Hyperbike mit Leucht-Lack und über 205 PS: DA#22 von Diamond Atelier

Diamond Atelier DA#22 Hyperbike in Goodwood
Mit leuchtendem Lack und über 205 PS

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.07.2026
Als Favorit speichern

Diamond Atelier hat beim Goodwood Festival of Speed sein Projekt DA#22 vorgestellt. Der in München handgefertigte Prototyp basiert auf der KTM-LC8 und ist laut der Custom-Schmiede ein fahrbereites, straßenzugelassenes Motorrad.

Als technische Basis dient die Plattform der KTM LC8 mit ihrem V-Twin. Diamond Atelier betont, der LC8 sei nicht als "Identität" des Projekts gewählt worden, sondern als mechanische Grundlage für ein radikaler ausgelegtes Gesamtkonzept. In der ersten Entwicklungsstufe nennt Diamond Atelier eine Leistung von über 205 PS.

Prototyp als Ausgangspunkt für eine Kleinserie

Der Prototyp DA#22 soll als Grundlage für eine "ultra-limited" Hyperbike-Serie dienen, die sich an Sammler richtet. Für diese spätere Serie kündigt Diamond Atelier an, vom handgeformten Aluminium des Prototyps auf eine Vollcarbon-Konstruktion der Verkleidung umzusteigen.

Elektrolumineszenter Lack: Leuchtflächen in der Lackschicht

Als auffälligstes Merkmal des Prototyps beschreibt Diamond Atelier die Oberfläche: Zum Einsatz kommt ein spannungsaktiviertes elektrolumineszentes Lacksystem, aufgetragen von Alex Bloch (Stilbruch Lack). Diamond Atelier grenzt das System ausdrücklich von nachleuchtenden Lacken, Folien oder nachträglich angebrachten LED-Lösungen ab: Das Licht entstehe aus dem Lacksystem selbst.

Bestimmte Bereiche der Karosserie/Verkleidung sollen sich bei elektrischer Versorgung in aktiv leuchtende Flächen verwandeln. Für den Prototyp DA#22 wurde eine rote elektrolumineszente Rezeptur entwickelt, die einmalig bleiben soll: Es habe nur einen Liter dieser exakten Mischung gegeben, und die komplette Menge sei auf diesem Motorrad verarbeitet worden. Die Formulierung werde nicht erneut gemischt oder wieder aufgelegt.

Handgeformte Aluminium-Hülle

Das Design stammt laut Diamond Atelier aus eigener Entwicklung. Für die Umsetzung der digitalen Formen in Metall arbeitete das Team mit Marvin Diehl (KRT Framework) zusammen. Er habe die Aluminium-Verkleidung Panel für Panel von Hand geformt.

DA#22 mit Wilbers-Fahrwerk mit Wilbers

Für das Fahrwerk arbeitete Diamond Atelier mit Wilbers zusammen. Verbaut ist eine speziell aufgebaute Type 46 RR-Gabel, die aus der World-Superbike-Technologie abgeleitet ist, kombiniert mit einem speziell für dieses Motorrad entwickelten Federbein.

3D-gedruckte Titanbauteile, Diamant in der Gabelbrücke

Aconity3D unterstützte das Projekt bei der additiven Fertigung – unter anderem mit 3D-gedruckten Titanbauteilen, wie dem Titan-Auspuffsystem sowie der 3D-gedruckten oberen Gabelbrücke aus Titan. Im Zentrum der Gabelbrücke sitzt in einer Sterling-Silber-Fassung ein echter Diamant.

Additive FertigungAdditive Fertigung bedeutet, dass ein Bauteil schichtweise aufgebaut wird – Material wird also hinzugefügt (addiert), statt es aus einem Block herauszufräsen oder zu gießen.
Im Motorrad-Kontext ist damit oft 3D-Druck gemeint, zum Beispiel mit Metall (hier: Titan). Dadurch lassen sich komplexe Formen herstellen, die mit klassischen Verfahren nur schwer oder gar nicht möglich wären.

Beleuchteter Kupplungsdeckel mit Glas-Sichtfenster

Weitere Komponenten kommen von folgenden Zulieferern: DKB Special Parts fertigte CNC-gefräste, Formel-1-inspirierte Schalter/Buttons am Lenker sowie einen offenen, beleuchteten Kupplungsdeckel mit Glas-Sichtfenster und graviertem Logo und weitere CNC-Teile. Gilles Tooling steuert Lenker- und Rearset-Systeme bei.

Ungewöhnlich ist auch der Reifen: 4Jet entwickelte für den Prototyp ein Frontreifen-Profil im Diamantmuster.

Ausblick: limitierte Serie angekündigt

Der Prototyp DA#22 ist der Startpunkt einer extrem limitierten, individuell aufgebauten Serie. Konkrete Stückzahlen, Preise oder ein Zeitplan wurden von Diamond Atelier bislang nicht genannt.

Daten vom Prototyp DA#22 Diamond Atelier

  • Basis/Plattform: KTM LC8 V-Twin Performance-Plattform
  • Status: fahrbereiter, straßenzugelassener Prototyp (handgebaut in München)
  • Leistung: über 205 PS (erste Entwicklungsstufe)
  • Fahrwerk: mit Wilbers, u. a. speziell aufgebaute/abgestimmte Type 46 RR-Frontgabel (WSBK-abgeleitet)
  • Hinterradfederung: custom-developed rear shock, speziell für dieses Motorrad entwickelt
  • Fertigung/Material: handgeformte Aluminium-Bodywork (Prototyp); spätere Serie mit Carbonfaser-Bodywork angekündigt
  • Additive Fertigung: 3D-gedruckte Titan-Komponenten (u. a. Titan-Auspuff, Titan-Upper-Triple-Clamp) mit Unterstützung von Aconity3D
  • Besonderheit Lack: spannungsaktiviertes elektrolumineszentes Lacksystem
  • Cockpit-Details: CNC-Schalter/Buttons (DKB Special Parts), Diamant in Sterling-Silber-Fassung in der oberen Gabelbrücke
  • Ergonomie/Bedienelemente: Lenker und Rearsets von Gilles Tooling
  • Reifen: Frontreifenprofil im "Diamond-Pattern" (4Jet)

Fazit