Kaum ist sie weg, schon ist sie wieder da: Suzuki hatte die SV 650 mit dem 645er-V2 in manchen Märkten im Grunde schon beerdigt und viel auf die neuen 800er-Modelle gegeben. Dann kam wie Kai aus der Kiste die SV-7GX für 2026 als tourentaugliches Modell für die untere Mittelklasse.
Und exakt die Upgrades am V2 der GX bekommt die SV 650 auch – zumindest in den USA. Und da Suzuki in der günstigen Sparte ein Naked Bike fehlt, könnte die SV 650 modernisiert auch wieder nach Deutschland kommen.
Nur noch wenige V2 am Markt
Das Besondere an der Suzuki SV 650 oder der SV-7GX ist der V2. Seit 1999 im Programm, ständig modernisiert und gepflegt steht er mit 645 Kubik und 73 PS immer noch passabel im Saft. Auf dem Markt und in der Klasse ist der V2 im Grunde ausgestorben, und selbst in gehobeneren Klassen ist er ein Unikum geworden. Doch es gibt noch Naked Bikes unterschiedlicher Auslegung mit einem V2 im Rahmen auf dem deutschen Markt. Und beide dürften überraschen.
Nackte V2-Bikes in Deutschland
Suzuki SV 650 – Ausläufer oder Comeback?
Noch ist die SV 650 im Programm bei Suzuki. Allerdings derzeit als Ausläufer mit Euro 5 und ab 7.789 Euro zu haben. Technisch allerdings etwas angestaubt: monochromes LC-Display, keine Fahrmodi oder Traktionskontrolle und keine schräglagensensiblen Systeme. Mit 73 PS bei 8.500/min und 64 bei 6.800/min bei nur 200 Kilo wie gewohnt quirlig und verlässlich, doch inzwischen eben weit von begehrenswert.
Das könnte Suzuki mit dem Update aus den USA ändern. Mit den Upgrades der GX auf "Ride-by-wire", Fahrmodi, TFT und Quickshifter könnte die SV 650 wieder frischer wirken und punkten. Doch bestätigt ist das bisher nicht.
Moto Guzzi V7 Stone – 67 PS aus 853 Kubik
Zwar schon deutlich hubraumstärker als die SV 650 ist das V2-Naked-Bike von Moto Guzzi: die V7 Stone. Der längs eingebaute V2 misst 853 Kubik, erzeugt 79 Nm bei 4.400/min und leistet 67 PS bei 6.900/min.
Optisch nicht klar als modernes Naked Bike zu erkennen und etwas retrograd gestaltet, steht die V7 Stone mit 218 Kilo deutlich erwachsener auf ihren Rädern als die (bisherige) SV 650 von Suzuki.
Immerhin mit Traktionskontrolle, Tempomat und Fahrmodi elektronisch etwas moderner, als die Optik es verlangt. Größter Unterschied zur Suzuki SV 650 ist ihr Preis: Moto Guzzi möchte für die Basis-V7 laut Liste 9.800 Euro haben.
Ducati Scrambler – 73 PS aus 803 Kubik
Im Grunde unterstreicht die Ducati Scrambler die Ausnahmestellung der SV 650 in Gänze und womöglich auch wieder auf dem deutschen Markt, wenn sie mit Updates vielleicht zu haben ist, denn: Die Ducati ist eher Retro und noch mehr Scrambler als Naked Bike.
Ihr Desmodue-Motor mit Zahnriemenantrieb der Desmodromik ist ein Relikt der 1970er-Jahre, als die Grundkonstruktion 1977 in der Pantah kam. Heute misst er 803 Kubik, erzeugt 65 Nm bei 7.000/min und leistet ölgekühlte 73 PS bei 8.250/min.
Also kaum mehr als der wassergekühlte V2 der Suzuki, dafür ist die Ducati elektronisch selbst im Vergleich zu den möglichen SV-Updates wohl deutlich moderner ausgestattet, da ABS und Traktionskontrolle nicht nur in Serie, sondern sogar schräglagensensibel sind.
Preislich ist die Ducati Scrambler ebenfalls eine andere Liga als die Suzuki wohl sein wird, denn die Duc geht ab 9.990 Euro los.
Kaum V2 aus China
Das Thema V2 in preissensiblen Bikes ist selbst den Herstellern aus China wohl kein freudiges. Bauen diese Hersteller oft, was ihnen gefällt, ist das Segment preisgünstiger Naked Bikes ab 500 Kubik und bis 75 PS selbst auf dem Heimatmarkt kaum bis gar nicht besetzt. Entsprechend wäre ein Comeback der Suzuki SV 650 mit den GX-Updates ein kleines Highlight im Segment.
Motorräder, in denen Hersteller aus China gerne V2 einbauen, sind Cruiser und Bobber. Wobei Moto Morini inzwischen auch wieder diverse andere Konzepte mit V2-Motoren von 750 bis 1200 Kubik gezeigt hat (Moto Morini gehört inzwischen zur chinesischen Zhongneng Group).













