin vorn
Trotz Rückgang behaupten sich Naked Bikes als stärkstes Segment, während vor allem Enduros den stärksten Rückgang verzeichnen, möglicherweise ein Folgeeffekt der vielen Vorjahreszulassungen in diesem Bereich.
Leistungsklassen: Über 73 kW dominiert
Ein genauer Blick auf die kW-Klassen der Neuzulassungen zeigt: Starke Motorräder mit mehr als 73 kW (99 PS und mehr) bleiben das Rückgrat des deutschen Motorradmarkts. Besonders bei Tourern, Sportlern und Naked Bikes machen sie jeweils über 44 bis 76 % der Neuzulassungen aus.
Naked Bikes und Sportler sind die volumenstärksten Segmente mit hoher Leistung – jedes zweite neu zugelassene Motorrad in diesen Klassen hatte mehr als 73 kW. Bei Tourern liegt der Anteil sogar bei fast 77 %, was die langstreckentauglichen Oberklasse-Bikes mit voller Ausstattung widerspiegelt.
Dagegen zeigt sich bei Choppern und Enduros eine deutlich breitere Streuung. Hier sind auch leistungsschwächere Modelle populär, etwa in der A2-Klasse mit maximal erlaubten 48 PS. Wobei auch bei Sportmotorrädern besonders die A2-Klasse auffällt als zweitstärkste Leistungsklasse.












