75 PS legal und teuer: Zweitakter von Vins geht in Japan auf die Straße

Vins Duecinquanta fährt in Japan
Zweitakter für 56.000 Euro mit 75 PS

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.10.2026
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Seit 2017 schürt Vins mit der Duecinquata 2-Takt-Träume. Und in Japan wurde dieser Traum wohl wahr, denn dort fährt einer der seltenen Renner mit Zulassung auf öffentlichen Straßen.

V2-Motor mit Gleichzündung

Die Vins Duecinquata ist an technischen Höhepunkten keineswegs arm, doch die Krönung ist der Antrieb. Der V2 basiert auf einem gefrästen Kurbelgehäuse mit zwei Kurbelwellen. Kolben und Zylinder stammen von einer Yamaha YZ 125, die Gassteuerungen von Guillotine und die Einspritzung von Vins selbst.

Beide Zylinder mit je 124 Kubik zünden zeitgleich, was laut Händler Motorist enorme Vibrationen ab 8.000/min ergibt, sowie 83 PS bei 11.700/min mit einer 1:50-Mischung erzeugt. Die beiden Öltanks für die Mischung des Sprits sitzen an den Flanken des Wasserkühlers und vier Ölpumpen von Dell'Orto liefern dem Benzin das Öl, um Kurbelwelle und Zylinder zu schmieren.

Per Kassetten-Getriebe mit sechs Gängen, zehn Liter Benzin im Tank, leichter Rennkette und allerlei Carbonteilen an Chassis und Fahrwerk bringt die Vins vollgetankt nur 122 Kilo auf die Waage. Die zugelassene Motorabstimmung ergibt 75 PS, angeblich auf Emissions-Niveau der Euro5.

ÜbrigensFür den Fall, dass doch noch jemand an eine drehmoment-optimierte Abstimmung des Zweitakters glaubt: Der Drehzahlmesser der Duecinquata beginnt erst bei 6.000/min.

Carbonrahmen und "Ram-Air"

Auf 122 Kilo vollgetankt kommt die Vins Duecinquata vor allem durch den leichten Rahmen aus Carbon, der als Monocoque mit einer Alu-Struktur gebaut wurde. Der ist ebenfalls Luftkanal für den Kühler und erlaubt der Luft direkt hinter dem Vorderrad den Weg in den Ansaugkanal, der im kalten V des Motors sitzt.

Der Motor selbst ist allerdings nicht in Carbon gelagert, sondern in der Alu-Struktur nebst Lenkkopf. Wobei die Vins Duecinquata keinen klassischen Lenkkopf hat, was uns zu den außergewöhnlichen Lösungen für die Federung bringt.

Hossack-Gabel und Formel-1-Dämpfer

Ebenfalls nicht von der Stange ist das Fahrwerk der Vins Duecinquata. Beide Räder stammen von BST und sind aus Carbon gefertigt. Das Vorderrad wird von einer Hossack-Gabel mit doppeltem Querlenker und voll einstellbarem Dämpfer geführt. Vorteil dieser Bauweise: im Vergleich zur herkömmlichen Dämpfer-Gabel hat das Hossack-Pendant niedrigere ungefederte Massen und einen Bremsnickausgleich. Letzterer sorgt ein stabileres Bremsverhalten.

ÜbrigensWer genau hinsieht, erkennt den pink lackierten Fender an der Hossack-Gabel. Eine Hommage an die Britten V 1000, bei der diese Gabel 1991 als Erste in "Serie" angeboten wurde, in exakt dieser Farbkombination.

Aus der Formel 1 entlehnte Vins Federung und Dämpfung des Hinterrads. Die Carbon-Schwinge wirkt auf einen querliegenden Dämpfer, der über eine Umlenkung auf beiden Seiten des Dämpfers angesteuert wird und die Federung zusammenpresst.

Neben den vermuteten Vorteilen beim Ansprechverhalten dürfte die Krümmerführung des stehenden Zylinders der Hauptgrund für diese ungewöhnliche Anordnung sein.

9,9 Millionen Yen in Japan

In Japan bietet Motorist die Vins Duecinquata exklusiv an. Nach Abstimmung und Zulassung wechseln 9,9 Millionen Yen oder knapp 56.000 Euro den Besitzer. In Europa wäre die Vins trotz der vermeintlichen Euro-5-Norm nicht zulassungsfähig, da sie über 125 Kubik hat aber nicht mit ABS ausgestattet ist.

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