7 brandheiße Supersportler: Die neue Klasse der 500er bis 80 PS

Neue Supersportler mit Reihenvierzylinder
500er bis 80 PS und 14.500 Umdrehungen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.05.2026
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CFMoto 750 SR-S
Foto: CFMoto

Die 1990er haben angerufen und gesagt: "Hatten wir alles. War geil. Gut, dass es das wieder gibt". Vom kleinen Supersportler mit hoch- und höchst drehenden Reihenvierzylindern bis 500 Kubik spricht das lang vergangene Jahrzehnt des letzten Jahrtausends und vom Comeback des einst als unwirtschaftlich angeklagten Konzepts.

China dreht hoch

Seit Jahren zeigen die teils absurden Konzepte chinesischer Hersteller eine andere Sicht auf das Wirtschaftliche hinter einem Motorrad, da gerade der heimische Markt bedient werden muss. Und dort zählt: Auffallen um jeden Preis.

Tadaaa, der kleine Reihenvierzylinder mit dem langen Drehzahlband darf wieder drehen und jubeln! CFMoto zeigte jüngst die 500 SR mit ebendiesem Antrieb, ist damit aber nicht allein. Und nicht nur chinesische Hersteller mischen mit.

MOTORRAD zeigt die aktuellen kleinen Supersportler bis 500 Kubik und 4 Zylindern

CFMoto 500 SR – 79 PS bei 12.500/min

Sie war schon einige Jahre angekündigt und erste Drehversuche unternahm der neue Reihenvierzylinder bereits im Retro-Sportler CFMoto 500 SR Voom. Doch in der neuen CFMoto 500 SR ist der Motor in seinem Element und treibt einen scharf geschnittenen Supersportler an.

Aus 499 Kubik erzeugt der Vierling 49 Nm bei 10.000/min und leistet 79 PS bei 12.500/min. Mit Ram-Air sind es sogar 81 PS. Doch: CFMoto setzt nicht auf einen Alurahmen, sondern auf einen Stahlrahmen. Und trotz Schwinge aus Aluminium bringt die 500 SR 187 Kilo auf die Waage. Wobei ein Alurahmen nicht zwingend leichter sein muss.

Die Ausstattung der SR kann sich sehen lassen: TFT, Connectivity, ABS, Traktionskontrolle und Quickshifter sind für die Klasse als üppig einzustufen. Einen Preis hat CFMoto bisher nicht genannt und ebenso nicht, ob die 500 SR nach Europa kommt.

Kawasaki Ninja ZX-4 RR – 77 PS bei 14.500/min

Die ZX-4 RR war der gefühlte Stein des Anstoßes. Als Kawasaki diese Maschine in Thailand zeigte und ein bekannter Tuner den Motor mit Turbo auf 180 PS und über 300 km/h brachte, versetzte das die Welt in Aufregung. Zur Überraschung aller brachte Kawaski die ZX-4 RR nach Europa und den USA.

Der Motor misst 339 Kubik, erzeugt 39 Nm bei 13.000/min und 77 Ps bei 14.500/min. Bei hohen Geschwindigkeiten erzeugt der Staudruck durch das Ram-Air-System weitere 4 PS.

Wie CFMoto hängt Kawasaki den Motor in ein Stahl-Chassis, allerdings mit Stahlschwinge, was das Gewicht von 189 Kilogramm erklärt. Ab Werk mit ABS, Traktionskontrolle und Quickshifter ausgestattet, weiterhin mit Fahrmodi und Connectivity. Der Preis für die 400er überrascht hingegen: Kawasaki verlangt teure 10.170 Euro inklusive Nebenkosten für die Ninja.

Bimota KB 399 – 77 PS bei 14.500/min

Ja, das ist wirklich eine Bimota. Oder nein, das ist keine wirkliche Bimota. Die KB 399 basiert auf der Kawasaki ZX-4 RR, wurde allerdings mit einer neuen Karosse und leicht veränderten Komponenten zu einer Bimota.

Herz des Ganzen ist ein neuer Reihenvierzylinder mit 399 Kubik, der zuerst in Asien für Furore sorgte und schließlich von Kawasaki nach Europa gebracht wurde. Und ab hier wird die Bimota zur Nicht-Bimota. Denn das Chassis der KB ist 1:1 von der ZX: Stahlrahmen mit Stahlschwinge. Immerhin sind die Gabelbrücken gefräst, die Gabel und das Federbein sind einstellbar und stellenweise lachen einen Carbon und Titan an.

