Rückruf der BMW K 1600-Modelle: Rückwärtsgang mit Qualm?

Rückruf BMW K 1600-Modelle mit Rückfahrhilfe
Rückwärtsgang mit Qualm?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.04.2026
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Nach Informationen der US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) sind BMW seit Dezember 2025 zwei Vorfälle mit "thermischen Ereignissen" bei K 1600 -Modellen bekannt. Beide Fälle traten angeblich außerhalb der USA auf, "in Ländern mit tropisch-feuchtem Klima".

"Thermische Ereignisse" bei BMW K 1600-Modellen

Nach BMW-internen Untersuchungen liege die Ursache für die "thermischen Ereignisse" bei K 1600-Modellen im Steuergerät für die Rückfahrhilfe. Anscheinend bleibt die Abdichtung dieses elektronischen Bauteils von Zulieferer BECOM Electronics aus Österreich nicht dauerhaft zuverlässig dicht, insbesondere bei "tropisch-feuchtem Klima".

Steuergerät für die Rückfahrhilfe nicht dauerhaft wasserdicht

Eindringende Feuchtigkeit kann im Rückfahrhilfe-Steuergerät zu Korrosion an elektrischen Kontakten führen. Vergleichsweise harmlose Folge davon ist der Ausfall der Komfort-Funktion Rückfahrhilfe. Entsprechende Gewährleistungsfälle seien vermehrt in "tropisch-feuchten" Regionen aufgefallen.

Funktionsstörung und Hitzeentwicklung möglich

Weniger harmlos ist hingegen die ebenfalls mögliche, unkontrollierte Hitzeentwicklung im Steuergerät. In den beiden bisher bekannten Fällen müssen diese "thermischen Ereignisse" wohl durch Qualm oder Rauch aufgefallen sein, denn in direkte Berührung mit dem Steuergerät kommt der Fahrer nicht.

Rückruf der BMW K 1600-Modelle ab April 2026

Jedenfalls entschloss BMW sich Ende März 2026 dazu, in Regionen mit "tropisch-feuchtem Klima" eine freiwillige Rückruf-Aktion einzuleiten. Und zudem in den USA, wohl wegen der dort besonders strengen Produkthaftungsgesetze.

Brandgefahr: 9.160 BMW-Motorräder in den USA betroffen

Laut NHTSA informierte BMW Anfang April 2026 die Motorrad-Händler in den USA über die bevorstehende Rückruf-Aktion, die Benachrichtigung der betroffenen Fahrzeugbesitzer soll im Mai 2026 erfolgen.

BMW K 1600 GT, K 1600 GTL, K 1600 B und Grand America

Von dieser Rückruf-Aktion betroffen sind die Sechszylinder-Modelle BMW K 1600 GT, K 1600 GTL, K 1600 B und K 1600 Grand America, jeweils Modelljahr 2017 bis 2025. Hintergrund: Ab 2017 war die Rückfahrhilfe als Sonderausstattung verfügbar, seit 2021 ist sie bei den K 1600-Modellen sogar Standard. Technische Funktionsweise: Der elektrische Anlassermotor treibt über eine Flexwelle den Kardan an, rückwärts und maximal mit Schrittgeschwindigkeit.

Neues Rückfahrhilfe-Steuergerät mit verbesserter Abdichtung

Insgesamt betrifft die Rückruf-Aktion 9.160 BMW K 1600-Modelle in den USA. Wie viele Fahrzeuge BMW darüber hinaus "Regionen mit tropisch-feuchtem Klima" zuordnet, ist bislang unklar. Lösung des Problems sei jedenfalls der fachmännische Austausch des Steuergeräts für die Rückfahrhilfe gegen ein neues Bauteil mit verbesserter Abdichtung – wie es dem Vernehmen nach seit Ende Januar 2025 bei der Produktion im Werk zum Einsatz kommt. Für betroffene Fahrzeugbesitzer ist die Rückruf-Aktion selbstverständlich kostenlos.

Bisher kein Rückruf in Europa und Deutschland geplant

In Europa und in Deutschland plant BMW nach eigenen Angaben derzeit keine Rückruf-Aktion für die BMW K 1600-Modelle. Beim deutschen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind bisher keine Einträge in Verbindung mit der Rückfahrhilfe zu finden.

Gleicher Rückruf lief bereits bei BMW R 18-Modellen mit Rückfahrhilfe

Im Oktober 2024 lief bereits der gleiche Rückruf, betreffend das Steuergerät für die Rückfahrhilfe, bei den BMW R 18-Modellen mit "Big Boxer". Damals auch in Deutschland, mit dieser Begründung vom KBA: "Eindringende Feuchtigkeit in das Steuergerät für die Rückfahrhilfe kann zu einer Bauteilerwärmung führen, die zu einem Fahrzeugbrand führen kann." Und bei der Markteinführung der BMW R 1300 GS war die Problematik (eindringende Feuchtigkeit und Brandgefahr) eine ähnliche, allerdings am Starter-Relais.

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