NHTSA warnt: "Nicht fahren" – Rückruf Yamaha Ténéré 700 (XTZ690)

Rückruf Yamaha Ténéré 700 (XTZ690)
NHTSA warnt: „Nicht fahren“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.06.2026
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Rückruf wegen Blinker Yamaha Ténéré 700 (XTZ690) 2025
Foto: Yamaha

Yamaha ruft in den USA bestimmte Yamaha Ténéré 700 (Typ XTZ690) des Modelljahrs 2025 zurück. Hintergrund: Die Blinker können beim Betätigen ausfallen – und zwar, weil die Instrumenten-Einheit die Blinkfunktion unter bestimmten Umständen fälschlicherweise beendet. Damit erfüllen die betroffenen Motorräder die Beleuchtungsvorschrift FMVSS 108 nicht. Yamaha und die US-Behörde NHTSA empfehlen betroffenen Besitzern ausdrücklich: Nicht fahren ("Do not ride") bis zur Reparatur.

Yamaha Ténéré 700 – welche Modelle sind vom Rückruf betroffen?

  • Modell: Yamaha Ténéré 700 (Typ XTZ690)
  • Modelljahr: 2025
  • Produktionszeitraum: 2. Dezember 2024 bis 29. August 2025
  • Stückzahl (USA): 4.173 Motorräder (laut Yamaha sind 100 % davon mit dem Defektpotenzial belegt)

Was ist das Problem – und warum ist das gefährlich?

Laut NHTSA und Yamaha kann es vorkommen, dass das Kombi-Instrument nicht erkennt, dass die Blinker ihre Aktivierungsphase beenden sollen. In der Folge funktionieren die Blinker beim Aktivieren möglicherweise gar nicht. Ursache ist eine ungenügende Auslegung der Blinkerschaltung im Instrument, wodurch die interne Überwachung/Fehlererkennung ("Circuit breakage detection") fehlerhaft arbeiten kann.

Die Sicherheitsfolge liegt auf der Hand: Fallen die Blinker aus, kann der Fahrer seine Richtungsänderung nicht zuverlässig anzeigen – das erhöht das Unfallrisiko bis hin zu Verletzungen oder Todesfolge.

Wer oder was ist die NHTSA?Die NHTSA ist die National Highway Traffic Safety Administration, eine US-Bundesbehörde im Verkehrsministerium (Department of Transportation), die unter anderem Fahrzeugsicherheit überwacht, Sicherheitsstandards (z. B. Beleuchtungsvorschriften) mit durchsetzt sowie Rückrufe bei Autos, Motorrädern und Fahrzeugteilen koordiniert bzw. öffentlich dokumentiert.

Abhilfe: neues Kombi-Instrument – kostenlos

Yamaha lässt die betroffene Instrumenten-Einheit ersetzen. Die Reparatur erfolgt kostenlos (Teile und Arbeitszeit) bei Yamaha-Händlern in den USA. Noch nicht übergebene Neufahrzeuge dürfen erst nach der Maßnahme ausgeliefert werden.

Woran ist die aktualisierte Version zu erkennen?

In den Unterlagen ist vermerkt: Eine neue Instrumenten-Einheit trägt einen braunen Identifikations-/Produktionskontroll-Sticker auf der Rückseite des Gehäuses.

Yamaha gibt an, dass Fahrzeuge ab Produktionsbeginn September 2025 bereits ein Bauteil mit überarbeiteter interner Schaltung erhalten haben, sodass die Blinker "angemessen" funktionieren.

Gab es bereits Unfälle?

Nach Yamaha-Angaben liegen bisher keine Berichte über Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit diesem Thema vor.

Termine und Infos für Besitzer in den USA

  • NHTSA-Kampagne: 26V367
  • Yamaha-Rückrufnummer: 990190
  • Besitzer-Briefe (USA): Versand ab 26. Juni 2026 erwartet
  • VIN-Suche auf NHTSA.gov: ab 26. Juni 2026
  • Kundenservice Yamaha (USA): 1-800-962-7926

Warum könnte dieser Rückruf auch für Europa relevant sein?

Auch wenn sich dieser Rückruf formal auf den US‑Markt (NHTSA-Kampagne 26V367) bezieht, ist das Thema auch für Europa interessant: Laut den Unterlagen steckt die Ursache nicht in einem einzelnen Blinker, sondern in der Instrumenten-Einheit, beziehungsweise deren interner Blinkerschaltung, also in einem Bauteil, das grundsätzlich in vielen Märkten identisch oder sehr ähnlich eingesetzt werden kann.

Zudem wurde die Ténéré 700 je nach Produktions- und Lieferplanung in Frankreich und Japan gefertigt, sodass sich technische Änderungen und Bauteilstände nicht zwingend strikt nach Verkaufsregion trennen lassen. Ob europäische Ténéré‑700‑Modelle des entsprechenden Bauzeitraums tatsächlich betroffen sind oder ob die Spezifikation für Europa abweicht, ist derzeit offen: Yamaha hat dazu bislang keine Stellungnahme veröffentlicht. Unsere Anfrage an Yamaha Deutschland läuft bereits.

Fazit