Jubiläum 2026: 80 Jahre Vespa seit dem Patent von 1946
Piaggio blickt auf 80 Jahre Vespa-Markengeschichte zurück. Ausgangspunkt ist die Patentanmeldung vom 23. April 1946: Piaggio & C. S.p.A. reichte damals ein Patent ein für "ein Motorrad mit einem rationalen Komplex von Organen und Elementen, mit der Karosserie kombiniert mit den Schutzblechen und einer Abdeckung, die alle mechanischen Teile bedeckt". Mittlerweile ist die Marke Vespa mit fast 20 Millionen Fahrzeugen auf den Straßen von 5 Kontinenten vertreten.
Sondermodell: Vespa Primavera 80th und Vespa GTS 80th
Zum 80. Jubiläum erscheint die Sonderedition "Vespa 80th". Basis sind die Vespa Primavera und die Vespa GTS, die stilistische Elemente des Originalmodells aufgreifen und mit aktueller Technik der Vespa-Reihe verbinden.
Farbe und Gestaltung: "Verde Pastello" als Leitmotiv
Kennzeichen der Sonderedition ist eine exklusive Lackierung in "Verde Pastello", die an den Frühling 1946 erinnern soll. Der Farbton ist vom Farbcode der allerersten einfarbigen Vespa-Modelle aus den historischen Archiven inspiriert und verweist auf die 1940er-Jahre sowie frühe ikonische Vespa-Farben.

Zum 80. Jubiläum erscheint die Sonderedition "Vespa 80th".
Lackierte Details und Ton-in-Ton-Elemente
Die Karosseriefarbe wird auf zahlreiche Bauteile ausgedehnt, darunter die Kanten des vorderen Fenders, den Soziusgriff, die Spiegel, die Schaltereinheiten und die vordere Aufhängung.
Weitere Ton-in-Ton-Elemente in einem dunkleren Grünton sind die Sitzbank mit Ziernähten, die Gummieinlagen an den Fußrasten, die Abdeckung an der Rückseite der Rückenlehne sowie die Griffe.
Felgen und Plaketten: Verweise auf frühe Vespa-Modelle
Die Felgen sind gestalterisch von frühen Vespa-Modellen inspiriert; als Bezugspunkt wird die Vespa 98 von 1946 genannt. Sie sind ebenfalls in "Verde Pastello" lackiert und greifen mit ihrem Design die geschlossene Struktur früher Felgen aus gestanztem Blech auf. Die Felgen tragen die Aufschrift "Est. 1946" und bekommen ein "Diamantfinish" am Felgenkanal.
Am vorderen Beinschild befinden sich das Vespa-Logo und eine Plakette "80th". Auf der Innenseite ist ein Emblem mit der Aufschrift "80 years of Vespa Est. 1946" angebracht.
Besonderheit bei der Primavera 80th
Für die Vespa Primavera 80th ist zusätzlich ein Kühlergrill auf der linken Seite genannt.
Modellhistorie: Entwicklungslinien und prägende Vespa-Modelle (Auswahl)
Ursprung und Konstruktion (1946)
Die Vespa entstand nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen der industriellen Neuausrichtung. Enrico Piaggio setzte auf persönliche Mobilität und beauftragte den Luftfahrtingenieur Corradino D’Ascanio mit der Entwicklung. Als früher Prototyp ist das Modell MP5 genannt, das wegen seiner Form den Spitznamen "Paperino" trug. Es wurde überarbeitet; die Serienfertigung startete in Pontedera im April 1946.
Als zentrale konstruktive Ansätze sind genannt: ein lasttragender Aufbau, eine Schaltung am Lenker, eine Schwinge beziehungsweise ein Tragarm nach dem Vorbild eines Flugzeugs zur Erleichterung des Reifenwechsels sowie eine Karosserie, die den Fahrer schützt.
Erste Serie: Vespa 98 (1946)
Als erstes Serienmodell ist die Vespa 98 beschrieben: 98 cm³, 3,2 PS bei 4.500/min und 60 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Modell war zwei Jahre in Produktion; für 1946 sind Fahrzeuge Nummer 1 bis 2.464 genannt, für 1947 Nummer 2.465 bis 18.079.
Vespa 125 (ab 1948)
Bereits 1948 folgte die Vespa 125 als größeres Modell, mit Änderungen gegenüber der 98, darunter die Einführung der hinteren Federung sowie eine modifizierte Vorderradaufhängung.
Sportliche und Design-prägende Modelle: 150 GS (1955), 50 (1964), PX (ab 1977/78)
Mehrere Modelle gelten als prägend für die Entwicklung:
- Vespa 150 GS (1955): 150er-Motor, 4-Gang-Getriebe, lange Sitzbank, Lenker-Scheinwerfer-Einheit mit Verkleidung, 10-Zoll-Bereifung und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Dazu ein stärker aerodynamisch geprägter Aufbau.
- Vespa 50 (1964): erste Vespa mit 50 cm³, entwickelt im Zusammenhang mit gesetzlichen Vorgaben in Italien. Genannt ist ein neues Motorlayout mit um 45 Grad geneigtem Zylinder. Außerdem ist sie als letzte Konstruktion von Corradino D’Ascanio eingeordnet.
- Vespa P 125 X / PX (ab 1978): umfassend überarbeitetes Chassis. Im selben Jahr ist die P 200 E erwähnt; diese konnte gegenüber der 125er-Version unter anderem mit Getrenntschmierung und im Aufbau integrierten Blinkern ausgestattet werden. Die PX ist als erfolgreichstes Modell der Vespa-Geschichte bezeichnet; eingeführt 1977 und mehr als 3 Millionen Einheiten verkauft.
Technische Meilensteine (Auswahl)
- ET2 Injection (1997): Einführung des ersten Zweitaktmotors mit Direkteinspritzung in der Vespa-Geschichte.
- ET4 50 (2000): erste Vespa 50 mit Viertaktmotor, mit einer Reichweite von über 500 km mit einer Tankfüllung.
- GTS 250 i.e. (2005): erster Scooter weltweit mit 250-cm³-Motor und elektronischer Einspritzung; außerdem ist die GTS als leistungsorientierte Baureihe eingeordnet.
- GTS-Update (2014): Einführung von Zweikanal-ABS und ASR-Traktionskontrolle.
Produktionsstandorte
Fertigung an drei Standorten: Pontedera, Italien (mit ununterbrochener Produktion seit 1946), Vinh Phuc in Vietnam sowie Baramati in Indien (Werk eröffnet im April 2012).
Vespa-Produktionszahlen (seit 2004):
- 58.000 Fahrzeuge im Jahr 2004
- über 100.000 im Jahr 2006
- 180.000 im Jahr 2017
- über 200.000 Fahrzeuge pro Jahr seit 2018
In der letzten Dekade produzierte Piaggio mehr als 2 Millionen neue Vespa-Fahrzeuge.
Vespa-Clubs
Bei den Clubs sind 65 nationale Vespa-Clubs mit mehr als 200.000 Mitgliedern genannt; der Vespa World Club wurde 2006 gegründet.
80 Jahre Vespa: Jubiläumsfeier in Rom, 25. bis 28. Juni 2026
Die 80-Jahr-Feierlichkeiten werden von 25. bis 28. Juni 2026 in Rom stattfinden. Es soll die größte Vespa-Party aller Zeiten werden, erwartet werden Zehntausende Vespa-Fans aus aller Welt.
















