Gut und günstig: Maxi-Scooter Sym CruiSym 400 im Fahrtest

Sym CruiSym 400 im ersten Fahrtest
Maxi-Scooter mit Top-Gegenwert

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.06.2026
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Der neue Sym CruiSym 400 wurde schon vor Monaten der Öffentlichkeit offiziell präsentiert – stand bisher aber hierzulande nirgends zur Fahrprobe bereit. Für den Nachfolger des beliebten, gleichnamigen 300ers kündigte Sym keine sanfte Modellpflege an, sondern versprach einen Neuaufschlag in fast allen Bereichen: Motor, Fahrwerk, Bremsen und Ausstattung. Die Messlatte liegt also hoch.

Neu konstruierter OHC-Einzylinder mit 34 PS

Das Herzstück des neuen Sym CruiSym 400 ist ein – laut Hersteller – neu konstruierter OHC-Einzylindermotor mit 399 Kubik mit 34 PS und 37 Nm Drehmoment. Wobei Bohrung und Hub Rückschlüsse darüber ziehen lassen, dass der Single stark dem des aktuellen Modells MaxSym GT ähnelt.

Gegenüber dem Vorgängermodell CruiSym 300 (26 PS/26 Nm) legt der neue 400er jedenfalls eine ordentliche Schippe drauf. Was auch in der Praxis sofort spürbar ist: Schon ab dem ersten Gasstoß legt der immerhin 225 Kilo schwere Roller spritzig los, zieht aus mittleren Drehzahlen kräftig durch und gibt bis über 6.500/min seine Leistung angenehm linear und homogen ab.

Auffällig kultivierter Motorlauf

Der Motorlauf ist für einen Einzylinder auffällig kultiviert und passt wunderbar zum touristischen Konzept dieses Sym-Modells. Die Kraft wird über eine Variomatik und Riemen übertragen. Solisten können bedenkenlos auch einiges an gewichtigem Reisegepäck aufladen – im Zweipersonen-Betrieb mit Reiseausstattung kommt der Sym CruiSym 400 leistungsbedingt beim Touring über steile Passstraßen jedoch wohl an seine Grenzen. Gut übern Berg kommt man aber allemal.

Sym CruiSym 400 stabil und spurtreu

Motor mit mehr Power – aber auch Fahrwerk und Bremsen wurden grundlegend überarbeitet. Die Räder zuvor: 14 Zoll vorn, 13 Zoll hinten – nun 15/14. Während der längeren Erprobungstouren durchs hügelige und sehr kurvenreiche Hinterland Sardiniens machte sich diese Kur sehr positiv bemerkbar. Der Sym CruiSym 400 wuselt selbst bei schnellen Schrägwechseln gleichermaßen stabil, spurtreu und komfortabel über den Asphalt, und wenn die Linie mal korrigiert werden muss, gelingt dies ohne bemerkenswerten Kraftaufwand.

Im direkten Vergleich mit dem größeren Sym TTLBT wirkt er nervöser und vielleicht nicht ganz so souverän, aber gerade bei sehr engen Spitzkehren und im Stadtverkehr erfreut die hohe Agilität und Fahrdynamik des Sym CruiSym 400.

Sehr überzeugende Bremsen

Vorn ankert eine Bremsscheibe mit 288 mm Durchmesser mit radialem Bremssattel. Sehr überzeugend, denn das sehr direkte und sehr gut dosierbare Bremsverhalten kommt sportlich agierenden Piloten sehr entgegen. ABS und Traktionskontrolle sind serienmäßig, funktionierten beim Praxistest einwandfrei – sicherheitstechnisch muss sich der CruiSym 400 also nicht verstecken.

Ergonomisches Dreieck passt für die meisten

Die Sitzposition auf dem Sym CruiSym 400 fällt für große Fahrer über 1,85 Meter eher kompakt aus, die Knie stoßen auch mal an das Beinschild und öffnen unter Umständen sogar ungewollt die Frontfächer, und der Abstellplatz für Füße ab Größe 45 ist beengt. Die Arme hängen aber relaxt am Lenker, die gesamte Fahrerhaltung ist entspannt und gleichzeitig aktiv ausgelegt. Durchschnittlich große Personen dürften das ergonomische Dreieck als sehr angenehm und passend empfinden.

Auch die Sitzhöhe von 785 Millimetern passt vermutlich fast allen – Personen unter 1,65 Meter sollten aufgrund des breiten Sitzes aber besser Probe sitzen und prüfen, wie gut sie mit den Füßen auf den Boden kommen. Das Polster vorn ist straff, dennoch bequem und sitzt auch nach stundenlanger Fahrt nicht durch. Das verstellbare Lendenwirbelpolster wirkt zudem unterstützend.

Windschild lässt sich in der Höhe verstellen

Insgesamt sitzt man auf dem Sym CruiSym 400 "stuhliger" als etwa auf dem "sesseligeren" Tourenroller Sym TTLBT aus gleichem Haus. Der Soziussitz bietet ausreichend Platz, ist ebenfalls bequem, und das Windschild lässt sich im Stand mit einem Handgriff leicht in der Höhe verstellen und bietet guten Wetterschutz.

Den eigenen Anspruch der Tourentauglichkeit erfüllt der neue Maxi-Scooter Sym CruiSym 400 jedenfalls mit Bravour – auf einer rund 250 Kilometer langen Tagesetappe durch ein ausgezeichnetes, variantenreiches Tourenrevier hatten wir kaum etwas zu meckern. Lediglich die leicht überdämpften Federelemente (120/108 mm) kommen bei flickgeschustertem Asphalt mit Schlaglöchern und harten Kanten schnell an die Grenzen und geben die Schläge deutlich spürbar an den Piloten weiter.

Digital nachgerüstet

Thema Elektronik und Konnektivität: Das 7-Zoll-TFT-Display im Cockpit des Sym CruiSym 400 besitzt Connectivity-Anbindung via hauseigene Sym-App mit Navigationsfunktion und Ladebuchsen. Zum Präsentationszeitpunkt stolperte die Anbindung mit Leih-Smartphone leider etwas – valide Aussagen über die Funktionalität der Konnektivität muss ein späterer Test zeigen.

Sym CruiSym 400 schon ab 5.499 Euro

Keyless-System und LED-Beleuchtung hatte bereits der Vorgänger, neu beim sind eine integrierte Dashcam vorn und hinten. Der Sym CruiSym 400 schließt mit seinen elektronischen Ausstattungsfeatures unbestritten nun auf zu modernen Konkurrenten wie BMW C 400 X oder Honda Forza 350 (beide um die 8.000 Euro). Und könnte diese mit seinem erstaunlich niedrigen Preis durchaus ärgern: In Deutschland soll er ab August für 5.499 Euro in drei Farben (Schwarz, Weiß, Grün) zu bekommen sein.

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