Wo die Gummikuh herkommt: Der Spitzname für BMW-Motorräder hat eine lange Geschichte

Spitzname Kuh für Motorräder von BMW
Warum heißen BMW-Motorräder Gummikuh?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.04.2026
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BMW R 80 Kuh mit Kühen
Foto: Fred Siemer

Sogar die Besitzer modernster BMW-Modelle wie etwa des aktuellen Topsellers R 1300 GS müssen sich das immer noch gefallen lassen: dass andere ihr Motorrad als Gummikuh bezeichnen, oftmals despektierlich bis spöttisch.

BMW-Motorräder als Gummikuh, Kuh oder "Q"

Manche BMW-Fahrer nennen ihr Motorrad selbst Gummikuh, kürzer Kuh oder in kürzester Kürzelform "Q". In diesen Fällen ist der Spitzname indes liebevoll gemeint und als Kosename zu verstehen.

Ernst "Klacks" Leverkus prägte diesen Begriff

Um den Ursprung des Begriffs Gummikuh zu ergründen, blättern wir mehrere Jahrzehnte zurück – in unserer Zeitschrift MOTORRAD. Ernst Leverkus, selbst unter dem Spitznamen "Klacks" bekannt, schrieb damals Testberichte. Er prägte die deutsche Motorradszene – und er prägte motorradspezifische Begriffe, die bis heute bekannt und gebräuchlich sind.

Unter anderem ist der praktische Tankrucksack auf Ernst "Klacks" Leverkus zurückzuführen, ebenso das winterliche Elefantentreffen. Und: die Bezeichnung Gummikuh – entstanden Mitte der 1950er-Jahre nach einer Testfahrt mit einer BMW.

Eine BMW mit Vollschwingen-Fahrwerk war die Ur-Kuh

Bei der betreffenden BMW soll es sich um ein Modell mit dem damals neu eingeführten Vollschwingen-Fahrwerk gehandelt haben, also mit Schwinge vorn und hinten. In Verbindung mit dem von Anfang an, seit 1923 bei BMW üblichen Antriebskonzept aus Zweizylinder-Boxer-Motor und Gelenkwelle (Kardan) zum Hinterrad ergab sich ein neuartiges Phänomen: Bei Lastwechseln hob oder senkte sich das gefederte Heck.

Beim Beschleunigen erhob sich das Hinterteil

Das heckseitige Erheben beim Beschleunigen erinnerte Ernst "Klacks" Leverkus an eine behäbige Kuh, die sich beim Aufstehen zuerst mit ihrem Hinterteil aufrichtet. Und Gummi bezog sich wohl auf die ebenso eigenartige absenkende Lastwechselwirkung des Kardans beim Schließen des Gasgriffs.

BMW Service-Aktion 2022 Kardan-Check
BMW

Keine Gummikuh mehr von BMW seit Einführung des Paralever

Drei Jahrzehnte später, in den 1980er-Jahren führte BMW die Paralever-Einarmschwinge ein, und deren Stützstrebe neutralisiert seitdem die Fahrstuhl-Effekte am Kardan. Ab den 1990er-Jahren diversifizierte BMW das Modell-Sortiment offensiv mit Kettenantrieb und "ungemütlichen" Reihenmotoren bis über 200 PS. Trotzdem hat die Bezeichnung Gummikuh oder zumindest Kuh für eine BMW sich gehalten – bis heute.

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