Das Gewicht der KB dürfte ähnlich hoch sein wie das der ZX-4 RR, die immerhin 189 Kilo wiegt. Hingegen wieder ganz Bimota: Selbstbewusst stehen 11.520 Euro auf dem Preisschild der KB. Wer die ES-Version mit besserem Fahrwerk will, muss sogar 18.870 Euro bezahlen.

ZXMoto 500 RR – 84 PS bei 13.500/min

Hinter ZXMoto steckt Zhang Xue, den kennen wir als Gründer von Kove. Doch plötzlich war Xue nicht mehr bei Kove, sondern abgetaucht, um dann überraschend zurückzukommen – und zwar mit ZXMoto. Unter anderem in Form der 500 RR mit Reihenvierzylinder und versprochenen 84 PS. Ob mit oder Ram-Air ist nicht bekannt.

Wir vermuten jedoch: Ja, das dürfte mit Staudruck sein. Denn der Motor misst nur 470 Kubik und erzeugt daher "nur" 46 Nm bei 11.500/min. Die Nennleistung soll bei 13.500/min anliegen.

Und da der Motor bei 11.500/min umgerechnet erst gut 75 PS leistet, ist eine plötzliche Leistungsexplosion von über 10 Prozent auf 84 PS innerhalb von 2.000/min nicht zu erwarten.

Ebenso kaum zu erwarten sind die 168 Kilogramm, die ZXMoto als fahrfertig nennt. Das Stahl-Chassis mit Einarmschwinge aus Alu, mit äußerlich hochwertigen Fahrwerk-Komponenten wirkt zwar zierlich, doch woher ZXMoto im Vergleich 20 Kilo abgespeckt haben will, ist nicht zu erkennen.

Zum Vergleich: das Naked Bike 500 F mit gleicher Technik wiegt ohne Verkleidung angeblich 7 Kilo mehr.

Überraschung: ABS und Traktionskontrolle sind schräglagensensibel. Ob die 500 RR von ZXMoto nach Europa kommt, ist nicht bekannt.

Honda CBR 500 R Four – 71 PS bei 11.000/min

Erst war die Rede von 80 PS des neuen Reihenvierzylinders von Honda. Final homologiert und bestätigt sind hingegen 71 PS bei überraschend niedrigen 11.000/min, die der Motor mit 502 Kubik leistet. Ebenso – fast – als fahrtauglich nennbar ist das Drehmoment von 47,5 Nm bei 10.000/min. Beide Zahlen sagen: Honda hat den Motor gezielt auf Drehmoment hin optimiert, verzichtet auf Drehzahlorgien und bietet im Gegenzug die automatische Kupplung E-Clutch.

Ebenso übte Honda Verzicht beim Leichtbau: Das Chassis besteht aus Stahl, ebenso die Schwinge, was das hohe Gewicht von 189 Kilogramm fahrfertig erklärt.

Über die elektronische Ausstattung verliert Honda wenig Worte, einzig das Connectivity-System Road Sync steht in Verbindung mit der CBR 500 R Four. Für Europa wird diese 500er-Honda nicht erwartet.

QJMotor SRK 450 RR – 77,5 PS bei 14.000/min

Natürlich darf hier eine QJMotor nicht fehlen. Der ebenfalls chinesische Hersteller versucht, wie kein Zweiter alle Motorradsegmente mindestens mit einem Modell zu besetzen. Meist sind es sogar mehrere. Bei den Supersportlern mit kleinem Reihenvierer ist es die SRK 450 RR. Je nach Marketing-Kampagne auch als SRK 421 RR bekannt.

Egal, wie die Modellbezeichnung lautet, es gilt: 421 Kubik, verteilt auf 4 Zylinder, schmale 39 Nm bei hohen 13.000/min und starke 77,5 PS bei 14.000/min. Nur 176 Kilo soll die SRK wiegen, was mit Stahlrahmen und Aluschwinge zumindest realistisch erscheint. Mehr als ein ABS von Bosch, Bremsen von Brembo und eine Gabel von Marzocchi sind nicht bekannt. Für Europa wird die SRK 450 RR oder 421 RR nicht erwartet.

QJMotor SRK 450 RR
QJMotor

Kove 450 RR – 71 PS bei 13.000/min

443 Kubik in der Kove 450 RR erzeugen schmale 39 Nm bei 10.500/min und 71 PS bei 13.000/min. Im Kontext der bereits gezeigten kleinen Supersportler mit Reihenvierer wirkt das Paket schwach auf der Brust.

Da helfen die theoretischen 3 PS mehr per Ram-Air wenig, während die vollgetankten 165 Kilo hingegen gefallen. Ebenso das einstellbare Fahrwerk von KYB. Chancen auf die Kove in Europa bestehen, da über Italien ein Händlernetz aufgebaut werden soll.

Fazit